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Blackfield 2007 - Knust/ Hamburg

Support :: Pure Reason Revolution Ihr Sound erinnert stark an die frühen Porcupines. Der Set überzeugt (trotz der schwachen besser gesagt, übersteuerten Akustik - leider ein Dauerthema im Knust), ein Mix aus hartem Psychedelic-Rock mit einem Schuss Pink Floyd und Radiohead.
Nix Neues, aber gut gemacht. Auch die "Filmchen" und optischen Spielereien auf der Videoleinwand verfolgt man mit einer gewissen Vertrautheit.
Chloe Alper (b) und John Courtney(g + keyb) dominieren das Treiben auf der Bühne. Das Erstlingswerk "The Dark Third" bildet das musikalische Gerüst des Auftritts. Die Band wird man sicher noch des Öfteren zu sehen bekommen und das zu Recht.
Ein guter Einstieg für ein Blackfield Konzert.

   

Blackfield im Knust kurz vor 22:00 Uhr:
Der Raum ist mittlerweile gut gefüllt. Eine Band ohne Stargehabe.
Steven Wilson unterhält sich noch bis kurz vor dem Auftritt entspannt mit den Konzertbesuchern. Überzogene Selbstdarstellung ist ihm fremd. Er will gute Musik machen und schöne Songs schreiben - und das macht er!
Er verzichtet gänzlich auf jedes Brimborium. Nur bei "
Cloudy Now" - geht seine Hand mal in Richtung Publikum. Er wirkt auf mich immer wie der spät-einberufene Zivi auf Lebenszeit - nett und versunken in seiner Welt. Wahrscheinlich immer auf der Suche nach dem perfekten Wohlklang in einem Rocksong. Jedenfalls der großartigste Songwriter und Harmonietüftler des 21. Jahrhunderts. Eine ähnliche (wenn auch nur ansatzweise) Genialität habe ich zuvor nur bei Michael Stipe und Billy Corgan erlebt. Die herrlichsten Refrains der letzten 30 Jahre Rockgeschichte, sind sicherlich Wilsons begnadetem Gefühl nach Sinnlichkeit entsprungen.

Die Ko-operation mit Aviv Geffen erschuf eine Band, die mittlerweile nicht nur als ein Nebenprojekt zu Porcupine Tree betrachtet werden kann. Ich denke, Wilson hat hier den idealen Partner für seine musikalischen (Traum-) Gebilde gefunden. Aviv Geffen versinnbildlicht den jung-dynamischen Yuppie. Der mustergültige optische Gegenpol zu Steven. Musikalisch verbindet die beiden jedoch der Einklang von kraftvollen Rock-Riffs und emotionalen Tonfolgen. Bei den etwas "schrofferen" Passagen zeigt Geffen seine wahre Seite (rockig + hard), während Wilson verhalten in seiner Welt ruht.

Tomer Z

Daniel Salomon

Tomer Z (dr.) Seffy Efrati (b) und besonders Daniel Salomon (p) liefern eine handwerklich-gute Arbeit ab, ohne großartig aufzufallen.
Der Abend startet mit zwei Songs des aktuellen Albums und dem Titelsong "
Blackfield". Kurz danach verlassen die Musiker bis auf A. Geffen die Bühne. Aviv setzt sich ans Piano(Glow), anschließend steigt Wilson ein. Wenn die beiden Hauptakteure im Duett singen, kommt die Band am überzeugendsten 'rüber - The Pain.
Zum Entsetzen einiger weiblicher Wilson-Fans entblößt Aviv seinen Oberkörper. Erleichterung bei allen Anwesenden, dass er nicht weitermacht.
Mich überzeugten die
The Hole in me und das aufwendige 1000 People
Where is my love ? (entwickelt sich zum Mitsing-Song - war bereits auf der "s/t" als Bonustrack enthalten) und End of the world beenden den offiziellen Teil.
Die Zugaben
Once (mit sehr einprägsamen Drums) und der "heimliche" Hit: Cloudy now beenden einen phantastischen Konzert-Abend. Das neue Material überzeugt uneingeschränkt. Einschneidend Neues hat keiner erwartet und will außerdem niemand. Das viele Songs bekannt klingen, ist auffallend - hängt aber eindeutig mit dem Spürsinn von Wilson-Geffen für Melodie und Rhythmus zusammen.

Fazit: Steven Wilson ist seinem Traum zum absoluten Album wieder ein Stück näher gekommen!

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von Porcupine Tree (Knust 2007)

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