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1972 - das dritte Festival

Mehr als 10.000 Menschen waren gekommen. Die „Qualität“ der beiden Vorgänger Open-Airs hatte sich rumgesprochen. So fand vor eindrucksvoller Kulisse ein exzellentes Festival statt. Kurzfristig wurden noch EPITAPH verpflichtet. Mit „Stop look and listen“ im Gepäck (die neue LP), waren sie das Highlight am „Eck“.

Die vier Säulen des 72'er Festivals bildeten die Genres: Rock/ Folk/ Jazz-Rock und kosmische Musik. Hochkarätig das "Abendprogramm" mit Wolfgang Dauners ET CETERA und Klaus Doldingers PASSPORT.

weitere Bands:
Hölderlin, Witthüser & Westrupp, (Peter Bursch-) Bröselmaschine, Guru Guru + Wind





Nanny De Ruig - Hölderlin


Rhein-Zeitung vom 4. September 1972


Sie kamen aus allen Richtungen, die Gruppen aus München, Hamburg, Wuppertal, Nürnberg und dem Hunsrück. Das Publikum hatte teilweise ebenfalls lange Anreisen unternommen. Veranstalter Werner Jaeger bot bei seinem dritten Free Concert einen Überblick über die verschiedenen Richtungen der Popmusic Made in Germany. Zehn Gruppen waren angekündigt: Doldinger und Passport, Wolfgang Dauner mit J. L. Ponty Et cetera, Hölderlin, Bröselmaschine, Guru Guru, Wind, Witthüser & Westrupp, Epitaph, Tangerine Dream ...

Einer von 20 000 brüllte es seinem Nachbarn ins Ohr: "Wenn die das Denkmal 1945 nicht runtergeschossen hätten, heute hätten sie es abgeräumt, bei 3000 Watt-Verstärkern!"
Drittes deutsches Festival Pop-Festival am Deutschen Eck, Open Air Free Concert, ein Spektrum der deutschen progressiven Musik. Kaiser Wilhelm I. hätte sich vermutlich die Pickelhaube über die Ohren gezogen, hätte er 75 Jahre und zwei Tage vorher schon geahnt, was heute am Deutschen Eck über die langhaarigen Köpfe peitschte.

Preußens Gloria war anders

Preußens Gloria klang seinerzeit anders. Die Szene: Ein verschnörkelter, einst bombastischer Granit- und Basaltbrocken. Masse Mensch vorwiegend in jeans-blau und oliv-grün, Army-Parkers, für Mannschaften einfach. Bei ab und zu aufkommendem Nieselregen gelbes Ölzeug, Fellwesten, Rotwein und Matratzen. Über allem aromatischer Würstchengeruch, das Kreischen der Gitarren, Hämmern der Schlagzeuge und Dröhnen der Bass-Boxen.
In der Nähe der Zeltbühne scheint der Boden zu beben. Man genießt es, flach auf der Erde ausgestreckt oder hingehockt und im Takt mitschwingend. Versunken oder manchmal ekstatisch. Flaschen kreisen, Joints kaum. Wenn hier einer ausflippt, dann liegt es nahezu ausschließlich an zu viel billigem Fusel. Die Leute von RELEASE Hamburg, die mit zwei Bussen gekommen sind, um Drogenberatung zu leisten, haben nichts zu tun. Das Rote Kreuz dagegen ist oft im Einsatz. Eine Vielzahl Hilfeleistungen am Ort, einige Transporte. Irgendwelche Rotweinliebhaber sind vom Sockel gefallen. Andere haben ihr Fassungsvermögen überschätzt, erste Anzeichen von Alkoholvergiftung. Sonst ist alles friedlich.

Angenehm überrascht
Die Polizeibeamten sind angenehm überrascht. So höflich sind sie von "diesen Langhaarigen" schon lange nicht mehr aufgenommen worden. Kein rüdes Wort fällt, die Nonkonformisten in ihren oft abenteuerlichen Gewändern, die schon fast wieder einheitlich anmuten, machen den Grünuniformierten bereitwillig Platz, wenn sie durch die Menschenmenge müssen.
An den Würstchen- und Bierbuden starker Andrang, aber kein Stoßen und drängeln. Kein Egoismus, sondern Gelassenheit. "Du warst doch vor mir dran, bitte! Danke!" Die Verkäufer haben wohl nicht das "Feeling" für Wolfgang Dauners experimentelle Klangstrukturen, aber mit ihren jungen Kunden verstehen sie sich. Widerwillig fasziniert manche Touristen, die von der nahen Anlegestelle der Passagierdampfer mal schnell zum Geschehen spazieren, um sich mal "diese verlausten Typen" (Ausspruch eines etwa vierzigjährigen Maßanzugträgers) anzusehen. Zum Zoo bitte hier entlang! Nur nicht verbittert sein. Wir wollen nur unsere Musik hören und in Ruhe gelassen werden.

Edelhippies amüsant

Amüsant oder schon lächerlich wirken die "Edelhippies". Im nagelneuen Afghanenpelz, geschmackvoll bestickt, teuren Seidenschal, die Herrenkette vom Juwelier, gepflegten Langhaarschnitt und mit manikürten Fingernägeln schreiten sie durch die Menge. Im Zivilleben bestimmt höherer Angestellter. Tja, progressiv...
Die Gruppen auf der Zeltbühne werden umlagert. Hinter den gewaltigen Verstärkern warten die Freundinnen, Promotors und Fans, die an den Ordnern vorbeigekommen sind. "Roadies" kämpfen mit den Kabelschlangen. Teure Kameras klicken. Pop wird konsumiert. Und Leute, die noch nie auch nur eine Schülerzeitungsredaktion von innen gesehen haben, werden plötzlich Journalisten.....

Musik - gehört und gefühlt
Das Publikum hört und fühlt Musik, nimmt sie in sich auf und schreckt nur beim Pfeifen von Rückkopplung auf. Die Szene bleibt nahezu den ganzen Nachmittag erhalten. Das Bild ändert sich nur leicht. Einzig die Gruppen auf der Bühne wechseln. Mit Einbruch der Dunkelheit versucht man Lightshows, und vom Denkmalsockel beleuchtet ein Scheinwerfer die Fläche.
Wenn man jetzt über den Boden läuft, knirschen Scherben und Plastikbecher: Festival-Abfall. Es ist 23 Uhr. Die Gruppe Wind aus Nürnberg, die letzte, hat technische Schwierigkeiten. Die neue Anlage streikt. Die Jungs hören sich leider schlechter an als sie in Wirklichkeit spielen. Die ersten ziehen sich in ihre Zelte zurück.


--- Ursprüngliche Nachricht ---
Von: Cjacksonmusican@aol.com
An: hallo@krautrockseite.de
Betreff: Epitaph
Datum: Sun, 27 Mar 2005 05:08:01 EST

Hello Gunther,
Thank you for the e mail and all the interesting information (most of which I didnt know ) yes........ you are right " krautrock seems to becoming more popular this year, let us all hope that it continues.
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Cliff Jackson

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Von: Cjacksonmusican@aol.com
An: guenther@krautrockseite.de

Betreff: Epitaph
Datum: Fri, 14 Oct 2005 02:27:45 EDT

Hello Guenther
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released on the 1st of April 2006 by Phoenix Music Group.
We are also on tour in Germany next year.
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best wishes and take care
Cliff



Jenny Schücker - Bröselmaschine

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