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Meine Top 5 ... 6 ... 7.... 8...usw. ;-)


 
BAND // CD-Tipp: 
 

Ai Phoenix aus Norwegen

"I've Been Gone-Letter"


Interview mit Mona Mørk   
(siehe unten)


 Mein Concert-Tipp 2010: 





Eigene private Momentaufnahmen 

Zeltplatz// Taize

Heimat// Sportplatz

Polaroid// Ottensen


Graffiti// Bunker


"Blick aus dem Sessel" *g*
Grafik: Helmut Wenske / bekannt durch seine Art-Cover für Nektar

"Fremdes Fernweh"

 

EdgarCard


 

 Filmtipp: High Fidelity 
Komödie / GB, USA / 2000
Darf man mit Leuten befreundet sein, deren Plattensammlung in der Hauptsache aus Stevie-Wonder-Alben besteht? Warum wollen pubertierende Jungs stundenlang grapschen und Mädchen nur Händchen halten? Und warum tragen Frauen nur beim ersten Date schöne Unterwäsche? Das sind nur einige Fragen, die dem frisch gebackenen Single Rob, Besitzer des Plattenladens "Championship Vinyl", neuerdings wieder durch den Kopf gehen. Zugegeben, nachdem ihn Laura Knall auf Fall verlassen hat, findet er es zunächst toll, die Wohnung wieder für sich alleine zu haben. Endlich ist Zeit, um die Plattensammlung neu zu sortieren. Doch die Freude ist von kurzer Dauer. Rob sieht sich bald gezwungen, sein Leben und seine Liebschaften zu sortieren - kurz gesagt: endlich erwachsen zu werden! Was macht ein spätpubertierender 35jähriger, wenn ihn seine Freundin verlässt? Er versucht, Ordnung in sein Leben zu bringen, in dem er es rekapituliert. Alles anhand von Charts: Die Top 5 bei Frauen und Musik.
Darsteller: John Cusack / Iben Hjejle / Todd Louiso / Jack Black / Lisa Bonet / Catherine Zeta-Jones / Joan Cusack
(Aus der Romanvorlage von Nick Hornby) Komödie / GB, USA / 2000
Darf man mit Leuten befreundet sein, deren Plattensammlung in der Hauptsache aus Stevie-Wonder-Alben besteht? Warum wollen pubertierende Jungs stundenlang grapschen und Mädchen nur Händchen halten? Und warum tragen Frauen nur beim ersten Date schöne Unterwäsche? Das sind nur einige Fragen, die dem frisch gebackenen Single Rob, Besitzer des Plattenladens "Championship Vinyl", neuerdings wieder durch den Kopf gehen. Zugegeben, nachdem ihn Laura Knall auf Fall verlassen hat, findet er es zunächst toll, die Wohnung wieder für sich alleine zu haben. Endlich ist Zeit, um die Plattensammlung neu zu sortieren. Doch die Freude ist von kurzer Dauer. Rob sieht sich bald gezwungen, sein Leben und seine Liebschaften zu sortieren - kurz gesagt: endlich erwachsen zu werden! Was macht ein spätpubertierender 35jähriger, wenn ihn seine Freundin verlässt? Er versucht, Ordnung in sein Leben zu bringen, in dem er es rekapituliert. Alles anhand von Charts: Die Top 5 bei Frauen und Musik.
Darsteller: John Cusack / Iben Hjejle / Todd Louiso / Jack Black / Lisa Bonet / Catherine Zeta-Jones / Joan Cusack
(Aus der Romanvorlage von Nick Hornby)

 Roots: 

:: Biografie :: Concert-Photos ::

erste Single >>> Rolling Stones - Honky Tonk Women   erste LP >>> H A I R   :: V.A. // Musical   erstes Konzert >>> EKSEPTION - Koblenz Rhein-Moselhalle - 1971


Ai Phoenix

27.02.04 Hamburg Nachtasyl im Thalia Theater

Nachdenkliches von Mona Mørk, die mit ihrer Band AI Phoenix das dritte und wieder viel gelobte Album I've Been Gone - Letter One live in Hamburg präsentierte. In einem Bühnengang des Thalia Theater sitzend erklärt mir Mona mit leiser, abwägender Stimme die Liebe, den Tod und all die Dinge wie Freundschaft Im Hintergrund poltert das Schlagzeug beim Soundcheck.

Echoes: Eure neue CD unterscheidet sich von den beiden Vorgängern.

Mona Mørk: Die alten Platten haben wir nur zu viert und Stückchen für Stückchen aufgenommen. Die neue CD resultiert daraus, dass wir viel live gespielt haben. Deshalb klingt sie anders. Wir haben versucht, möglichst viele Musiker in die Studioräume zu bekommen und viel live aufgenommen. Aber eigentlichen haben sich schon die ersten beiden Alben unterschieden. Einige Leute mochten die erste, andere die zweite CD. Ich mag es ja auch nicht, wenn Bands sich selbst kopieren. Wir machen, was wir machen müssen. Diesmal musste es eben so sein. Und es ist genauso geworden, wie wir es manchen wollten. Take it or leave it.



Was mir besonders gut an der Platte gefällt ist, dass Ihr sehr einfache Mittel benutzt, um große Gefühle zu erzeugen.

Ja, das ist eine gute, eine korrekte Beobachtung. Ich kann nicht sagen, wie man unsere Musik interpretieren muss. Wir haben kein Recht zu sagen, wie man die Texte lesen muss. Ich mag es, wenn Leute etwas sagen, über das ich noch nie nachgedacht habe. Ich sage dann nicht, dass es falsch ist. Ich denke, wow, ja, warum nicht?

Ja, die Texte sind einfach, die Art, wie es gespielt und aufgenommen wurde, ist einfach. Das Thema, um nicht das klebrige Wort Idee zu benutzen, ist aber nicht ganz so einfach, obwohl es auf der Hand liegt. Bei dieser Platte ging es um das, was wirklich wichtig ist. Die wichtigen Themen sind die Liebe, der Tod und all die Dinge wie Freundschaft. Es ist egal, ob es einfach ist oder nicht. Das sind die wichtigen Dinge. Und darauf muss man sich konzentrieren.

Ist das Eure Botschaft?

Es macht ja gar keinen Sinn, CDs herauszubringen, wenn man kein - unser Ziel ist es nicht bekannt zu werden. Dann muss man wieder ein neues Ziel haben. - Unser Ziel ist es, eine Quelle der Unterstützung zu sein. Für viele normale Menschen, irgendwo auf der Welt.

Hat Einfachheit für dich etwas mit Wahrheit zu tun. Was ist Wahrheit für dich?

Ja, wenn du etwas wirklich erkannt hast, kannst du es auch einfach ausdrücken. Es doch in der Philosophie auch so. Die Philosophen, die wirklich verstanden hatten, was sie sagen wollten, haben es sehr deutlich gesagt.

Aber ich mag das Wort Wahrheit nicht. Wir können nicht sagen, wir haben die Wahrheit. Wir können nur hoffen, dass wir das Richtige tun. Ich zweifele ständig.

Reisen ist ein häufiges Thema eurer Songs. Was ist daran so interessant?

Die Menschen treffen auf Reisen oft große Entscheidungen. Die begreifen, dass sie ihr Leben vollkommen falsch leben. Das sollen ihre Freunde sein? Sie lügen nur, wenn sie miteinander sprechen. Reisen ist eine kurze Distanz zu deinem normalen Leben.

Wir sollten noch mehr über die Texte sprechen. Besonders gut gefällt mir er Satz "I saw the arrogant/I saw the Eiffel tower."

Oh, du solltest mit Patrick darüber reden. Das, was ich dazu sagen kann, ist, dass die Texte von Patrick beim ersten Hinhören oft abstrakt klingen. Später merkt man, dass es sich zusammenfügt. Das ist wunderbar. Der Song und der Text bedeuten wirklich etwas. Jedes einzelne Wort hat Bedeutung. Der Eiffelturm ist ein reines Showgebäude, das nur dasteht, um auszudrücken, was Menschen fertig kriegen.

Seid ihr politisch interessiert?

Wir sind nur auf eine Art politisch. Wir wollen den Leuten die Augen öffnen und sie fragen, ob sie mit dem Leben, das sie führen, auch wirklich zufrieden sind. Es wäre zu arrogant, es gerade heraus zu sagen. Ich möchte nicht dastehen und verkünden, wie clever und weise ich bin.

Oft klingt Ihr dabei sehr melancholisch.

Ich weiß nicht. Was ist denn so melancholisch daran, an den Tod zu erinnern? Es ist doch so klar, dass wir alle sterben werden. Wenn du dir darüber keine Gedanken machst, wachst du mit 47 auf und denkst: "Wie habe ich nur mein Leben gelebt?" Wir sind Leute, die darauf achten, was passiert und die sich bewusst machen, dass sie über diese Erde laufen und leben. Darum machen wir auch Musik. Es hat mit Freundschaft zu tun und es ist nett.

Vielen Dank, Mona.

ECHOES-ONLINE.DE
online-magazin version 1.98


aus: gaesteliste.de

Let me tell you 'bout the birds and the bees

Ai Phoenix kommen aus Norwegen und machen ruhigen, elegischen Gitarrenpop in Richtung Mazzy Star. Nie war ein Vergleich einfacher, treffender und weniger diskriminierend als in diesem Fall - und darf deshalb auch mal zur Einleitung herhalten. Bei einer Band, die sich Ai Phoenix nennt - auch wenn sie aus Norwegen kommt - stellt sich dann natürlich als erstes unweigerlich die Frage, was denn der Name bloß zu bedeuten haben mag. "Das hat eigentlich keine besondere Bedeutung", meint hierzu Mona Mørk, ihres Zeichens Sängerin und die Hälfte des kreativen Kerns der Band, die ansonsten noch aus Co-Songwriter Patrick Lundberg und Drummer Bosse Lichtheim besteht (live kommt noch Ib Kleiser am Bass hinzu), "Phoenix ist zunächst mal ein schön klingendes Wort - so wie in 'Phoenix, Arizona' und das 'Ai' ist als Gruß gedacht." Was weiter nichts erklärt und es eben auch nicht soll.

In den Texten von Ai Phoenix wimmelt es auch ansonsten von vielen schönen Worten - dazu blumigen Metaphern, wie aus Märchen, Fabeln und gar Kinderliedern (was mit der ruhigen, entspannten Musik schlüssig einhergeht). Nun könnte man ja auch auf den Gedanken kommen, auch dieses alles bedeute - außer Friede, Freude, Eierkuchen - weiter nichts - doch weit gefehlt. "Das sind Metaphern aus der Romantik, die ich verwende", erklärt Patrick, "aus der modernen Romantik. Ich will aber ein bisschen davon weg... das schöne an der Pop-Musik ist ja, dass du einfache Sätze sagen kannst, die sich dann noch reimen müssen. Auf diese Weise kannst du komplexe Sachverhalte schön einfach ausdrücken." "Als ich das erste Mal Patricks Texte hörte, dachte ich auch zunächst, dass sie nichts bedeuten", erläutert Mona, "aber wenn du sie bis zum Ende durchliest, dann führt vielleicht der letzte Satz wieder zum Anfang zurück und macht dann doch Sinn. Es ist also vielmehr so, dass alle Worte wichtig sind." Wenn sich nun aber alles in blumigen Aphorismen verflüchtigt: Gibt es denn überhaupt eine Message? "Eine Zeitlang dachte ich auch, dass wir eine unpolitische Band ohne Message sind", gibt Mona zu, "aber dann wurde mir irgendwann bewusst, dass wir doch sehr politisch sind. Wir arbeiten nämlich betont unabhängig. Die Songs zu unserem neuen Album 'Lean That Way Forever' haben wir alle in der Küche aufgenommen. Wir machen unser Artwork selbst, lassen uns von keinem reinreden, überlegen uns sehr genau, an welchen Projekten wir mitarbeiten, wofür wir uns einsetzen und einsetzen lassen und sind somit doch sehr politisch." "Es ist unsere ganze Attitüde, die uns zu einer politischen Band werden lassen", betont Patrick. Ja, nun gut - aber Songs über wispernde Vögel und verwunschene Schlösser sind ja nun mal nicht sehr konkret. "Es geht immer alles um die kleinen Dinge", erklärt Mona geduldig, "wenn du dir die heutigen Medien anschaust, da wirst du ständig mit den großen Dingen bombardiert. Niemand interessiert sich aber dafür, ob etwa die Leute noch miteinander sprechen, auf einander eingehen, ob Familien noch funktionieren..."
Und dafür stehen Ai Phoenix ein? "Ja, denn darum geht es uns. Der Vergleich mit Kinderliedern ist gar nicht so schlecht. Denn Kinderlieder sind doch dazu da, zu beruhigen und zu trösten. Wer sagt denn, dass Erwachsene keinen Trost brauchen? Erwachsene sind auch nicht immer so stark, wie sie sein müssten. Und wenn du dir deine Freunde anschaust, wirst du feststellen, dass jeder irgend eine spezielle, außergewöhnliche, vielleicht sogar tragische Geschichte hat - das ist es, was uns wichtig ist." Das erklärt natürlich den friedfertigen, fast hippiemäßigen Sound von Ai Phoenix, den die Band übrigens auch Live konsequent umsetzt, und der in der Tat etwas Versöhnliches, Beruhigendes ausstrahlt. Wie positionieren sich Ai Phoenix denn musikalisch? Ihr Kollege St. Thomas spielt ja z.B. einen Track von ihnen ("Little Bird"). "Wir kommen aus Bergen, wo wir eine sehr homogene Szene haben. Jeder ist mit jedem befreundet und jeder unterstützt sich dort. Die Aufmerksamkeit war ja lange Zeit nur auf die Hauptstadt Oslo gerichtet und so waren wir lange unter uns, bis dann plötzlich alles explodierte."

Aus Bergen kommen neben St. Thomas z.B. auch noch die Kings Of Convenience. Anders als etwa St. Thomas flechten aber Ai Phoenix keine norwegischen Elemente in ihre Musik ein. "Nein, das machen wir nicht, weil unsere Vorbilder nicht aus Norwegen kommen", erklärt Mona, "und typisch norwegische Instrumente gibt es ja auch nicht direkt." Wie wird sich denn der Sound von Ai Phoenix weiterentwickeln? "Das ist eine gute Frage", überlegt Patrick, "ich möchte, dass er etwas offener wird. Obwohl: Wir sind ja stilistisch jetzt bereits nicht festgelegt." "Ich denke, das wichtigste für uns ist, dass wir uns weiterentwickeln", erwidert Mona, "wir sind eine Gruppe von Freunden, die sich gut verstehen. Und das soll auch so bleiben. Viele Bands brechen ja auseinander. Wir sind jetzt aber schon alle um die 30 und machen das immer noch. Das ist uns schon sehr wichtig." Ja, das Alter - das wird ja gerne als Entschuldigung hergenommen, wenn es nicht so recht klappt oder wenn einem nichts mehr einfällt. "Dabei muss das doch gar nicht sein", meint Mona, "so lange es uns etwas gibt, werden wir weitermachen. Nun ist das ja so, dass noch niemand von uns Kinder hat - was die Sache vielleicht verändern könnte. Aber ich denke, so lange es funktioniert, ist nichts falsches daran." Was man eigentlich so stehen lassen könnte. Wer sich auf die Musik von Ai Phoenix einlassen möchte, der wird insofern auch dafür belohnt, dass die Songs der Norweger tatsächlich etwas Tröstliches ausströmen. Ai Phoenix ist jedenfalls wieder mal ein Beispiel dafür, dass momentan aus Skandinavien die besseren traditionell ausgerichteten Gitarrenbands kommen. Das hat zum einen (so wie auch Mona meint) mit der Mentalität zu tun und sicher auch damit, dass Skandinavier - und insbesondere Norweger - auf eine sympathische Art anders denken und funktionieren als wir stressgeplagten, hyperaktiven Mitteleuropäer...