|der| [ krautRock ] = erst Schimpfwort > [ Teutonischer Sound ] = heute: Qualitätsbegriff


zwischen damals...

 

[ krautRock
 prae
Kraut
progressiv
Rock
artRock ]

...und heute

 


Krautrock gilt als eine deutsche Erfindung. Zwei neue Publikationen setzen sich kritisch mit dieser Annahme auseinander: Wolfgang Seidel, einst Mitglied und Drummer bei Ton, Steine, Scherben, mit seinem Buch "Wir müssen hier raus!" und der Historiker Alexander Simmeth mit "Krautrock Transnational".
Nein, das ist kein Krautrock. Das ist Politrock made in Westberlin 1972, Ton Steine Scherben, "Wir müssen hier raus". Da ist Wolfgang Seidel, Gründungsmitglied der Band um Rio Reiser, schon nicht mehr dabei. Trotzdem hat Seidel sein Krautrock-Buch nach diesem Lied benannt, für ihn ist "Wir müssen hier raus!" das Lied, "das das Lebensgefühl am besten beschreibt. Eine der ersten Jugendbewegungen Anfang der Sechziger waren ja die Gammler, die bloß raus (wollten) aus diesem Land, überall hin in Europa, aber nur raus aus diesem damals noch sehr grauen und repressiven Deutschland."
Seidel ist Jahrgang 1949, hat also die Tristesse der sogenannten Wirtschaftswunderjahre noch am eigenen Leib mitbekommen. Und das Gefühl: Wir müssen raus aus diesen Einschlussmilieus: Schule, Kirche, Militär, Fabrik.

Konrad Schnitzler, einer der großen Exzentriker des Krautrock, überführt die Rhythmen der Fabrik in seine Musik. Wobei auch das kein typischer Krautrock ist, wenn es den überhaupt gibt. Krautrock kommt ja in der Regel ohne viele Worte aus. Die politische Bedeutung des Krautrock sieht Wolfgang Seidel denn auch weniger in den Songtexten.
Wie entstand der Begriff Krautrock?
"Textlich hat der Krautrock wenig hinterlassen, daran kann man es also nicht festmachen. Aber wenn man auf die Bands guckt, also Ideen wie kollektives Arbeiten, dieser antikommerzielle Anspruch, das Zusammenleben in Wohngemeinschaften oder Kommunen, das heißt, die Krautrockmusiker waren von ihrem Lebensstil ganz klar verbunden mit der antiautoritären Bewegung."
Besonders eng ist diese Verbindung bei der Münchner Krautrock-Kommune Amon Düül. Die ist auch bei der Boulevardpresse gern gesehen, da fallen immer Fotos ab von schönen jungen Frauen mit wenig Klamotten. Oder gar keinen. Über die dekorative Rolle kommen nur ganz wenige Frauen hinaus, auch der Krautrock ist eine Männerdomäne. Das bestätigt der Historiker Alexander Simmeth in seiner umfangreichen Chronik "Krautrock Transnational". Laut Simmeth sind Amon Düül auch verantwortlich für den Begriff Krautrock, und zwar wegen dieser Musik: "Mama Düül und ihre Sauerkrautband spielt auf", ein Song aus "Psychedelic Underground", dem Debüt-Album von Amon Düül aus dem Jahr 1969. Für Wolfgang Seidel dagegen hat eine andere deutsche Band das Label Krautrock erfunden:
"Jochen Irmler von Faust hat mir erzählt, dass tatsächlich sie, also Faust, die Erfinder waren, weil auf der ersten Platte, die sie aufgenommen hatten, als die Band nach England übergesiedelt war, hatten sie ein Stück 'Krautrock' betitelt."
Alles andere als national.
Die Band mit dem sehr deutschen Namen Faust mit dem Stück "Krautrock". Aber wie deutsch ist eigentlich dieser Krautrock? Als Faust in den frühen 70ern in England leben, stellen sie fest, dass der Begriff "Kraut" für Deutsche nach wie vor gängig ist. Und es ist kein Kompliment. So kommt es zu einer auf den ersten Blick paradoxen Konstellation: Ein rundes Dutzend doch recht unterschiedlicher Bands aus der Bundesrepublik Deutschland wird unter dem verkaufsträchtigen Sammelbegriff Krautrock vermarktet, und am Ende will es keiner gewesen sein. Die meisten Krautrocker lehnen das Label ab. Seidel:"Das hat auch damit zu tun, dass die Musiker sich selbst gar nicht als etwas Spezielles und schon gar nicht als speziell Deutsches gesehen hatten, die suchten eigentlich Anschluss an die internationalen Trends der Rockmusik."
Das Nationale war im Krautrock verpönt, darin ist sich Wolfgang Seidel einig mit Alexander Simmeth.
"Das Phänomen Krautrock war also gekennzeichnet durch eine große Altersspanne und unterschiedliche Erfahrungswelten, aber auch durch ein übergreifendes transnationales Selbstverständnis sowie ungewöhnlich starke transnationale Einflüsse und Verflechtungen",
schreibt Alexander Simmeth in "Krautrock Transnational" und erzählt ausführlich die, nun ja, transnationale Geschichte von deutschen Musikern, die von angloamerikanischen Vorbildern lernen, sich dann von ihren Vorbildern emanzipieren, woraufhin Briten und Amerikaner auf diese komische Musik aus Deutschland aufmerksam werden und ihr einen Namen geben: "Krautrock".
Ja, es gab auch Hits im Krautrock. Die Kölner Gruppe Can mit ihrem japanischen Sänger Damo Suzuki und "Spoon", 1972 Platz 6 der deutschen Hitparade. Auch das erfährt man in den beiden Krautrock-Büchern. Wolfgang Seidel erzählt in "Wir müssen hier raus" unterhaltsam aus der Perspektive des involvierten Zeitzeugen. Alexander Simmeth ist Jahrgang 1973 und stützt sich als Nachgeborener in seinem wesentlich umfangreicheren Buch "Krautrock Transnational" auf eine intensive Recherche. So schreiben beide Autoren die Geschichte des Krautrocks zwar nicht neu, bieten aber viele neue Perspektiven.

webinfo: Deutschlandfunk 2016 von Klaus Walter

 

 

ältere und eigene Interpretation

Heft CD - Juli 2004
ROLLING STONE

Rolling Stone - aktuelle Ausgabe

siehe Artikel hier

"Intensive Care" von Robbie Williams ||   ..... Musikalisch erlaubt sich der Mann aus Stoke-on-Trent dagegen keine Blöße. Er wartet mit einer recht kugelsicheren Mischung aus massenzugänglichem Britpop auf, der genügend ehrenwerte Verweise aufweist - von Elton John über die New Romantics à la "Duran Duran" bis zu den "Beatles". Selbst der Krautrock soll Einfluss gefunden haben - irgendwo in den ausgefeilten Arrangements findet man ihn sicher auch.....
(Infoquelle: ECHO-ONLINE-Ulrike Rechel - 26.10.2005)

„Der Krautrock erblüht aufs Neue“
Meldung vom 4. Aug. 2004

STERN vom 4.8.2004

>>>

 

 

über Formate, Hits & Moneten

Eine private Geschichtsbewältigung, aber auch eine Plattform für eine "eigenwillige" Musikepoche.

Vorbemerkung: Bewusst habe ich auf einige Namen und Geschichten verzichtet, a.) weil es so schon hundertfach beschrieben wurde oder b.) es nie Thema der Krautrock-Szene war. Also erwartet bitte keinen 100% vollständigen und akademischen Aufsatz. (gk 08/06)

Was soll es?
"Das alles und noch viel mehr, wollt ich machen..." nein, nein!!! ...einfach der Spaß an der eigenen Website ... sicherlich eine (positive) Abrechnung mit einem Abschnitt deutscher (Musik-) Geschichte und last but not least, eine Infobörse für Menschen, die noch heute Gefallen an dieser Musik haben ...oder mittlerweile wieder haben.
Ein hauptsächliches Motiv für meine Krautrockstory ist die Tatsache, dass sich die meisten Veröffentlichungen lediglich mit einer Hand voll Gruppen beschäftigt (Amon Düül II, Can, Neu!, Faust, Kraftwerk). Damit soll nicht das wegweisende Schaffen dieser Bands angezweifelt werden, nur mir fehlen einfach die anderen Formationen, die den Begriff Krautrock durch ihre Musik und Präsenz erheblich mitgeprägt haben.

"Archangel's Thunderbird
" - wie alles begann
Aus einem Wirrwarr von Burg Waldeck, R.U. Kaiser, den Essener Songtagen 1968, Karl Heinz Stockhausen usw., entwickelt sich eine Musikkultur in Deutschland, die von den britischen Radiomoderatoren  verächtlich mit dem Begriff Krautrock betitelt wird.
Begegnet man dem Thema, fällt einem zwangsläufig der Name Julian Cope vor die Füße. Sein Buch: Krautrocksampler ist sicherlich eine feine Fleißarbeit, beleuchtet aber nur den "elektronischen Teil" der Musikszene in Deutschland. Viele "rockige" Krautbands werden einfach nicht erwähnt. Dass es um die Szene bekannt zu machen, eine Bewegung drumherum geben musste, bleibt völlig unerwähnt.

In diesem Artikel kommen also wie bereits erwähnt, die Rockbands zur Sprache und weniger die Querellen zwischen Herrn Hütter, Herrn Dinger und Herrn Froese. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit der Rockmusik im Raum Koblenz / Neuwied / Westerwald zu dieser Zeit (Anfang der 70ér) und den Festivals am Deutschen Eck 1970 -72 (veranstaltet von Werner Jaeger)

"Das wilde Leben" - Taschenbuch - 192 Seiten - Hoffmann u. C., Hbg. Woodstock war gelaufen, zu jung... zu weit weg... Eine Jeans, ein einfarbiges, schlabbriges  T-Shirt ohne Werbelogo und ein Parka, mehr brauchte mann/ frau nicht. Burger King und H&M noch in weiter Ferne. Die APO quälte sich so durch die Medienlandschaft, Uschi sei Dank.
"Willy wählen" war bald angesagt, von Joschka und seinen Realos zum Glück noch nichts zu sehen... der Verrat an der Anti-Atombewegung fand erst in den 80er statt. Was viele Jugendliche damals politisch bewegte, versinnbildlicht am Besten die Beilage zur 1. Solo-Lp von Sonny Hennig: TRÄNENGAS  Klick für Photo   <
Click hier!
Die erste Supergroup der Neuzeit formierte sich (Emerson, Lake & Palmer)... die Beatles hatten sich aufgelöst, im Fernsehen Rudi Carrell und samstags der Beat-Club aus Bremen...
Mein erstes Konzert (Ihre Kinder), die erste selbstverdiente LP gekauft ("Paranoid")... Led Zeppelin und Jethro Tull waren angesagt... aber es gab auch Musik aus eigenen Landen... Kraftwerk und Guru Guru - irgendwie anders. Diese deutsche Musik machte Spaß, die Musiker waren greifbar... entweder wohnten sie in einer "Landkommune" (Stadtflucht war angesagt) im Nachbarort oder spielten alle drei Monate auf einem Festival der regionalen Kreissparkasse... wow ... welche Bandbreite tat sich da auf - Hörgewohnheiten wurden erweckt, oft auch erschreckt: Birth Control, Tangerine Dream, Xhol (Caravan), Hölderlin, Pell Mell, Epitaph, Can, Frumpy, Nine Days Wonder, Wind, Jeronimo, Message und und und... sie spielten alles an die Wand, was Rang und Namen hatte. Und plötzlich war sie da... die Krautrock-Szene!!!

Mit viel Begeisterung und Talent zum Improvisieren. Wer jemals ein Konzert von Tangerine Dream oder Kraftwerk in dieser Zeit miterlebt hat, weiß was ich mit Improvisation meine: falls die Band den Auftrittsort überhaupt gefunden hatte, dann fiel zu mindestens der Strom aus oder die Moogs ziepten und piepten, dass es in den Ohren weh tat. Aber schön war's trotzdem plötzlich "RUCKZUCK" aus den Boxen live zu hören. Die Industrie zeigte bis auf wenige Ausnahmen nur ein geringes Interesse. Die englische Musikpresse verhöhnten diese neuen Töne, als schöpferischen Ausdruck der KRAUTS. Erst als David Bowie und später Depeche Mode und Radiohead sich zu dieser Musik bekannten, begann der Umschwung. Urplötzlich waren Can und Kraftwerk Wegbereiter der modernen Musik.
Es gibt viele kleine Anekdoten dieser Zeit, die ich selbst erleben durfte. Begegnungen mit Musikern, Erlebnisse auf Konzerten, Diskussionen in Plattenläden, Artikeln in Zeitungen und Reportagen im Radio - eines Tages, spätestens wenn ich mich aufs Rentendasein eingestimmt habe, werde ich diese Geschichten niederschreiben.
Aber zurück zum Thema: Krautmusik definiert sich bei mir in der Zeit von 1969 bis maximal 1975. > danach wurde es gruselig... Jahre später ... die Neue Deutsche Welle... Helmut Kohl... M. Müller - Westernhagen... New Wave... Wind of Change <

Anfang der 70'er:
Die ersten "pseudo-wissenschaftlichen" Beiträge über Krautrock wurden veröffentlicht. Die Plattenindustrie beglückte uns mit seltsamen Samplern und kuriosen Coverfotos. Das sollte nun Krautrock sein. Ein Mischmasch aus bereits bewährten Bands und neuen Hoffnungsträgern. Aber für die, die es miterlebten war Krautrock einfach mehr... Es war ein Stück Bekenntnis zur Heimat -ohne missverstandenen Nationalstolz- aber auch Widerstand gegen den Soundmüll, der aus England und Amerika rüberschwappte. Keiner dieser (jedenfalls die meisten nicht) deutschen Bands brauchten das Stargehabe von Deep Purple und Co. Okay... die Scorpions holten es in den 90er locker nach.
Diese Musik analytisch zu sezieren wäre fatal und bringt wenig. Viele Krautrockartikel beschäftigen sich leider genau mit diesem Thema: die Suche nach Wurzeln... shitegal, der "Sound der Pilze" machte Spaß. "Ohren auf" war Trumpf. Für viele "Leidensgenossen" dieser Zeit war klar: Nie wieder Krieg! Also verweigern, ´ne 2 Literflasche Lambrusco, ab in den Partykeller und stundenlang "Hoodoo Man" hören und den Papst + den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Wer Krautrock hörte galt als progressiver Musikfan..., immer der Zeit um drei LP´s voraus. Singles waren verpönt:  Frumpy 2 in der halbrunden Plastiktasche, die Schaumstoffhülle von Nine Days Winder, das Jeans-Cover von Sonny Hennig & Co! Sie standen wie Trophäen ganz vorne im Plattenregal. Da wusste gleich jeder Besucher was die Zeit geschlagen hatte.
In diesen Tagen bzw. Jahren (70 -74) bewegte sich vieles in der Bundesrepublik, Baader-Meinhof, die Ölkrise -wie sollte man nun sonntags in die Lieblingsdisco kommen, trampen wenn keine Autos fahren ???- Deutschland wird Fußball-Weltmeister!!!
Die wenigsten Bands konnten von ihren erspielten Einnahmen leben, der Ford-Transit rostete gemütlich vor sich hin, die Isolierung der Boxen-Kabel bestand zu fast 50% aus Tesaband, die Geißelung der Plattenindustrie -produziert doch mal endlich einen Top Ten Hit- All dies machte es nicht unbedingt leichter kreativ und spontan zu bleiben. Achtungserfolge im Ausland waren da, im eigenen Land war man aber leider oft nur Lückenfüller und Anwärmer für die großen Acts.

AUTOBAHN
ein Welterfolg, aber auch der Anfang vom Ende !!!
Plötzlich war klar es geht: Kreativität und Chart-Erfolg gemeinsam auf 3 Minuten zu reduzieren, aber zu welchem Preis??? Verrat an der Krautfront? In das musikalische und strategische Konzept von Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben passte es, aber Mani Neumeier oder Renate Knaup-Krötenschwanz als Bravo-Starschnitt ... nein bitte nicht!!!

Ein Job als Studiomusiker winkte, mit einer regelmäßigen Geldeinnahme für die mittlerweile gegründete Familie oder doch endlich das Musik-Studium zu Ende bringen, ein kleiner Secondhand-Laden in der großen Stadt... es wurde eng. Das Geld der Plattenkäufer floss überall hin (nur nicht zu den Krautbands), die Radioeinsätze waren fast Null, die Gagen lächerlich im Vergleich zu den englischen Bands... Augen zu und durch... wer es sich leisten konnte... kaum einer konnte es!!!

IHRE KINDER - Berichterstattung im April 1970

Von der Last (k)einen Hit zu haben
Krautrock bedeutete für viele Zeitgenossen: ausgedehnte Einzeltracks und Musik, die nie im Radio gespielt wurden. Und so ganz von der Hand zu weisen, ist dies auch nicht. Ich beginne weit am Ende der Ära: Wallenstein landet mit "Charline" tatsächlich einen "relativen" Single-Hit. In der Szene distanzierte man sich von der Band. Vergessen das Wagnis von Wallenstein mit dem bedenklichen Titel Blitzkrieg auf den Markt zu gehen und die Bemühungen von Jürgen Dollase (heute ein anerkannter Restaurantkritiker und FAZ-Kolumnist), bei den Ko(s)mischen Kurieren Fuß zu fassen. Wallenstein kokettierte mit Charterfolg. Gewollt oder ungewollt..... kein Mensch konnte in der damaligen Szene einen Hit planen und so war auch sicher "Charline" eher fahrlässig als beabsichtigt.
Im Ohr klingt mir noch das Statement von Mani Neumeier: "niemals würde er Zeit in einem Studio verplempern, um eine Single aufzunehmen"... niemals! Kurz drauf erschien: "Samanthas Rabbit". Schweizer Humor!!! Ein Hit wurde die Auskopplung nicht, wobei eine gängige Version vom ELEKTROLURCH das Potential in die "Spass"Charts gehabt hätte. Somit bleibt für mich eigentlich wirklich nur "Archangel's Thunderbird" der Hit der Krautrockzeit im 7- inch Format.
Die Struktur für ein radiokompatibles Format hatten einige Titel dieser Zeit. Epitaph mit "London Town Girl" gehört sicher genauso dazu, wie Ex Ovo mit "Crazy Nature". Eins ist unbestreitbar, Krautrock hätte heute einen deutlich höheren Stellenwert, gäbe es ein paar typische Tracks, drei Minuten lang und zum "Mitpfeifen". Ob es ein Segen wäre, sei hier aber deutlich angezweifelt.
Lange Rede kurzer Sinn: Krautrock widersetzte sich kommerziellen Ansprüchen und das ist auch heute noch der Mythos, der sich um diese Musik schlängelt. Erhalten blieb dadurch der Freiraum, die Stücke zu komponieren und einzuspielen, ohne Rücksicht auf Zeitvorgaben. Notfalls, da auf eine LP-Seite keine 45 Minuten gingen, gab es eben Part 1 und Part 2. Aber was wäre aus der Krautrock-Bewegung geworden, hätte es schon damals die Medien Compactdisc, DVD und Internet gegeben? Eine Frage, die sich nur fiktiv beantworten lässt, ...sicher, der Kult käme dem um Porcupine Tree u.a. sehr nahe... und zwar zeitnah (!) und sicherlich auch profitabel. Ergo: Krautrock war in vielen musikalischen Aspekten seiner Zeit voraus, gleichwohl ungeeignet den Lebensunterhalt der Musiker und deren Umfeld dauerhaft zu sichern. Erlaubt muss hier der Blick auf die englische Prog-Rock Szene sein, die um einiges geschäftstüchtiger/ mainstreamiger war. Eine LP von einer deutschen Band kostete halt im ungünstigsten Falle 22 DM. Und Singles gab's eigentlich kaum. Ich wage hier einfach die Behauptung, dass Genesis (mit "Genesis Live") und King Crimson mit "Earthbound" (trotz miserabler Soundqualität) für 10 DM, nie den Erfolg in Deutschland später gehabt hätten, ohne diese 'Billig'-Scheiben (je 10 DM). Leider waren die kostengünstigen Krautrock-Sampler (Govi, Brain-Label, Mitten ins Ohr, Rapunzel...) nie unter dem Aspekt des "Kundenfangs" zusammengestellt worden. Vielmehr muteten sie nach einem Rechenschaftsbericht des jeweiligen Labels an. Der einzige Geniestreich blieb somit die LP: "SPIRIT ORGASZMUS" (Bellaphon) mit JERONIMO und CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL. Kein Sampler im eigentlichen Sinne, klar... aber die LP schaffte Aufmerksamkeit in den Plattenläden.
Galt denn der Blick nach England und den USA als verdammenswert.... nein!!! Legitim wäre es schon gewesen, sich den positiven Mechanismen der dortigen Produktionsfirmen (und ihren Möglichkeiten) und deren Marktstrategien zu "bedienen".
Als sich Frumpy  Klick für Photo in Atlantis umformierte, war die Chance da. Eine Band mit Supermusikern und die Stimme von Inga Rumpf. Sie hatten aus ihrer Krautphase ein eigenes Ding gezaubert. Selbstbewusst antwortete Inga auf die Frage eines Musik-Journalisten, wie denn nun ihre Musik einzustufen sei....? "Das ist Atlantis!!!" Genau, sie hatten nicht die Not, irgendwelche "Vorbilder" aus den USA zu bemühen. Sie waren Atlantis und gut! Die Musik-Welt stand ihnen offen, genutzt haben sie es leider nicht.
...demnächst mehr... 

u.a. geht es mit diesen Themen weiter:
Deutschrock - Udos Abstieg in den Sonderzug // Die Zeit der Reunions - Amon Düül II // Google und ebay lassen den Krautrock (wieder) -erblühen? // Burg Waldeck - Essener Songtage - Burg Herzberg // Plattenbörsen - der Marktwert deutscher Rockbands wird ermittelt // Soundtracks - eine gute Einnahmequelle? - Improved Sound Limited + Can // Releases on CD - NEU! und Co starten nochmal durch // Wo steht die Krautrock-Szene heute - Epitaph + Birth Control - die letzten Flaggschiffe? // R.i.P. - In Gedenken.

>> Dieser Artikel wird ständig ergänzt und überarbeitet - Nichts ist für die Ewigkeit bestimmt und ein Artikel über Krautrock schon gar nicht <<
guenther@krautrockseite.de im April 2008


 

Krautrockseite meets:-) Pink Floyd !

30-jan-06:
In der Buchhandlung Weiland im Mercado (Altona-Ottensen) stellt sich Nick Mason den Fragen von Peter Urban (NDR). Wenige Tage nach seinem 62.Geburtstag präsentiert sich der Schlagzeuger von Pink Floyd gut gelaunt und hochkonzentriert.
Mason berichtet über die Zeit mit Syd Barrett, den Aufnahmen in den Abbey Road Studios, der Tour mit Jimi Hendrix und viele andere erlebte Anekdoten aus dem Musikgeschäft. Nachzulesen in seinem Buch "Inside Out". 
Schnell wird klar, dass man eine Riesenportion Humor und noch mehr gute Nerven besitzen muss, um mit Leuten wie Syd, Roger Waters oder David Gilmour in einer Band spielen zu können. Nick besaß diese Notwendigkeit als Schlagzeuger von Pink Floyd.
Auf die Frage zu seinem Lieblingsalbum bzw. Track von Pink Floyd zögert er etwas. Offensichtlich wird aber trotzdem, dass es die Aufnahmen von "A Saucerful of Secrets" und "The Piper at the Gates of Dawn" sind.

" Inside Out "

 



Geduldig signiert Nick Mason Dutzender "Dark side of the moon" und "Wish you were here" Alben.


eine kleine Auswahl meiner Seiten
siehe auch sitemap

 

 [kraut] Vinyl + Cds

 Internationale Favoriten

 Rar und gefunden!

 Live in Concert

Kraut-Tonträger Jethro Tull. Fischer Z, R.E.M., Kate Bush Seltenes und Ausgefallenes Live-Aufnahmen

 

 persönliche Top 5 :-) Das UNDERGROUND
in Muffendorf (1969-75)
 Deutsche Pop Festivals 1970 - 72
 
 große Photogalerie

Tipps.. Tipps...

"Das Pop Mekka der BRD" zu den Festivals am "Eck" 1970 -72
 Rockspektakel '93 / Joal Winterkrieg & Co  für 25 DM zu Pink Floyd :-)

Joal on Stage

Bands um Helmut Krieg + Jürgen Winter

alte Tickets


 

zur Xhol (Caravan) Seite

Reinhard verstarb unerwartet im Januar 2007.
Für viele Freunde aus der Musikszene ein
schmerzliches Abschiednehmen. 
Seine einmalige Seite zu
Xhol Caravan
lebt weiter.
R.I.P.



Diese Website enthält Javascript und ist optimiert für Internet Explorer ab Version 4 und eine Bildschirmauflösung von 1024 x 768 Pixel.


Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Siehe auch Impressum. Alle Bildrechte: gk-films.de / raindrugs - 2007

nach oben