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Mitte der 90'er wurde das Avantgarde Festival von Carina Varain und Jean-Herve Peron ins Leben gerufen. Es findet seitdem jährlich auf dem Hof der Familie Peron im ruhigen beschaulichen Schiphorst in Schleswig Holstein statt.
Die drei Tage stehen für Begegnungen zwischen "Machern" und Freunde experimenteller Töne und Aufführungen. Das Schiphorst über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen und Stellenwert besitzt, zeigt sich beim Publikum. Aus ganz Europa, Japan - selbst Südamerika - sind die Besucher extra für dieses Avantgarde-Wochenende angereist.
Vieles provoziert und fordert das Publikum. Für Musiker mit Security Allüren ist dieser Ort sicher ein Grauen. Der Backstage-Bereich befindet sich im hinteren Garten: einfach durch die Scheune und dann in die kleine Zeltstadt. Diese ist heute fest in skandinavischer Hand. Die (kalte) Dusche ist gleich links - warme Dusche im Durchgang zwischen Scheune und Wohnhaus.
Hier wird mal schnell die Werkbank mit Schraubstock zum Verkauftresen für CD's umfunktioniert. Improvisation überall: vor und auf den Bühnen.
Die Familie von Jean Herve, Freunde und Nachbarn sind voll in das bunte Treiben des Festivals eingebunden. Jeder Act wird von JHP mit gebührenden Respekt und viel Hintergrundwissen angekündet. Tagsüber ist der schwarze Anzug angesagt, der graue Overall ist für den Abend mit
Faust reserviert.
Mit einem Funkmikro ausgestattet, schlendert er zwanglos, aber hochkonzentriert durch das Publikum. Irgendwo muss immer noch 'was organisiert werden, da fehlt ein Kabel, woanders der Ablaufplan. Trotzdem hält er noch einen achtsamen Blick auf die kleine Enkeltochter und die Hunde.

Das Programm ist abwechslungsreich und erstaunlich "rockig".
Der erwartete innere Protest: "
das versteht doch kein Mensch" bleibt aus.

Für einen "normalen" Zuhörer lassen sich bei
Amniat angenehm raue und klare Strukturen feststellen. Die schroffen Melodien verbünden sich mit den Werken von Rage Against the Machine bzw. Nirvana.

Black Carrot (aus Manchester) verarbeiteten Jazz mit New Wave + düsteren Themen: eine Mischung die gefällt und beim Publikum sehr gut ankommt.

Electrix Garden (feat. Geoff Leigh) erinnert an eine psychedelische Reise mit einem Free-Jazzer im Cockpit - wohlwollend abgefahren!

Neben den Live Acts, bereichern Kurzfilme + Installationen den Spielplan - bis hin zu einer Vorführung mit Samba und brasilianischer Kampfkunst.

In den Pausen beschallt die Komposition von
Wolfgang Röttger "Morgen wurde" den Hof. Diese Einspielung erlaubt Parallelen zu den frühen Aufnahmen von Tangerine Dream (Electronic Meditation) + Ash Ra Tempel (Schwingungen). Angeblich wurde sie aus den Kofferräumen von sechs Autos welturaufgeführt!

Bei einbrechender Dunkelheit gestalten
Faust mit einer vertraut-provokanten Performance den Samstagabend. Auf der Bühne mit dabei: Geraldine Swayne (die als Malerin, Filmemacherin und Musikerin wirkt).

Weitere Höhepunkte an diesem Juli-Wochenende waren:
Nurse With Wound und Dach (mit Ana-Maria Avram + Iancu Dumitrescu).

Schiphorst ist und bleibt das Festival in Deutschland für Visionen und Begegnungen. Auch für einen "Nichtavantgardisten" gibt es viel zu entdecken und positiv neuen Hör- und Sehgewohnheiten nachzukommen.
[gk!]

Faust am Tag

     

signs

downstairs

Black Carrot Amniat

Sambarellas & Capoeira

impressions

upstairs
Electrix Garden: Gugu Flux/ Bjoern Omt/ (Geoff Leigh)/ Ken Matsutani

 

krautrock

  

backstage

Faust am Abend

Faust:
James Johnston - James Hodson - Jean-Herve Peron - Werner "Zappi"  Diermaier - Geraldine Swayne - Uwe Bastiansen
 

© guenther@krautrockseite 2008
siehe auch: Faust im Hafenklang 2007