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Wishbone Ash - Fabrik / Hamburg Jan. 2008

Der Kandier David Gogo eröffnet mit seiner 3 Mann-Combo den Abend mit gängigem Blues & Rock Songs - perfekt, flockig + locker vorgetragen und schon tausendfach gehört. Zeitweise erinnert der Sound angenehm an ZZ Top

     
Es ist Januar - Hamburg Altona - Fabrik: Die Flying V's sind angerichetet. Zwangsläufig führt es Wishbone Ash auch 2008 wieder in die Hansestadt. Vor einem Jahr wurde hier die vielbeachtete Live CD bzw. DVD Live in Hamburg aufgenommen. Mit diesem Bonus gelingt es auch dieses Jahr die Fabrik zu füllen.
Wishbone Ash spielen in der Formation:
Andy Powell (git, voc) Joe Crabtree (dr) Bob Skeat (b) Muddy Manninen (git)
Eine typisch britische Band, nett-adrett ohne abgehoben zu wirken.
Pauschal repräsentiert das Publikum eine Ü50-Party. Einer hat es tatsächlich riskiert seine beiden Kids mitzuschleppen. Diese schauen etwas frustriert und fassungslos in den Saal. So viele ältere Herrschaften hatten sie wohl zuletzt auf der Beerdigung von "Oma" gesehen.

Vor 38 Jahren gegründet, tourt die Band um Ur-Mitglied A.Powell beharrlich im Rahmen ihrer Eternity Tour durch die Weltgeschichte.

Real Guitars Have Wings kann starten. Mit den verlässlichen Songs aus dem Argus Album und mit einem Mix älterer (u.a. Living Proof) und neuerer (In Crisis) Stücke gestaltet die Band das Konzert. Argus war ihr 3. Album (1972) und platzierte sich als "The Best British Album of the Year" beim Melody Maker. Heute gewährleistet es für A. Powell eine funktionierende Alterversorgung.
Die neuen Stücken wirken erschreckend mainstreamig. Allerdings wartet eh jeder auf The King will come, Throw down the sword und Warrior. Keine Panik, der Meister" Powell spielt was das Volk begehrt. Der "Rest" bleibt Füllmaterial, perfekt vorgetragen nur ziemlich langweilig halt.
Neben Andy Powell (git, voc) wirken die anderen Musiker unauffällig, Joe Crabtree (dr) zeigt beim Drumsolo seine Kunst und in Kombination mit Bob Skeat (b) eine gute Basis für den typischen "Schwebe-Sound." Muddy Manninen hat es natürlich als "später" Ted Turner Nachfolger verdammt schwer.
Die Light- + Video-Präsentation wirkt mit ihren banalen Einblendungen schon etwas peinlich; weniger wäre da mehr gewesen. Der klare Sound und endlich mal gute Luft in der ehrwürdigen Fabrik-Halle (das Nichtrauchen in öffentlichen Räumen zeigt angenehme Folgen) entschädigt jedoch für die hilflose Lichtorgie. Nach gut 90 Minuten landet der Phoenix routiniert und zielsicher - immer noch ihr stärkster Song.
Eine defekte Flying V ("..ein amerik. Modell" - lt. Andy - er ist halt Brite*g*) + Blowin' Free beenden den Zugabenteil - viele werden sicherlich auch nächstes Jahr wieder da sein. Halt eine liebgewonnene Tradition, mehr leider nicht (mehr).

Mit zwei persönlichen Plektren und den guten Wünschen von Andy werde ich mir wohl jetzt endlich eine "V" zulegen und The King will come üben*g*

©Photos: guenther@krautrockseite 2008