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Starlet des Krautrock ? - Uschi Obermaier wird 60

 

Zwischen APO und Coca-Cola

24.9.46 - Uschi Obermaier wird in München geboren. Fast exakt 22 Jahre später lernt sie Rainer Langhans von der Kommune 1 aus Berlin, bei den Essener Songtagen (Veranstalter R.U. Kaiser) in der Grugahalle kennen.
Uschi war im Schlepptau von Amon Düül zu diesem wohl wegweisenden Ereignis (für den Krautrock) gereist. Außer den Düüls traten hier weitere Größen, der noch frischen deutschen Rockszene auf: Guru Guru, Tangerine Dream + Soul Caravan. Höhepunkt des 5-tägigen Festivals war sicherlich die Performance von Frank Zappa & the Mothers of Invention.

Seit diesen Tagen waren U. Obermaier und R. Langhans ein Paar und fortan Objekt der Regenbogenpresse und deren Objektive; Stichwort: Rock-Groupie meets APO.

Uschi strahlte leichtbekleidet in jede Kamera und umgab sich mit den schillernden Personen des Rock-Business (Mick Jagger + Jimi Hendrix). Langhans artikulierte wirres Zeug zur politischen Lage der Nation. Jedes noch so dumpfe Geschwafel der beiden, wurde als eine politische Aussage einer ganzen Generation in den Medien verkündet.


Kleiner Gedankensprung...
Es sollten die unruhigsten Jahre in der noch vergleichsweise jungen Republik werden. Terroristische Anschläge waren fast an der Tagesordnung; die Demokratie wurde einer ernsthaften Prüfung unterzogen.
Genau in dieser Zeit sollte der Krautrock seine kreativste Phasen () haben. Allerdings Texte und politische Positionen (z.B. durch Grafiken auf dem Plattencover) durchliefen einige "Filter" mehr, als in anderen Ländern. Dafür sorgte schon die heimische Plattenindustrie.
Wer sich kritisch zu den damaligen Verhältnissen in der "BRD" äußerte, war schnell in den Verruf des Sympathisanten geraten. Kein Klima um entspannt Musik zu machen. Auch wenn es wie ein wiederholtes in Schutz nehmen für den Krautrock ausschaut, einfach hatten es die Jungs wirklich nicht.
Dabei hatten John Lennon und Yoko Ono es so schön vorgelebt. Wenig Aussage ("Make love, not war!") und trotzdem einen Riesen-Medienrummel.

Ihnen (den Krautrockern) blieb also wirklich nur die Musik. Mediale Unterstützung gab es kaum. 1972 tauchte Manuel Göttsching mit seiner "Rosi" auf. Rosemarie Müller war auch ein ehemaliges Fotomodell und bewegte sich im privaten und musikalischen Dunstkreis des Ash Ra - Chefs Göttsching. Für das notwendige (vermarktungstechnische) Interesse sorgte Rosi aber auch nicht.


 

 

 

Resultat der "Krautrock-Ära": viel Chaos - wenig Glanz und Glitter.
Krautrock musste ohne Ikonen und Glamour auskommen - übertragen formuliert: ein geschlechtsloses Wesen ohne Ecken und Kanten. Es war einfach da. Vielleicht erklären sich daher auch Bands wie
Neu! oder Cluster.

"Sich bekennen" war heikel - Vorbilder (sollte) es keine geben. Identifikation mit dem Mutterland - Fehlanzeige. Die Vorzeigemusiker waren wortkarge Individualisten, konzentriert auf ihre elektronischen Gerätschaften - zurückgezogen ohne Lust auf Kommerz.

Zurück zu Uschi Obermaier; sie war mittlerweile zum *Sternchen* der Popszene aufgestiegen: Titelbild hier, Filmrolle dort.
1973 hatte sie sich in Dieter Bockhorn verliebt. Mit ihm durchreiste sie die Kontinente. Bockhorn verunglückte 1984 tödlich.
Heute lebt Uschi in der Nähe von
Los Angeles und fertig Modeschmuck an. Langhans läuft weiterhin seiner Zeit "hinterher".

Für die Krautrock-Szene hatten Uschi und Rosi die gleiche Bedeutung wie Daisy Duck für den Rock *n Roll
..... nämlich keine.
(guenther- aug '06)

Uschi mit )