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"Das Problem mit Rock'n'Roll ist die Zeit dazwischen.
Was macht man
mit dem ganzen Adrenalin zwischen den Auftritten..."
(Robert Crash)
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:: The Roots ::
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1961/
62 - Robert:
>>
Kurfürst-Salentin-Gymnasium
Andernach
- humanistisches, aber wenig humanes Jedöns mit Latein ab Sexta. Habe
relativ früh abgeschaltet, unter der Bank getrommelt, während die
anderen sich mit Julius Caesar quälten.
Die besten meiner Kameraden hatten die frühen Elvis Scheiben, Little
Richard, Chuck, Eddie, die anderen Wilden und Jazz/ Bebob mit Charlie
Parker, Coltrane, Davis & Dizzy, sowie Gene Krupa
(Mr. Dschungel
Beat), der das Schlagzeug überhaupt erst mal richtig einlotete. [Krupa
beeinflusste ganz entscheidend den Who - Drummer Keith Moon]
Eine Instrumental Rarität landete in meinen Händen: The
Sunsets
(später mit Sänger Grant
Tracy).
Auf dem Vinyl war mehr Info drauf, als 10 Lehrer einem in x-Jahren
einflüstern konnten. <<
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1962:
Sonderzug von Andernach nach Remagen zum Schulausflug ins Waldburg Cafe.
Robert: >>
Lautsprecher in jedem Waggon, Mikrofon jeweils oben an der Decke,
musste nur runtergezogen werden für den jeweiligen Typ mit der größten
Klappe. Die Fahrt von Andernach nach Remagen ist nicht besonders lang,
also gings gleich zur Sache. Wie gesagt, ich hatte nichts geplant aber
konnte den Text von Let's
Twist Again.
"Ej, Robet, maach doch emal aleene!" sagt ein Typ. Gut, mir
muss die RocknRoll Potenz auf der Stirn gestanden haben, es gab
ansonsten nix in meinem Leben, das damals irgendwelchen Sinn gemacht hätte.
Jemand reicht mir eine Gitarre, Mikro runter. Jemand sagt an: "Achtung,
Achtung...!!!" (während der Zug seinen eigenen Groove ratt ratt...
ratt ratt.. ratt
rattert)
Ich machte meine Nummer und ich dachte ich sei im Remagen-Express auf
Wolke 9.9! Die Lehrer gaben
mir merkwürdige Blicke: Am Schulausflugstag war jedoch Toleranz angesagt.
Wie erwähnt, wir waren 1962 noch nicht komplett entnazifiziert und ich
hatte soeben "Negermusik" gemacht
<<
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The Jetblacks
1963/ 64 >>
Nachdem ich The
Chaperons
(aus Schottland) '61/62
in der Remagener
Rheinterrasse
gesehen hatte, ging's dramatisch ab nach vorne und wir begannen die Jetblacks
zu formieren. Um Talent, Songs, Anlage, Gigs, Logistik etc. zu
koordinieren, dauerte es noch bis '63, um endlich die Katze aus dem Sack
lassen zu können.
Ich formierte zusammen mit H.J.
Kühnel,
Bernd Berger
(rg), Zeki
aus der Türkei (dr) die erste Variante der JB's. Bernd sprang dann ab (um
dann später bei den Thunderbirds als Drummer zurückzukehren) und Rüdiger
Böhm
(rg) [siehe auch Foto - im
"Adler" in Linz 1964 - Click für Zoom auf das Foto]
kam rein, mitsamt stets Kragenstäbchen als Plektrum. Zeki war bereits ein erfahrener
professioneller Barmusik-Drummer gewesen und ich musste so gelegentlich um etwas mehr Härte im Ankitzeln der Felle bitten. Diese waren im
Übrigen noch Naturfelle bei eierförmiger Bassdrum.
Material
von Ray
Charles,
Jerry Lee
Lewis,
Little Richard
usw
Songs wie Whatd I Say/Whole Lotta Shakin Going On/ Good Golly
Miss Molly
und
das Publikum tobte...
Kurz darauf sollte ich von den Thunderbirds
entführt werden... <<
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The Thunderbirds
Robert
Crash (g + voc)
Herbert
Moizisch (g + voc) H.G. Kühnel (b) Helmut Hoffmann (voc) Peter Müller
(dr)
zweite
Besetzung:
Robert
Crash (g + voc) Herbert
Moizisch (g + voc) Heribert Müller (b) Bernd Berger (dr)
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Peter Müller | Robert Crash
| Herbert Moizisch
| H.G. Kühnel
| Helmut Hoffmann
(1964)
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Das Foto oben zeigt die zweite Formation der Thunderbirds. Kurz darauf feuerten
wir Helmut wegen extremer Arroganz gegenüber der Band (kam nicht zu den
Proben), Peter Müller, eine tolle irre Type, aber wir mussten uns
musikalisch weiterentwickeln, H.G. Kühnel tauschte die Band gegen sein
Abi ein. Zwei neue Leute wurden reingeschleust und ab 1965/
66
ging's richtig los mit R&B. Vorübergehend managte uns Jürgen
Klauke.
Er war wohl voll auf das Yardbirds Material abgefahren.
Herbert Moizisch war der Leadsänger der Truppe mit 93% der Titel. Ich
selbst habe die ganz harten Sachen gebrüllt I'm
down
etc., sowie die "Eigenkompositionen". Herbert und ich suchten
uns Inspirationen aus erster Quelle in Glasgow
&
London. Danach kam die Bluesharp rein.
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The
Thunderbirds [Click
auf's Photo o.l.]
an der Rheinpromenade in Remagen, während einer Pause
zwischen den Shows im gegenüberliegenden Beatclub "River
Cavern" - 1966.
v.l.n.r. Heribert Müller
(b), Robert Crash, Herbert Moizisch, Bernd Berger
(dr)
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Auftritte
in der Harmonie/
Kruft
>>
Irgendwann gab's mal Zoff zwischen den Parteien. Wir hatten uns ein
paar Freiheiten erlaubt und die Hotelzimmer wüst hinterlassen (gehört
mit zum Geschäft). Sonntagmittags wollten wir in dem Schuppen neue Songs
proben - vor dem Auftritt ab 16 Uhr, jedoch Lothar
& sein Daddy
(die Inhaber) führten Einspruch. Also führten wir Einspruch. Abends um
22 Uhr, als der Laden brechend voll war,
hörten wir einfach auf zu spielen. Hochspannung, von Harmonie keine Rede
mehr! Die Polizei schritt ein.
Wir sahen Lothar's Vater (ehemaliger Panzergrenadier) vor Gericht wieder,
da er uns für diesen Tag nicht ausbezahlen wollte. Der Richter entschied:
50/50.
Wie einfach war die Welt doch damals. Da wir 'ne gute Zugnummer bei
Monschau waren, stand kurz darauf auf den Plakaten : "The
Thunderbirds - zurück nach erfolgreicher England Tournee!"
Die Harmoniebesitzer waren stets smarte Geschäftsleute gewesen! <<
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Die Thunderbirds gastierten ebenso im "Hille Bille" in Weißenthurm,
in der
"Blauen Grotte" (Mayen)
oder im "Piccadilly" in
Bonn, wo sie im
45-minütigen Wechsel mit den legendären Monks
(Gelnhausen)
auftraten.
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Hille Bille
war Hille Bille, Kaliber für sich! Ich hab' noch den Geruch der
Currywurstbude in der Nase. Das Ding war direkt vor dem Eingang geparkt.
Dann rein in den Schuppen. Links sofort die Theke, immer knallig belegt.
Der Wirt stets voll am Ball. Geldgeil aber fair. Es gab nie besondere
Probleme. Partytime non-stop - bis zum Umfallen. Wir spielten Monate, Monate da. Über Karneval bis zu 30 Std. (3
Tage hintereinander) auf den Brettern. You really got
me!
Hille Bille, war'n
echter Beatschuppen und von allen Clubs habe ich hier die klarsten
Erinnerungen. Der andere war das Piccadilly
(Bonn), wahrscheinlich auch wegen
der unzähligen Strippermädchen. Dem Piccadilly-Besitzer
gehörten praktisch alle Stripläden in Bonn.
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Im Sound wurden wir nun immer härter (1966/67). Die Pretty
Things
hatten ihre Spuren hinterlassen und Jimi
Hendrix
kam über die Piratenstationen in der Nordsee rein wie ein Tornado. Danach
war die Welt nicht mehr dieselbe und die Beatmusik wurde transformiert!
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Die
späten 60er: "Auf der
Photokina 1968
hatte ich ein Selbstportrait im
Großformat ausgestellt. Schwarz weiß. Das Bild war im grünen Kölner
Stadtwald mitten auf einer Betonfläche entstanden. Zwei Stühle. Ein
Dummy,
also Mannequin (Puppe), vorher noch durch die City gekurvt, hielt sich
etwas im Hintergrund auf. Auf dem Foto saß ich vorne auf dem Beton genau
zwischen den Stühlen und blickte sehr ernst in die Kamera. Mehr fiel mir
nicht mehr ein!"
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"Wenn
irgendeine Epoche überfällig ist, kann man in der Kunst, im Geräusch
oder der Musik oft nur mit radikalen Mitteln ran. Dazu muss man sich aber
bereits vorher selbst radikalisiert haben."
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Germany
und raus!
Radikal war auch die Bundeswehr. Per Gesetz nahm sie sich die Freiheit -
nachdem man spätestens ab 1955 wieder mutig genug gewesen war, die große
Klappe aufzureißen - jungen Männern ab 18 den Stempel "wehrpflichtig"
aufzudrücken. 18 Monate Wehrdienst in der Realität riss nicht nur Tausende
stramme Beatbands auseinander, sondern bestimmte das Schicksal von
Millionen Kerlchen im zarten hormongeprägten Teen-Age. 18 Monate Gehirnwäsche
genügen um Kunden für's Leben haben: Autoritätsgläubig,
Paranoia-infiltriert, manipuliert, angepasst! Drill für's Unterbewusstsein
unter Betäubung. Der Patient bekommt von dieser Hypnose am besten
garnichts mit oder schwebt dahin im "Something is happening but I don't
know what is is"!
Einmal in diesen Status eingefroren, kann der Patient sich nicht mehr
wehren und bleibt vollkommen berechenbar.
Dann kommen die Medien und die Gehirnamputation wird vollendet.
Kommunismus out - Terrorismus in! Terrorismus out - Umwelt in! Umwelt out
- UFOs in! In jedem Falle wird der Patient zur Kasse geschleppt! Der
Soldat stellt sich für ein Taschengeld mit seiner Brust bei Wind und
Wetter vorne an die
Front. Schonmal aus Tradition!
Begrenzt sexy. Die Armeetypen nervten mich bereits mit ihren
automatisierten Forderungen und stellten mir Beinchen auf der "Highway,
'Lowway,
anyway No Way!!!" Festnahmen im Hotel X, am Flughafen Y (z.B.
Düsseldorf). Moskitos in Khaki, Feldjäger, unterstützt von der Polizei.
Ich sah nur noch Camouflage. Davon konnte man lernen! Ex-Jetblacks Mann R.
Böhm übermittelte mir als Jurastudent Informationen über meine "Rechte".
Ein
ehemaliger Schulfreund aus den ganz frühen Klassen war mittlerweile
Polizist geworden und gab mir freundlicherweise am Telefon aus der Mitte
des Wespennestes Informationen über meinen momentanen Status. Robert, es
ist "positiv"! >Positiv für wen, bitte? Fahndungsliste?<
"Ja"! Daraufhin positiv ab nach London! Zwischenstop bei einem
Fotografenfreund in Leuven/
Belgien (1970) - ich war in Spezialstimmung, wohl etwas moody Die
Idee war, erstmal meinen deutschen Pass zu verbrennen! Was hatte ich mit
Schaustellern zu tun wie Strauß & Co. (nicht Strauss/Levis Company)
und irgendeiner Partei beim Maskenball in Bonn - korruptes Rattenpack!
Atomschutzbunker in der Eifel bereits mit edlen Weinen bestückt!
Wer von denen stimmt mir die E-Saite, wenn es drauf ankommt!!! "Burn,
baby, Burn!" Alte Brücken abgebrannt! Hallo London Bridge!
Hallo George Washington Bridge/New York! Hallo Freeway Bridges von Los
Angeles. Hallo Bridges Intercontinental und - nagelneuer Reisepass!
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Robert: >>
Nach
5 Monaten im mexikanischen Dschungel und auf den rhythmischen Inseln der
Karibik bei Zwischenstops in
den Reggae Studios von Kingston, Jamaika, war mir klar: Nächste
Rock'n'Roll Show: New York
City. New York war kulturell dermaßen bunt,
dass ich somit selbst eine kubanische Salsa Band hätte starten können.
Aber nein!
Andere machten das viel besser. Dieser Rhythmus hatte mich jedoch schon
immer elektrisiert. Damals schon Perez Prado. Anstelledessen grabschte ich
mich bei meinen eigenen "Roots" und ließ die wie eine Wünschelrute durch
die Stadt gleiten. Es gab ungeheure musikalische Talente, links und rechts
und oben drüber - viele Bewegungen strandeten jedoch meist wegen
fehlender organisatorischer Komponente und ohne die ging's nicht
entwickelte eine vorübergehende No Drugs/ No Booze Situation um mich
wieder einmal auf meine ureigene Überholspur zu platzieren, keine Geduld!
Ich konnte nicht 3 Jahre hier rumorgeln und proben. Erster Song: Rip
Off City!
In der Village krochen die entdunsteten Hippieleichen rum. David Peel
von "David Peel and the Lower
Eastside" schrammelte am Washington Square Legalize
Marihuana
(später sollte er meine Band mieten... wollen) und
erzählte, John Lennon und Yoko O. seien seine Kumpels.
Es liefen gelegentlich noch ein paar echte Beats hier rum (Beatniks).
Ein Hauch von Bob Dylan und Folkie Music schwebte noch über der West
Village, während sich in der East Village ein etwas anderes Gebräu
zusammenzog. Der Vietnam Krieg hatte Amerikas Traum vorläufig zerrissen.
Ein unterbrochener Alptraum kann gelegentlich auch mal für was nützlich
sein! Drogen waren im Zentrum jeder Hausfrau. Taxi
Driver von Scorsese
reflektierte schon eher diese neue Realität! Mein Kamerad Brian Dean
bekam eine Rolle darin als Besoffener gegen den Laternenpfahl lehnend. Er
brauchte erst gar nicht zu mimen. Brian war der totale Rock'n'Roller mit
allen Finessen, flog dann die Treppe runter und lag anschließend in Gips,
während einen Steinwurf entfernt die 109. Folge von Kojak gedreht wurde:
2nd Avenue/East 9th Street. Nachts ließen wir die Jukeboxen hier im
polnischen Viertel aufheulen. Thin Lizzy: The Boys are back in Town!
Rebel Rebel (David Bowie)! Zwei Rock'n'Roll Ameisen in der großen Stadt.
Ansonsten war alles so wie bei Charles
Bukowski, den ich kurz vorher noch
völlig besoffen in einem Blumenbeet in Riverside, California
kennengelernt hatte. Charlie, my Dear
Kurz bevor dann Jimmy Carter zum nächsten Präsidenten gewählt werden
sollte, gab's die typischen Rundfragen. In einem Interview hatte ich
nur ein Wort parat: "Rock'n'Roll". Wiederhole: "Rock'n'Roll".
Es war einfach alles verfranst in der Western World, die Resultate der
Lügen der 60's lagen überall auf der Straße, zwischenzeitlich wollten
die Leute jedoch so bekloppt bleiben wie vorher! Die allgemeine
Aufbruchstimmung der 60's war voll gegen die Wand gerannt und hatte sich
mittlerweile desillusioniert. Ich hatte einiges aufzuholen. Nachts hing
ich in den Jazzclubs rum, sah Charles
Mingus, sah Musiker, die mit an der
Erfindung des Jazz beteiligt gewesen waren
Last Exit - New York City!
New York
die letzten "Snippets" kulturellen amerikanischen Geschehens
der ersten Jahrhunderthälfte nochmal schnell zu erfassen.. und diese
flutschten nun durch die Hände um dann nie wieder zurückzukehren
Für 5 Dollar von der Strasse in die Clubs und Zeuge von Albert Einstein
am Saxofon zu sein (sozusagen). Only in New York! Ich wurde süchtig auf
New York. Und die Stadt war ein Vampir. Dazwischen bewegten sich die
Halbausgesaugten und machten einfach ihr Ding. Wie Jimi Hendrix einst
1965! Ich wurde zu Crashimi, allerdings mit* Gitarre, während Jimi's
Gitarre damals meist im Pfandhaus hing.
Das konnte man aber den deutschen Schlafmützen nicht vermitteln, die ich
mal zwischendurch in Köln (per angesagter Musikzeitschrift) instruieren
wollte, wo die Musikadern eigentlich lagen. Nicht im Wohnzimmer, sondern
in der Gosse und den abgetakelten Hotels
da draußen! Billie Holiday. Und im Süden der USA wurden derzeit immer
noch Schwarze an den Bäumen aufgehängt ("Strange Fruit").
Von dort landete die Musik dann akkumuliert in Chicago oder New York!
Der Ausdruck der Beat & Rhythm & Blues Bands hatte sich hieran
orientiert und jetzt war die Dekadenz der 70's etabliert. Punk lotete
den ganzen Kram dann frisch ein /cutting through the crap/ und für eine
Sekunde beleuchtete Punk einfach alles: Die Künste (und deren Macher),
die Designer, die Medien ohnehin. Die Bourgeoisie erschrak sich sowie der
Bürgermeister. I could not have cared less.! Dann wurde alles zur Farce
und wenn ich heute einen "Irokesen/ Mohikaner" rumlaufen sehe, kassiere
ich sofort meine Tantiemen!
Wo starte ich die erste Band? Mitten in einem
drogenverseuchten Gebiet voller Junkies, die nachts in unser Studio
einbrechen wollten: Essex/ Delancy > Lower Manhattan. Unser 18
jähriger Philipino Drummer hatte stets sein Paralyzer Spray parat (Mace =
Pfefferspray). Die Band hieß Cold
Fever mit zwei Mädchen on Vocals.
Die Pressefotos machten wir unten in der Straße. Als ich mich hier auf
eine Mülltonne setzte, kam gleich ein Typ rüber und sagte "cool it man"
was
er meinte: "Ich habe in der Tonne meine Dealerdrogen versteckt"
Die
Bullen fuhren durchs Viertel mit Videokameras um die Dopemasters zu
magnetisieren. Diese drehten sich einfach lässig mit dem Kopf zur Wand
drüben
an der Ecke gab's in einem Laden Sandwichs Cubano.
Ich trieb die Band zunächst zum Exzess, agierte, als sei der Teufel
hinter mir her. Kein Wunder: Mein Visa lief spätestens nach 3 Monaten
aus.
Der Status war "Tourist". Was kriegt ein Tourist in NY in drei Monaten auf
die Reihe: A) 'Ne Neue Band. B) Auftritt at CBGB's. Zwischendurch mal kurz
nach Europa und wieder zurück für weitere
3 Monate ins Kakerlaken Hotel, Washington Square. Das eine Girl mit der
ganz tollen Stimme kam immer zu spät aber dafür regelmäßig mit einem
blauen Auge zu den Proben. Ihr Boyfriend!
Dann holten wir einen Sänger rein.
Cold Fever -
Version 2. Der war sehr gut
aber nicht Cutting Edge, dem war's wohl einfach zu gut gegangen auf den
Golfplätzen da draußen in Westchester, Long Island. In der Zwischenzeit
schwappte aus London einiges rüber ins Clubland und mischte sich mit dem
Post-Zeitgeist von Velvet
Underground und Stooges. Plötzlich flog ein
(optisch) kurzsichtiger Stiv Bators von The Dead Boys von der Bühne in
die von Hamburgers, Catch Up und French Fries beladenen Tische. Der erste
US Gig of The Damned
- wo sonst als im CBGB's
Dr. Feelgood
mit British
R&B Sleaze, Patti Smith
mit Echos von William S. Borroughs,
One-Two-Three-Four, The Ramones,
Television,
Blondie, und darkest
Brooklyn.. here we come
Suicide
(Johnny Teardrop) und ein paar mehr.
Brooklyn ist der Charles Manson aller westlichen Geschwüre. Hatte eine
Schwäche dafür entwickelt.
Kannst Du aber nicht zu lange dort bleiben
eher wie der Arzt im weißen
Kittel mal durchhuschen, Patienten behandeln, dann wieder raus, get it?
In Manhattan hing ich rum mit Deborah
Harry's
ex Playmates/ Playgirls
The Stilettoes
das waren alles Leute, die waren in Manhattan geboren und
hatten Manhattan in ihrem Leben bis dato kein einziges mal verlassen. So 'was
machte mich unruhig. Ich hatte noch den tiefen Reggae Groove im Blut von
Kingston und dem Sandstrand von Montego Bay vor ein paar Monaten bei
Rum & Coconut. Ich war vollkommen ruhelos. New York war fantastisch
und New York wurde mir plötzlich zu klein. Ich musste weiter
.
Next stop London: Für die nächsten 6 Monate der h-i-p-s-t-e Platz auf
dieser Erde.
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NYC:
8th Avenue/ 23rd Street
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[^
Click für Zoom ^]
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:: The
Punk Years ::
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Robert:
>>
Nach dem Beatboom kam praktisch die nächste Generation ans Ruder... die,
die bereits nicht mehr in den Trümmern des 2 Weltkrieges gespielt hatte,
vielleicht fünf Jahre Abstand - und das machte 'ne Menge aus. Waren schon
verzogener und konnten locker durch
die Türen gehen, die ihre Vorgänger vor kurzem gerade
noch eingetreten hatten. Deutschland: Mittlerweile waren die Engländer
und Amerikaner mit internationalen Pop-Produktionen so weit voraus - das
ließ sich nie mehr einholen! Nach dem Entschluss von Popabtrünnigen,
erst gar nicht zu versuchen, diesen Popbetrieben nachzuhecheln, konnte man
die Derivate der 60's...den an den Wänden klebenden Pulp (Brei) über
Jimi Hendrix gefiltert nochmals derart 'strecken', dass endlose Soli zum
legitimen Tagesgeschäft wurden. Es gab auch niemanden mehr der Stop!
sagte (Das Cruz der Avantgarde!). Es gab jedoch jede Menge toller
Statements zwischendurch und German Soul konnte sich projizieren. Dann
erschienen noch die Virtuosen und spielten teilweise über die Köpfe der
Leute hinweg, der Dope tat den Rest.
Irgendwann wusste niemand mehr, worum es eigentlich noch ging. Es wurde
allerdings gut konsumiert, das Syndrom der 70's. Punk kam dann wie Ajax! In
den 70s wurde durch Iggy
Pop and the Stooges,
MC5
(Detroit Sound), Alice
Cooper,
Lou Reed,
David Bowie,
The New York
Dolls
die Lunte für Punk Rock gelegt. [Roxy Music saßen bereits im 21.
Stockwerk in der Lounge und machtens auf ihre ART-Art].
Dazu kam das politische &
wirtschaftliche Klima von New York und England (bankrott!). Die Superbands
dudelten noch durch die Stadien aber der Bezug zur Straße vor der Nase
war weg. Die Bands waren dem Publikum per Gewinnstreben entrückt worden.
Und die Bandmitglieder entrückten sich auch häufig selber. Ich sah The
Tubes
in NY & Kalifornien '76 und das Punk Szenario war hier bereits
futuristisch persifliert auf der Bühne. Punk war ein Lifestyle am Puls
der Zeit und logischer ging's nicht.
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Ab 1976 mischte Robert kräftig in der aufkommenden Punkwelle mit.
Auftritte in den legendären New Yorker Clubs
"CBGB`s" und
"Max`s Kansas City",
(siehe unten)
sowie mit
The Rings im renommierten
Londoner Marquee Club gemeinsam mit
The Damned.
(Foto rechts: Robert mit
The Rings
live im The Red
Cow,
Hammersmith Juli/
Aug. '77)

>>
1977
- Maniacs: der Name kam von einem Aleister
Crowley
Poster, dass ich in der Küche bei fliegendem Popcorn an der Wand sah. Ich
kam aus New York mit einer Flying V und einem geliehenem Bass. The
Rings
brauchten ab sofort einen Bassisten und innerhalb einer Woche in London
hing ich auf der Bühne im Marquee
Club
(mit The
Damned).
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New York
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Maniacs
Alan Lee Shaw
(g
+ voc) Rod Latter (dr) Robert Crash
(b)
 Robert:
>>
Dann [mal wieder!] Sänger gefeuert
und als Trio The
Maniacs
ab nach Frankreich
zum Mont de Marson Punk Festival `77 in die Stierkampfarena. Ich
hatte den ersten Irokesen (Mohican) in der Geschichte des Punk,
danach kamen die Imitatoren.
<<
Mont de Marson
Punk Festival 1977
mit
Police,
Dr. Feelgood,
The
Damned...
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ROCK'N'ROLL FOR SALE
KEEPS YOU OUT OF JAIL ©
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(Sampler)
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Robert:
>>
Vortex
- der heißeste Punk Club in London (Wardour Street), löste praktisch das
Roxy
ab (Neal Street/ Covent Garden). Vortex war im Herzen von Soho, um die
Ecke von Oxford Street und zelebrierte den absoluten Höhepunkt des ganzen
Phänomens. Es war elektrisch (Haare zu Berge), innovativ, kreativ,
Fun-geladen, mit den besten Bands des Genres und zog die etablierten
Rocker an, die wohl dachten, dass die neue Brut eventuell ihnen die Butter
vom Brot nehmen könnte. So gab's Shake Hands mit Phil
Lynott
(Thin Lizzy), Lemmy
(Motörhead) ...Keith
Moon
von The Who (kam in seinem Rolls vorbei). Es war wie zur Explosion des
Beats, nur eben zeitversetzt und anders. <<
:: The
Slits mit Ariana
Forster (Ari Up),
ihre Mutter Nora ist seit ca. 1978 mit John Lydon
[Johnny Rotten]
(Sex
Pistols/PiL)
verheiratet.
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Single-Auskoppelung: Chelsea
77
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Happening, Alive and
Nasty - Punk-Sampler
EMI
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 1978
Suicydampheta
605 I.E.
>>
Erster Gig im berühmt berüchtigten Roxy,
Köln, Maastricherstraße.
Man sagte mir später nach, ich hätte den Punk nach Köln gebracht. Fakt
ist, es gab am 1.1.78 keine Punkband in Köln.
Am waren die Maniacs
implodiert.
(Alan Lee Shaw machte noch
einen einzigen Versuch im Jan. 1978 mit einer Show in Paris - ohne Crash,
aber die chemische Verbindung war weg).
Im Roxy traf ich auf Arno Steffen* (v),
Ralf Engelbrecht* (g),
Norbert
Zucker* (b). Nach einigen Proben traten wir dort auf.
[*später
alle Zeltinger Band]
[<< Click auf das
Poster]
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>> Bei
einer Show in Neuwied flog ich rückwärts ins Schlagzeug, woraufhin der Drummer
sofort die Gruppe verließ. Rein kam Cay Wolf ("Kanalratte") und
raus ging auch der Sänger (guter Sänger - andere Attitüde), so dass ich
meine Songs selber singen musste, was eigentlich nicht geplant war. Wir
spielten im Ratinger
Hof, Berlin
S.O.36 und
hingen
ein bisschen in den Tanzcafés von Ostberlin rum. Nach einer Pause in
England kam ich zurück und brachte der Band einen neuen Namen mit: Sorry
No Diesel!
[Click
auf's Photo rechts]
Wenn wir morgens um
6 von der Nachtschicht kamen (Roxy Club, etc..) besorgten wir uns den
Express ( Boulevard Blatt), lag an jeder Ecke des Boulevards in der
Selbstbedienungsbox! Auf der Titelseite stets die
heißesten Baader-Meinhof Aktualitäten. Also schrieb ich den Song: Terroristenliebchen "...bullets for
breakfast, bazookas for lunch, nothing for dinner,
because again - you're on the run!"... Auf den Bahnhöfen, am Flughafen ('Fluchthafen') standen Polizisten mit
Maschinengewehren im Anschlag. Die bekamen damals noch 'ne respektvolle
Ausbildung und keiner alberte mit denen mal so rum!
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Die Poster entstanden im relativen Ruck-Zuck-Verfahren! Die Richtung war
klar und der tierische Ernst der Ambiente Deutschland diente zur
Inspiration, mit der Schere subversive Energie freizulassen. Nobby und ich
überfielen eines Nachts mit Plastikmaschinengewehren den Roxy Club, wo
uns jeder kannte. Bouncer Harry an der Türe (mit Stahlscheibe im Kopf)
bekam das allerdings in die falsche Röhre: Das Roxy war soeben bereits
von einer "Zigeuner" Clique überfallen worden - mit echten
Schießprügeln. Die Nerven lagen schon etwas
blank. Gut, wenn wir etwas eher gekommen wären, hätten wir mit unserer
Aktion sogar die Ersten sein können. Als ich Monate später meine eigenen
Schallplatten aus der Roxy Jukebox holen wollte (von Eddie Cochran über
die Pistols zu the Residents, [San Francisco Band: "I can't get
no.."]), stand der Besitzer Horst Leichenich mit seinem Dobermann
zufällig davor und sagte was von..."mein Hund ist heute nicht so gut
drauf!". Horst hatte
im privaten Nebenraum jede Menge klinisch-erprobte Spielzeuge stehen. Aus
voller Höhe des pneumatisch betriebenen Zahnarztstuhls bekam man sofort
einen guten Überblick und die Krankenschwesterklamotten und
Ärzte-Utensilien waren einfach professionell. Der Raum war in authentischem
weiß gehalten - Atmosphäre stilgerecht!
Das Roxy war die rasche Einflugschneise für die Künstlerszene sowie
andere spezielle Nachtkämpfer und 1975 im "Transformer Spirit" entstanden, wobei Lou Reed, David Bowie und eben Roxy Music, ohne dass sie
es je wissen sollten - Starthilfe gegeben haben mussten. Nach dem Ende der
Ära Roxy - ich war in New York & London - machte Jahre später das Roxy
2 am Rudolfsplatz/
Aachenerstraße
auf - und das gibt's noch heute.
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 1978/
79
Sorry
No Diesel >>
An diesem Abend gab's Zoff im
Basement, weil ich
von der Bühne einen Karton mit Tabak
verstreut hatte. Nobby
pulsierte radikal mit seinem Bass - komplett in Alufolie eingewickelt. Conny Plank war im
Publikum, ich hatte ihn überreden können seinen Synth mitzubringen, so
bediente er das Gerät aus dem Publikumsraum mit blubbern & kratzen! <<
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[Click
auf die Poster]
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Petticoat
(voc) Robert
Crash
(g, dr, b, syn, key + p)
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Steffi
Petticoat
/ Robert
Crash
Darling Let's
Have Another Baby
1981
[Click
auf das Cover]
Robert: >>
Zick Zack
Mann Alfred Hilsberg war ein genialer Typ. Er konnte jedoch das Wort
Tantiemen nicht buchstabieren. Leichter ging's ihm von der Hand bei der
Distribution mit dem adäquaten Firmennamen: RIP
OFF!
Ich traf
Steffanie zum erstenmal in New York City. Sie war gerade mit ein paar
Jungs aus Deutschland eingetroffen. Also sofort ab ins "CBGBs"!
Jahre später kreuzte sie in London auf: VW Käfer voll mit Sachen gepackt
und bereit, eine Londonerin zu werden. Wir trafen uns am ICA (Institute of
Contemporary Arts) - kümmerten uns um Kunst! Währenddessen kümmerten
sich andere um ihren draußen geparkten VW. Einbruch! Day 1 in London!
Stefi jedoch, mit Mind Over Matter, hatte den Spirit zur inneren Befreiung
und Unabhängigkeit. Das genügte uns zur Verständigung! Wir machten zwei
Produktionen zusammen. Diese erste in meinem 4x4m Würfelstudio
in der Lots Road, Chelsea / Industriegebiet nahe Kings Road. Externe
Eisenstufen außen am Gebäude entlang nach oben
- links & rechts weitere Würfel mit Designern & Künstlern.
Zweite Produktion in Twickenham, wobei wir den
Ton-Mann rund um die Uhr bei Laune halten mussten, damit er nicht
einschlief. Das lag nicht an der Produktion, sondern an der Tatsache, dass
diese Jungs einfach rund um die Uhr arbeiteten und dann im Studio
zwischendurch eben einfach mal ins Delta verfielen, wenn Du nicht
hinschautest: Kinn auf dem Mischpult und mit Nase mitten im
Amphetaminpulver gelandet. Anders ging's wohl nicht, siehe auch >
Militärpiloten und Gewohnheiten.
Auf dieser Scheibe macht Stefi ihre Statements zwischen meinen Sounds
einschließlich Live Drums (Darling...). John
Peel
(legendärer BBC DJ &
ex-Piratenstation DJ in der Nordsee) mochte ihre Scheiben sehr und diese
wurden von der British Broadcasting Corporation auch gespielt! <<
All Power to
Stefi, wo immer sie jetzt sein mag (Australien?).
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Psychotic
Tanks 1980
Robert
Crash (g + voc) Schruvv -Uwe Fuchs- (dr) Schengel (b) Björn Wondracek (g
+ key)
In
der Innenstadt von Köln führte
Ingrid Oppenheim
eine Kunst- & Videogalerie. Video Art war'n neues Ding in den 70's, in
erster Linie aus NY kommend. Mit dem handlichen Sony U-matic System konnte
man jetzt spontan bei geringen Kosten produzieren. Der
elektronische Look unterschied sich von dem des Films und Videotechnologie
erlaubte Spontaneität!
Wolf Vostell
(siehe: )
hatte sich bereits in den 60's das Ding unter den Nagel gerissen und Nam
June Paik
[Schüler von Karlheinz
Stockhausen]
sehr früh verstanden, mit dem neuen Medium dramatisch zu experimentieren.
Später sollten wir uns [Nam June Paik] in New York zwischen den
Schneideräumen die Klinken gegenseitig in die Hand drücken, obwohl wir
nie ein Wort miteinander wechselten. (Produktion: "Movie Viewers"
1980/81).
1979: Es rotierten die 12" Reggae Dub Scheiben (ich hatte
bereits 1975 in den Studios von Kingston/ Jamaica u.a. bei 'Burning Spear'
rumgelungert). Nach etlichen Fun -Tests zwischen mir und Schengel
(Kollaborator Extraordinaire) im Kölner und
Londoner Nachtleben ergab sich die Idee zu Psychotic Tanks.
Ingrid stellte uns ihre Galerie zur Verfügung, gab mir sogar den
Schlüssel. So konnten wir uns Tag und Nacht im Labor austoben. Jede Menge
zeitgenössischer Kunstschätze überall in den Räumen verteilt, Objekte,
Bilder: Sigmar Polke, Joseph
Beuys,
Jürgen Klauke,
Buthe, Rosenbach, Kohlhofer, Odenbach, Paeffgen, endlos
Energetische
Ambiente zu unseren Punk/ Post-Punk Motivationen.
Die Galerie als Paradies der Künste. Schnellkurs in Sachen Art
International, Köln/ Düsseldorfer Szene, usw. - eine Erweiterung zu
meinem bisherigen rumlungern im Wallraf Richartz Museum/ Köln , ICA/
London oder Museum of Modern Art in New York, bin ein Pop Art Junkie!
Walter Dahn
(Maler/ Mühlheimer Freiheit Gruppe "Die Jungen Wilden") kam
rein und hämmerte auf dem Schlachtzeug rum, das auf dem aalglatten
Linoleumboden durch eine große Joseph Beuys Bronzekugel stabilisiert
wurde. Wir dokumentierten auf U-matic + Super 8. Video/ Song Let's
Have A Party entstand spontan und gleichzeitig. Keine Proben.
Konzept in der Luft. Schengel in der Ecke am Fenster mit "Fender
Precision Bass". Pink. Videokamera auf Stativ - lautloser Zeuge.
Schengel kreiert spontanen Riff, hart an der apokalyptischen Klippe zwischen Dur und Moll.
Ich beziehe mich auf den Rock'n'Roll Klassiker:
"Let's
Have A Party".
Keine Chance für Alzheimer bei diesem Text! Bereits im DNS/DNA-Muster
integriert! Selbstgespräch: "Some people like to rock - some people
like to roll
.."..etc. Dazwischen mit dem Ellenbogen Bewegungen auf
einer 'cheapo' Orgel für 6-jährige, Skala rauf und runter. Orgel
freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Björn,
der daraufhin Vollmitglied der Psychotic Tanks wurde: 17-jähriger
Schüler mit gutem Englisch, Punkrock Hintergrund und starkem Esprit zur
Aufmüpfigkeit! Nachdem wir unsere Kombination mit Uwe Fuchs (Schruuv)
am Schlagzeug zur "Endlösung" erklärt hatten, kam Produzent
Conny Plank durch die Türe, sah das "Let's Have A Party" Video
und
: "Jungs, ich hol' Euch morgen ab und wir geh'n in mein
Studio."
Am
Tag unseres Transfers von Galerie Oppenheim zu Conny's Studio wollte
Ingrid mir noch die schwere Beuys Kugel schenken. Ich sagte:
"Ingrid, geht nicht, bin ja nur auf der Durchreise
" Die Kugel
blieb in der Galerie.
Der Umzug zu Conny's UFO Landeplatz oben im Bergischen Land gab
Direktverbindungen zu anderen Galaxien. Devo hatten hier ein Jahr vorher
ihren 1 Millionen Dollar Deal mit Warners in LA von Conny's und Christa's
(Christa Fast)
Küche aus lanciert (Prod.: Brian Eno). David Bowie kreuzte auf, sowie ein
interessiertes Rock/Pop Klientel aus allen Ecken der Erde. Für drei
Wochen hatten wir nun hier ein recht kreatives Zuhause. Später sollte ich
- indirekt - D.A.F.
zu Conny rüberziehen: Die
Kleinen und die Bösen
(Mute Records), Tanz
den Mussolini
etc,
und machte eine Duo-Produktion (Conny) mit Robert
Görl
(D.A.F.) - unveröffentlicht dafür aber verschollen!
Tag 1: "Richtig, schön depressiv bleiben...!" - Conny kommt aus
dem Kontrollraum in den Aufnahmeraum, während ich auf dem Boden knie und
mit den Fäusten rumhämmere, um mich abzureagieren, weil irgendwas nicht
klappt, ich die Essenz des Momentes an der Schwelle des Verlorengehens
sehe
Existentialismus hart an der Kippe. Conny: "Jungs, super so,
weitermachen, aber was rauscht da wie die Hölle?" < Ist meine uralt Echomaschine mit völlig abgewetztem Tonband.> "Ach,
Echo können wir später reinmachen." < Conny, Rauschen, alles
mein Sound
! >
"Let's have a Party" ist innerhalb von 6 Minuten mit Take 1,
spätestens Take 2 im Kasten; inklusiv live Vocals über Shure SM58
Mikrofon. Conny platziert aus der Hüfte noch einen 5-tönigen Synthi-Riff
an der goldenen Schnittstelle des Songs: Trocken und aufs Auge. Dann kommt
Christa Fast rein und sagt was von sublimer Botschaft, die noch drauf
passen würde.
Wichtige Durchsage: Während der Track läuft, flüstert Christa ins
Mikrofon: "This
Record is fantastic. I must buy it! Diese Scheibe ist fantastisch, muss
ich mir sofort kaufen."
Alles allerdings tief in den Track gemischt, sodass man es überhaupt
nicht bewusst hören kann. Man konnte es wirklich nie hören! Trotzdem
muss Christa's Voodoo gewirkt haben. Kurz darauf geht die Scheibe rund um
die Welt und Angebote flattern rein. Das erste führt zu "Movie
Viewers" in New York über Charles
Ball
(Produzent von Marty Rev, Keyboardmann von Suicide).
Conny und ich treffen einen Herrn in weißem Kittel bei EMI Köln zum
mastern von "Let's Have A Party" und "Security Idiots."
Anschließend bei Pallas 1.000 Kopien limitierter Auflage bestellt. Nun
das Cover: Stand unter Zeitdruck - fuhr zum Drucker in Köln. "Ham'sen
Bleistift und Radiergummi da, ich mach' noch schnell das Cover. Brauche 1.000
Kopien davon - morgen!"
Im
Aufzug zum 3. Stock klebte ich die Bilder mit den nackten Hühnern auf's
Papier, kurvte mit dem Zirkel herum, krakelte mit dem Filzstift den Namen
der Band auf die Unterlage. Oben angekommen hämmerte ich auf der
Schreibmaschine noch eine Kontaktadresse aufs Papier, wobei ich mich
vertippte - jedoch kein Zurück mehr: Instant Cover. Und ab in die Presse.
Pallas schickt die 1.000 Scheiben und ich nehme 100, 200 davon mit nach
London (Rough
Trade), handele mit 4AD Records einen Licencing Deal aus. Das Ding
läuft anschließend bis nach Japan, kommt dann als Re-import zurück
verkaufe
x-Kopien an 'Bleeker Bob' at Bleeker/McDougal Street - Greenwich Village,
NYC
an Bomb Records, San Francisco. Der Rest bleibt in Deutschland und
geht nach Berlin.
Idiot Records war (zunächst) ein virtuelles Label. Kein Büro, kein
Telefon, keine Anschrift, keine Vorzimmerdame. Als Fiktion kreiert in der
Straßenbahn - Linie 7 (dort schrieb ich meist auch die neuen Songs) -
zwischen Braunsfeld und Rudolfplatz. Lediglich ein Label zur momentanen
Identität. Die Plattenfirma gab's also in dem Sinne gar nicht. Sowas mag
man auch Briefkastenfirma nennen aber wir hatten noch nicht mal einen
Briefkasten.
Psychotic Tanks proben jetzt unterhalb eines Supermarktes in Köln Riehl.
Gigs in Berlin, alles geht sehr schnell, 5-ter Mann Roberto steigt noch
ein (mit Londoner Cockney Akzent). Schruuv wummert auf seinen Drums.
Mietwagen nach Berlin. Zu eng. Mitten auf der Autobahn schmeißen wir
einige Sitze einfach raus (so erzählte mir das Schruuv später). Beim
ersten Gig in Berlin schnattert eine kleine Freche aus dem Publikum:
"Warum singste denn in Englisch, mach doch oof Deutsch!" Ich
hatte noch nie einen Song auf Deutsch geschrieben... woraufhin ich
ihr antworte: "Ick werde Dir gleich watt uf chinesisch singen."
Sofort flogen die Flaschen haarscharf am Kopf vorbei. Nach dem Gig gab's
Zoff, die Kleine wollte mich mit ihren Fäusten behämmern, ich hielt sie
mit der Flying V in Schach, es gab ein bisschen Unruhe. Plötzlich kommt
Schruuv aus dem Nebenraum, wirbelt sich in die Meute, es fliegen Fäuste,
dauert nur 7 Sekunden und dann ist totale Funkstille! Mal rasch aufgeräumt!
Schruuv als Bodyguard. Bonus: Talent zum drummen! "Let's have A
Party!"
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Let's
have a Party
erschien später auf verschiedenen Samplern >>
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V.A.:
Presage(s)
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V.A.:
Natures Mortes - Still Lives
(u.a. mit
Bauhaus, Birthday Party)
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:: Movie Viewers &
Hip Hop ::
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 Seite
A:
Movie Viewers (3:41)
Waveland Avenue (3:05)
(3:00)
My Name Isn't Here (3:00)
Seite B:
Chateau 19 (3:06)
My Name Isn't Here (3:06)
(3:39)
Waveland Avenue (3:05)
(Vinyl, 12" US / 1981)
Producer: Otto
Von Ruggins / Robert Crash
EP ::
MOVIE VIEWERS
Robert: >>
Bei der Produktion in New York fiel plötzlich im gesamten Lower Manhattan
der Strom aus. Die Leute kamen die Stockwerke runter wie Fledermäuse ohne
Sensoren: "Excuse me, is this the 38th floor?" No Ma'm it's the
29th! .... Jeder machte seinen eigenen Mix. Ich kam dann auf die Idee,
beide Mixvarianten auf die EP, jedoch mit zwei parallel-laufenden Rillen
pro Seite zu bringen. Je nachdem, wo die Nadel landete, kam dann der entsprechende
Song, die Titel liefen aber durchaus nicht parallel. Man konnte nie
voraussagen, welche Rille, welcher Song. Nachdem diverse DJ's "sich
schon in die Klapsmühle einliefern lassen wollten", legten wir noch
eine '4D Brille' ins Package, mit der man das Cover (Collagenmotive mit
Xerox behandelt) betrachten konnte und anschließend gleich zum Optiker
rennen wollte, um nochmal die Dioptrien der Augen nachmessen zu lassen <<
Videoclip ::
Movie Viewers (siehe
Clip) >>
..entstand bei Vollmond morgens um 5 auf Coney Island (Brooklyn) zwischen
den billigen Blechbaracken und Wahrsagebuden. Anschließend hatte ich eine
Quecksilbervergiftung von der Gesichtsschminke - die ließ sich nämlich
nicht im Atlantik sofort abwaschen, also trug ich sie den ganzen Tag
"ganz in weiß" <<
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Slinky
Gym School feat. Rammellzee:
Crazy Sneaker/
Gothic
Futurism
1983
Robert:
>>
Die erste Hip
Hop
Produktion Deutschlands - zusammen mit Walter
Dahn
und 10 Jahre bevor der Mainstream kapierte, dass man mit Hip Hop auch
Kohle machen kann.
Joseph Beuys Schüler Walter Dahn, einer der "Jungen Wilden" -
Maler - (Mühlheimer Freiheit), hatte einen "abgebrannten" Rammellzee
an der der Berliner Mauer aufgemacht. Rammellzee war Spray Can Artist und
spritzte an der Mauer rum, nicht unähnlich, wie es junge Hunde tun, um ihre
Territorien zu markieren. New York Rapper, bereits in "Wildstyle"
(Film von 1982), sowie in Jim Jarmusch's: "Stranger Than Paradise"
aufgetreten.
Rammellzee hatte was mit Gothic Futurism, war arrogant und bis oben hin zu
mit Kokain. Dahn hatte ihm 1000 Mark an der Mauer gegeben und rief mich
an, ob wir was in meinem "Flying
Studio"
machen wollten. So entstand die erste Hip Hop Scheibe
im Land der lustigen Volksmusik: "Slinky Gym School feat. Rammellzee."
W. Dahn hatte ferner Videomaterial der Szene aus New York mitgebracht und
wir verbrannten symbolisch noch ein paar Dollarnoten, was in den Clip
editiert wurde. Bevor jedoch das Video fertig war (Rammellzee besprühte
mittlerweile ein Museum in Amsterdam), flog Walter Dahn nach Jamaika,
nahm die noch unvollendete Video-Version mit, die er beim Rückflug über
New York dem "A&R" Mann von Ariola gab, der gerade zufällig
neben ihm saß. Einen Tag später stürmte Mr. Ariola in die Redaktion von
"Formel
Eins"
in München (damals
die angesagteste TV - Hit Show der Woche)
und sagte: "
habe soeben Slinky Gym School unter Vertrag
genommen. Würdet Ihr nächste Woche
das Video spielen?" Antwort: "Würden wir." Während von
dem ganzen Theater noch nichts zu mir durchgedrungen war, hatte ich einen
A&R Typen von Virgin in München an der Angel, der mit uns einen
Vertrag machen wollte. Vorab raste der zu "Formel Eins" und
sagte: "Ich habe soeben Slinky Gym School unter Vertrag genommen.
Würdet Ihr nächste Woche das Video spielen?" Formel Eins: - Slinky
- Ariola - Virgin,
. was'n los!?!?!? Selbsteliminierung. Die Pokerfaces
hatten sich gegenseitig außer Kraft gesetzt. Virgin rief mich an:
"Wie konnten Sie nur
..!"
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[Click
auf die Photos für Zoom]
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Ich sitze
bereits im ICE nach Hamburg. RCA (jetzt BMG) sieht das Video: "Kaufen
wir!" Vertrag, ...kritzel kritzel, alles klar. Eine Woche später
komme ich mit Masterbändern wieder nach Hamburg um RCA die Ware gegen
Scheck zu übergeben. Instinktmäßig rufe ich vorher noch bei der WEA an:
Labelchef Peter
Köpke
am Apparat: "Komm' am besten sofort vorbei." Ich zeige also
Peter das Video. "Kauf ich. Wieviel..?" (Fünfstellig!)
"Kann
noch nicht zusagen, rufe Dich in einer Stunde an." Ab zu RCA. Wie
bereits irgendwie geahnt, hatten die RCA-Jungs schlapp gemacht [Rattennest
voller feiger Hundesöhne]. "Das Video, da ist ja Fred Astaire drauf
(beim Breakdance an der Decke), da wird MGM uns für eine Million Dollar
verklagen, hat unser Anwalt gesagt." "OK Jungs, Ihr seid nicht
die richtige Firma um Slinky zu repräsentieren"
und somit
zerreiße ich den Vertrag. "Ratz."
Wieder am Telefon mit Herrn Köpke: "Peter, mach' den Scheck klar,
ich bin in 20 Minuten da." Ich hatte mir vorgenommen, Hamburg an
diesem Tag nicht ohne Scheck zu verlassen, hatte meine
Fallschirmspringermontur an und eine große Brosche an die Brust geheftet.
Mit dem Scheck saß ich später im ICE und plante, mit dem Video nun bei
"Formel Eins" in München per Sonderüberraschung mal
vorbeizuschauen.
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:: The Producer Years ::
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1982 holen
David A. Stewart und Annie Lennox (Eurythmics)
Robert Crash als
Produzent für ihr Erfolgsalbum:
Sweet Dreams (Are Made Of This) -
1983
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Wrap
it up (vom
Album:
"Sweet Dreams" siehe
auch
Clip)
Annie
(Voc/ Bass Synth/ Chorus Riff Synth) Dave
(Slide Guitar/ Effects) Robert
(Drums/ Funk guitar/ Bass Synth).
[Click
auf das Cover]
BBC
-TV 1982 -
>>
Drei Bühnen im Studio; während wir improvisiert in die
Kameras projizieren, bauen gegenüber Dexy's Midnight Runners und
Haysi Fantayzee
ihre Zelte auf. Gegen Ende des Clips greift Dave nach dem
Ghettoblaster, ich grabsche nach dem Stoffhund an der Kette. ...es gibt
nichts langweiligeres als Playback auf der Bühne! Annie wurde bei "huuuh.."
bis zu 24 x 'verdoppelt'. (siehe
Clip - kleines Photo anklicken)
...Annie Lennox war eine Rakete auf der Bühne. Als sie mich bei einer
Live Show um Backing Vocals bat, gab ich ihr meinen "MXR Pitch Transposer"
(Harmonizer),
sodass sie per Fußdruck die Terzen, Quarten, Quinten durch ihre eigene
Stimme erzeugen konnte. Meine Sonnenbrille hatte sie ja auch schon - stand
ihr gut.
Dave Stewart war das smarte Element im Hintergrund - der Visionär. Er kam
immer rüber, wie der undurchsichtige/ abgedriftete Professor, der nur
rein zufällig hier hereingestolpert war, aber das ist Showbiz...!
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Maxi mit: Baby's
Gone Blue
Robert, Annie u. Dave
Single: Tous
les Garcons et les Filles
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>> MTV
hatte Angst vor Annie Lennox! Sie hätte ja ein Dyke (Transvestit) sein
können. Transvestiten und Neger spielen wir nicht! Bis Eurythmics
weltweit per Radio Rotation #1 wurden und Michael Jackson mit 'Thriller'
den Jackpot knackte! <<
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Robert Plant
Now and Zen
1988
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Robert:
>>
Malcolm
McLaren (ehem. Manager der Sex Pistols und Solokünstler
- DuckRock/Fans/Paris)
holte mich am Saharan Motor Hotel, Sunset Blvd. / Hollywood ab und empfahl
mir, ins Chateau Marmont einzuchecken, wegen der klassischen Atmosphäre
dort (Alt Hollywood).
Bekanntes
Klientel hatte dort gewohnt, von Garbo über Dietrich, James Dean bis hin
zu John Belushi, der sich dort den goldenen Schuss gesetzt hatte. In der
Bar lungerten "Moviestars" rum und taten so, als wollten sie nicht erkannt
werden. Aber wehe, Du erkanntest
sie nicht. Die Egos hingen schon hoch oben an der Decke. Malcolm hatte
soeben erfahren, dass ich in Kürze mit Robert Plant in London Songs
schreiben wollte. Im Moment kurvte ich vorab noch etwas in den Staaten rum
um das neueste Equipment für die Produktion zu besorgen. McLaren wollte
einen Film über Robert Plants ex-Manager Peter Grant drehen, der Anfang
der 70's in Amerika den Umgang mit Promotern revolutioniert hatte.
Einnahmen bisher zu 85/15 verteilt, jetzt umgedreht: 85% für die Band und
15% für den Promotor - und damit basta! Geschäfte wurden oft auch mit
Pistolen ausgehandelt.
Led Zeppelin hatten Amerika in Brand gesetzt und jeden Abend garantierte
US $ 250,000.00 oder mehr in der Plastiktüte. Gelegentlich kleiner
Überfall backstage, Tüte weg. Nächsten Abend - neue Tüte. Die "Stadium
Tours" der 70's. Seit 'Buffalo Gals' (Duck Rock) hatte ich Interesse,
mit Malcolm zu arbeiten. Eine Woche später - Malcolm, Lauren Hutton (Actress/
Model) und Crash saßen in einem New Yorker Restaurant und sponnen weiter,
3 Wochen darauf dann bei mir in London, wobei Malcolm Jeff Beck entdecken
sollte, per Schallplatte .....kurz darauf kreuzte Robert Plant mit
seinen Gitarren auf. Jimmy Page war vorübergehend 'not accessable' für
Plant, er brauchte deshalb neue Kollaboratoren und einen Hit.
Peter Köpke
hatte uns vorgestellt. Ex-WEA Hamburg - dieser jetzt Ambassador von
Altlantic (London Offices). Zufall in Sachen 'Slinky Gym School'. Robert
Plant und ich beschnupperten uns gegenseitig, machten einen raschen Testsong.
Daraufhin kam er 4 Monate lang in mein Studio in der Manchester Street.
[Manchester Street, London W1
- R. Crash's kleines Studio um die Ecke von Baker Street und Madame
Tussaud's Wachsfigurenkabinett - hier entstanden auch die Fotos mit R.
Plant] Es
war Sommer, wir rissen die Fenster auf und der Sound drang in die
Straßenschluchten bis runter zu EMI Records am Manchester Square
(Gebäude heute abgerissen). Robert und ich hatten über Blues, Rock'n'Roll,
Rockabilly, Surf ein paar Verbindungen, ich ignorierte jedoch voll die Led
Zeppelin Hinterlassenschaft und trat anstelle dessen mit meinem neuesten
Digital-Equipment an. Robert spielte exzellent Gitarre und erklärte mir,
dass Jimmy Page es ihm nie erlaubt hatte, mit Gitarre aufzutreten. Wir
schrieben ca. 15 Songs, hingen abends mal in den Vodkaclubs von Soho rum,
während Peter Köpke uns zwischendurch anderen Atlantic Records
Künstlern vorstellte, wie z.B Twisted Sister. Als der Sänger, Dee
Snyder, begeisterter Fan englischer Rockbands, Led Zeppelin und Black Sabbath
in einen Pott warf, war Plant abgetörnt.
Weiter
ging's mit Songschreiben, Vorproduktionen, Programmieren
dann
kamen noch einige Köche dazu und die Suppe wurde versaut. Meine Demos
klangen atmosphärisch besser als die späteren Masters. Sorry, Robert. Roberts Manager Bill Curbishly, ex-Bankräuber mit 6 Jahren
Knasterfahrung, versuchte mich bei meinen zukünftigen Tantiemen zu
drücken, also gründete ich meine eigene Verlagsfirma Bluemaxx
International und behielt 100% meiner Songrechte. Dann passierte erst mal
garnichts. 1988 kam schließlich das Album Now and
Zen raus. Ich fuhr
gerade im Auto durch New Orleans, besorgte mir Billboard Magazine, schaute
in die Top 200 und sah "Now and Zen" auf #1 in den US Charts. Am nächsten
Tag war ich in Memphis, Tennessee und quatschte mit dem Typ, der das
Sun
Recording Studio repräsentierte, um u.a. zu sehen, ob man das Ding
tatsächlich noch mieten konnte. Das uralte Equipment aus den Fünfzigern
war aber nicht mehr da, also wurde für die Touristen alles ein bisschen
kaschiert, um Illusionen verkaufen zu können. Das Gleiche war der Fall im
RCA Studio B in Nashville am darauffolgenden Tag. Dort waren - in einem
relativ bescheidenen Raum - große Hits entstanden (Elvis, Everly
Brothers, Roy Orbison, etc.). Man ließ mich einen kleinen Mix an einem
Pult machen - das Ding war aber auch nicht mehr authentisch. Abschminken!
Als Echo auf Robert's Number One folgten Angebote aus der Industrie für
Produktionen, Kollaborationen.. Greg Lake (Emerson Lake und Palmer, King
Crimson) kam rüber, um zu sehen, ob was möglich sei. Vielleicht'n Punk Song a la
'77 für Greg?
...Mein
nächstes Ziel war aber eine kleine Luftveränderung und ich ging nach
Kalifornien, wo ich mein neues Headquarter oben in den Hügeln von
Hollywood einrichtete, von dort u.a. Exkursionen nach Florida, Mexiko und
Kuba machte und mit Videokameras in die Karibik abtauchte, um unten in den
Schiffswracks mit den Fischen ein kleines Rendez-Vous abzuhalten.
Flughafen von Havanna: Wie DDR - aber in Farbe. Was hatten die Kommunisten
aus dem Land gemacht? Der Puls war jedoch da, der Rhythmus hatte Jahrzehnte
trockenen Sozialismus' überlebt und ich bewunderte die Kubaner auf Grund
ihrer Lebensphilosophie und Tapferkeit.
1990 rief mich Robert Plant während seiner Worldtour an
"eventuell
wieder neue Songs schreiben." Anschließend, nach einem Auftritt mit
seiner Band im Universal Amphitheatre, Universal Studios Hollywood,
überreichte er mir die Platinscheibe...
"Now and Zen" hatte sich mehrere Millionen mal verkauft - in Amerika.
In Belgien 263 Kopien. Mittlerweile war Grunge Music gelandet -
der neue Sound (u.a. aus Seattle), orientierte sich wieder an Elementen
des Punk. Nächste Generation, bitte
..
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:: R. Crash meets CAN ::
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Robert:
>>
1998
stand ich mit einer Riesen-Videokamera im Garage
in London auf der Bühne (der Laden war gerammelt voll, kein Platz mehr für eine Kamera sonstwo) und habe Damo
Suzuki´s Network
getaped (Publikum tobte, wie immer), wobei ich mich dauernd im Wah Wah
Kabel von Michael
Karoli
verhedderte. [Michael
Karoli war Gitarrist bei Can,
Damo Suzuki, der Sänger der Band aus Köln].
Das Foto von
Michael Karoli
[Click
auf das Photo - rechts]
mit seiner neuen
Elektrogeige war in seiner Essener Wohnung entstanden. Ich
kannte Michael aus Nizza, wo er ein Studio in einer Mühle
hatte. Er wollte das Foto im Nov. 2001 als Cover
für seine nächste CD benutzen...
[Michael Karoli verstarb am 17. November 2001] Michael hat bis zum Schluss sein Leben volles Rohr genossen.
All Power to him, too!...
...
mit Holger
Czukay
und Jaki
Liebezeit jammte
ich 1976
im Studio
Weilerswist [war
das legendäre Studio von Can]
als ich gerade mal aus NY vorbeischaute. Czukay kreuzte '79
dann bei Conny Plank
auf, brachte sein French Horn
(Flügelhorn) mit
und - wir, die Psychotic
Tanks,
hatten ihn um eine kleine Einlage gebeten - röhrte voll von Beginn bis
Ende durch. Der Song hieß "Nazi Shocker" und Czukay war
unstopbar! <<
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:: The Photographer ::
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[Click
auf die Photos für Zoom]
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Robert: >>
2000
war
ich zweimal in Japan und setzte fotografisch meinen Rock'n'Roll cartoonistisch-visuell
um mit einigen Serien, z.B. The
Kamikaze Girls
die ich später auf 130x88 cm großen Metallbildern (Alu) ausstellte,
weiterhin auch abstraktere Sachen. Zurück in Kalifornien ging's weiter mit
"Death Valley Angels" (halbverrostete Straßenkreuzer
der 50 -
70er in der Mohave
Wüste
mittags um 12 bei 42 Grad Celsius). Nahe Death Valley und nicht weit vom
strahlenverseuchten Nevada-Atom-Testgebiet Area 51 entfernt.
Das Lichtspektrum war dermaßen intensiv, dass das Fuji Filmmaterial sich
durch totale Sättigung 'vollendet' fühlte.
Am gleichen Tag fand ich noch den Typ B-29
Bomber
der 1945 über Hiroshima & Nagasaki aktiv gewesen
war. Dass meine japanische Assistentin, die neben mir stand, die Zusammenhänge
nicht sofort registrierte,
liegt wohl an der 'Unschuld' der neuen Generation ("Was ich nicht weis,
macht mich nicht heiß - trotz 42 Grad"). Thema meiner Ausstellung: Between
Power & Coma
(Zwischen Macht und Ohnmacht) ...alte Powersymbole - und der
dahintersteckende Größenwahn Amerikas während der 40s-60s (ebenso
wie heute) jetzt verschrottet und
ausgeblichen wie Pferdeskelette in der Wüste.....<<
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Tokyo
Wall
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Tokyo Wall: >>
Ich wollte schon zum Flughafen um die Maschine nach
L.A. zu nehmen, da kam
ich noch durch den Stadtteil Harajuku/
Tokyo
()
und ich ließ den Flug sofort fallen, blieb in Harajuku. Jede Menge junger
japanischer Künstler mit abgedrehten Projekten, links & rechts garniert
mit kichernden Teenagern in lustigen Klamotten, blonde Japanerinnen, wollen
am liebsten westlich sein! Dann die japanische Rockerbrigade auf
Harley
Davidson Maschinen, voll designer-mäßig auf den Punkt gebracht, noch besser (und
natürlich sauberer) als das Original. Die Energie war ähnlich wie '77 in
London. Ich lehne mich an die Wand um zu beobachten. Man trägt häufig Mundschutz
in Tokyo, den man zwischendurch mal abnimmt um in einer Oxygenbar etwas
Sauerstoff zu tanken.
Japan ist das abgedrehteste Land, das ich kenne. Per Spontaneität rettete
ich einem ohnmächtigen
älteren Herrn in einem typisch japanischen Dampfbad das Leben und wurde
später von einer Mannschaft in Kimonos geehrt per: Hoooii!
Arigato! <<
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1991 hatte mir
die US-Armee in LA einen Job angeboten, 40 Stunden Material des ersten
Golfkrieges auf 60 Minuten zu editieren. Davon sollten alle Bataillone
was über den Krieg lernen. Material entstanden in der Iraki
Wüste
und in Apache Helicoptern! Und es gab auch noch Musik für's Battaillon.
Only in America! Konsequenter Job! Dabei verschliss ich einen General
("Robert, you're wearing me out!"). 3 Jahre später hatte ich Einreiseprobleme am Airport, aber das ließ sich dann regeln! <<
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:: Digitaler Nomade ::
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In Mexiko
erstellte ich 2004 auf Friedhöfen eine Fotoserie über Religion. "Religion und
Grabräuber" - um exakt zu sein. Anschließend schoss ich
Infrarotaufnahmen über Mexico City aus dem Flugzeug. Die Studien
müssen noch ausgewertet werden. Eine Videodokumentation über eine
ehemalige Widerstandskämpferin (1945) in Bad Aussee (Österreich)
entstand 2000. <<
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Crash /Schruuv/Sugar
(2006)
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Bunker
Projekt
(Köln) ohne bisherige Konsequenzen. Zeitbombe oder
Rohrkrepierer. Wie im Labor von Dr. Frankenstein. Man bastelt an einem
Monster. Und zwar völlig ohne Versicherungsschutz! <<
[Foto von links nach
rechts : Crash|Schruuv|Sugar ©2006]
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...mehr
Stories, Projekte, Produkte
Roadmovies!
Meist zählt der Weg dahin! Das Produkt kommt dann zwangsläufig!
The Journey is the message!
Sollte sich das ändern, werde ich das rechtzeitig bekannt geben!
Arigato! (rc©2007)
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©2007
& Text+Recherche: Horst Maibach ()
Dank an Robert für die Inspiration u. Power + Bild- und Textmaterial
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