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NEU! 72 LIVE featuring KRAFTWERK Mitbegründer EBERHARD KRANEMANN |
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Aktuelles Interview mit
Eberhard Kranemann zu |
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| 3. Mai - Stadtgarten Köln: Nurse With Wound - feat. Eberhard Kranemann |
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Auf Grönland
Records (gegründet von Herbert Grönemeyer) erscheint demnächst eine
aufwendig gestaltete Vinyl-Box mit dem Werk der Krautrock-Band NEU! Der
Einfluss dieser Band auf die Musikgeschichte ist immens (D.Bowie, Radiohead...)
und ihr Kultstatus nahezu beispiellos. |
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NEU! 72 non-public test
Groenland Records 2010 1971 haben Klaus Dinger und
Michael Rother
mit dem Toningenieur und Co - Produzenten Conny Plank die
aufsehenserregende LP: NEU! eingespielt, die 1972 auf dem Brain-Label
veröffentlicht wurde und durch Metronome in den Vertrieb kam. 1. "6 May '72, Part 1 (7:47) Hier hört man das, was man sich von heutigen Bands wünschen würde, was aber nicht mehr üblich ist: Diese drei Burschen rocken ab, was das Zeug hält, ohne Rücksicht auf Verluste. Da ist ein Druck dahinter, es dampft, es schiebt nach vorne, es geht ab wie die Post. Power. Energie. Sehr gutes Zusammenspiel der drei Musiker - diese Freiheit, zu reagieren - totale Verausgabung, Hingabe, Wildheit, rhythmische Intensität. Diese Spielfreude überträgt sich direkt auf den Hörer. 2. "6 May '72, Part 2 (6:10) Auf dieser Aufnahme erkennt man gut den von der Gruppe "NEU!-72-LIVE" praktizierten Rhythmuswechsel. Je nach Lust und Laune lassen sich die drei Musiker von ihren subjektiven Stimmungen leiten, reagieren aufeinander, werden mal schneller, mal langsamer, brechen auf, fallen ab. Interessant ist die selten benutzte Hawaii-Gitarre: Zunächst in der Bass-Funktion eingesetzt, mit gleitenden Tönen, dann in der Diskant-Funktion, zum Teil mit Tönen zwischen den in der europäischen Kulturmusik üblichen Halbtonschritten, von leichten, schwebenden Einzeltönen bis hin zu chaotischem Klanggewitter. 3. "6 May '72, Part 3" (2:30) |
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PISSOFF ··· KRAFTWERK ··· NEU! ··· FRITZ MÜLLER ··· ··· ··· |
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Die Erfindung deutscher
Rockmusik - Die
Düsseldorfer Szene - Das Zentrum der Welt Ich wurde am 7. März 1945 in Wismar geboren,
bin in Dortmund aufgewachsen, habe da
das Abitur gemacht, am Konservatorium klassischen Kontrabassunterricht
erhalten, klassische
Orchestermusik gespielt (u.a. Telemann, Bach, Mozart, Händel) und in
verschiedenen Jazz-Gruppen mitgearbeitet, zum Beispiel mit Frank Wunsch, der heute an der
Musikhochschule Köln als Professor das Jazz-Klavier unterrichtet.
Das war ein Toben + Schreien gegen Konvention, gegen Norm + Anpassung. Einen ganz großen, berühmten Auftritt hatten wir zusammen mit Joseph Beuys im Creamcheese / Düsseldorf (1968), der damaligen Szene-Kneipe der Düsseldorfer Altstadt, die auch Frank Zappas Stammkneipe wurde, wenn er in Europa war. Beuys machte seine Handaktion - drei Stunden, sehr ruhig, konzentriert, intensiv, minimale Bewegung. Wir aktionistisch Klang-Musik-Geräusch-Terror. Drei Stunden Weltuntergang. Laut. Krach. Chaos ! Schmerzgrenze. Der Laden war gerammelt voll. ALLE WAREN DA ! Auch das Fernsehen (WDR 3 hat gefilmt und Ausschnitte gezeigt).
Zu dieser Zeit (1967) drückte sich immer häufiger ein junger Bursche in den dunklen Ecken herum und guckte und hörte, was wir da machten. Der schien das ganz interessant zu finden. Er hieß Florian Schneider-Esleben, ging noch zur Schule und hatte eine Querflöte. Wir spielten ein bisschen zusammen, mal in meiner Wohnung, mal im Haus seiner Eltern, dann mit verschiedenen anderen Musikern in unterschiedlichen Besetzungen. Basil Hammoudi (Conga) war dabei, aber auch Cap (Trompete) und ein klassischer Gitarrist.
Früher gab es in den Kellergewölben der Düsseldorfer Kunstakademie berühmt-berüchtigte Karnevalsfeiern. Drei Nächte durch ohne Pause. Da passierte alles, was es gibt und was es nicht gibt. 1967 spielte ich da mit PISSOFF. Tangerine Dream und ein paar andere Gruppen traten da ebenfalls auf. Drei heiße Nächte. Totaler Kampf. Musik, Geräusche, Klänge, Krach bis zum Umfallen. Das Publikum tobte und tanzte wie irrsinnig. Ich sagte Florian bescheid, er solle mal mit seiner Flöte vorbeikommen. Er kam, setzte sich unauffällig in eine Ecke der Bühne und versuchte, gegen den ohrenbetäubenden Lärm mit seiner Flöte anzuspielen.
Eines Tages schleppte Florian so einen Hammond-Orgel-Spieler aus Krefeld an. Wir probierten den aus. Das ging ganz gut. Der hieß Ralf Hütter und studierte Architektur. Wir bildeten eine Gruppe, ein Quartett, das ganz gut lief - auch mit Auftritten. Besetzung: Florian Schneider-Esleben, Flöte // Ralf Hütter, Hammond-Orgel // Eberhard Kranemann, Bass // Paul Lovens, Schlagzeug. Der berühmteste Hammond-Orgel-Spieler der Welt war damals Jimmy Smith, ein schwarzer Amerikaner. Damals ( 1968) gab Jimmy Smith ein Konzert in der Tonhalle Düsseldorf, danach kam die ganze Band in den Jazzclub Dum Dum in der Düsseldorfer Altstadt, wo wir gerade ordentlich einheizten : Ralf auf seiner Hammond M 100, Florian-Querflöte, ich spielte Bass und der Schlagzeuger Paul Lovens ließen die Fetzen fliegen. Super Stimmung. Laden brechend voll. Die Post ging ab! Die blue notes und die Synkopen flogen nur so durch den Raum. In Jazzclubs ist es üblich, dass Gastmusiker, die gerade in der Stadt sind, "einsteigen", aus Spaß bei anderen Bands mitspielen. Das wurde auch von Jimmy Smith erwartet. Der jedoch guckte sich Ralfs Orgel an, sagte "Mickey Mouse Organ" und verschwand wieder. Er selbst spielte nur die große B 3 von Hammond, Ralfs M 100, das kleinere Modell, war ihm zu mickrig. Kenny Burrell, der Gitarrist der Jimmy Smith Band, blieb da, packte Gitarre und Verstärker aus und spielte mit. Es wurde eine schöne Session-Nacht.
Im Rahmen meiner Arbeit als Musiker am Düsseldorfer Schauspielhaus - ich brauchte das Geld zum Überleben, die Klangexperimente brachten nichts ein, die paar Konzerte reichten nicht aus - hatte ich Aufnahmen in einem Musikstudio in Godorf am Rhein, in einem Industriegebiet zwischen Köln und Bonn. Die hatten da einen Tontechniker, der hieß Conny Plank. In Hamburg hatte er zuvor Musik von Udo Lindenberg und Otto Waalkes aufgenommen. Das war natürlich nix. Die Post ging in der Rheinschiene ab! Also, Conny arbeitete da zunächst als angestellter Tontechniker. Das Düsseldorfer Schauspielhaus hatte Studio und Techniker gemietet, um Musik für die Einweihung des neuen Düsseldorfer Schauspielhauses produzieren zu lassen.
Ich war als Bassist dabei. Während der Arbeit stellte sich heraus, dass man noch einen Flötisten brauchte. Also habe ich Florian zur nächsten Aufnahmesession mitgebracht. Es klappte alles ganz gut. Das neue Schauspielhaus in Düsseldorf wurde mit unserer Musik eingeweiht. Und das wurde auch der KRAFTWERK-Conny Plank-Kontakt, ohne den es KRAFTWERK so nie gegeben hätte.
Ich fand heraus, dass Conny andere Dinge im Kopf hatte, als Auftragsarbeiten für verschiedene Arbeitgeber abzuleisten. Er fing damals schon an, nachts, wenn das Studio nicht vermietet war, Gruppen aufzunehmen, die anders klangen, als es damals üblich war. Hier begann eine langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft. Mal brauchte er für Brian Eno, der gerade in seinem Studio arbeitete, ein Cello und ein Saxofon. Ich besaß so etwas, also brachte ich es ihm. Dann hat er David Bowie meine FRITZ MÜLLER-Musik vorgespielt, die wir gerade in seinem Studio aufgenommen hatten. Der fand meinen Gitarrensound geil und wollte mich in seiner Band als Gitarristen haben. Ich fand den aber immer schon doof und bin gar nicht erst hingefahren. Später hat er mit Adrian Belew einen Gitarristen mit ähnlichem Klangspektrum gefunden. Inzwischen spielt David Bowie selbst Gitarre - das klingt so wie meine Gitarre damals geklungen hat.
Florian arbeitete mit elektrisch verstärkten
Flöten, die er durch allerhand Filter jagte,
um zu Klangverfremdungen zu gelangen. Er hatte alle Querflöten : Piccolo,
C-Flöte, Altflöte,
Bassflöte (sehr selten und schwer zu spielen). Zwischen elektrischem
Flötenmodul und
Endverstärker hatte Florian Echogeräte mit unterschiedlichen
Echogeschwindigkeiten
verkabelt, sodass sich Tongebirge überlappender Flötenklänge
verschiedener Tempi
und Rhythmen ergaben. Super! Am besten hat mir sein Sound auf der Altflöte
gefallen :
cool, ruhig, philosophisch, tiefgründig. Auch experimentierte er mit einer
elektrischen Geige,
die er im Sitzen auf dem Schoß spielte, mit damals noch sehr fremd
klingenden arabischen
Tonskalen. Um 1970 / 71 herum verabschiedete sich Ralf
aus der Gruppe Kraftwerk . Er hatte wohl das
Gefühl, erst einmal sein Architektur-Studium in Aachen zu Ende bringen zu
müssen.
Wir arbeiteten zu dritt weiter. Florian, Charly und ich. Hartes Brot. Jeden
Tag Probe von
Uhr. Kaum Jobs. Keine Kohle. Kaum Erfolgserlebnisse, die die
Arbeit bestätigten.
Konzert im Forum Leverkusen am Montag, den 15. Februar 1971, Besetzung : Florian Schneider-Esleben - Flöten, Geige, elektrische Perkussion, Eberhard Kranemann - Bass, Cello, Hawaiigitarre, Houschäng Nejadepour und Michael Rother - Gitarre, Klaus Dinger - Schlagzeug.
Kraftwerk in der Werkkunstschule Krefeld am Mittwoch, den 17. Februar 1971, mit Florian Schneider-Esleben - Flöte, Violine, Eberhard Kranemann - Bass, Cello, Hawaiigitarre, Houschäng Nejadepour - Gitarre, Klaus Dinger - Schlagzeug.
Weihnachten 2007 habe ich beim Stöbern auf dem Dachboden in meinem FRITZ MÜLLER KLANGARCHIV 4 Stunden unveröffentlichtes NEU! -Livematerial gefunden- Mitschnitte, die ich bei verschiedenen Konzerten mit einem alten Spulentonband gemacht und 30 Jahre lang vergessen hatte - Super Sounds, pure Energie, klingt teilweise wie vorweggenommener Punk, der Hammer! FRITZ MÜLLER - Multimedia-Projekt Kunst +
Musik : Performances mit Conny Plank
und Christa Fast, Musikern, Schauspielern und Medienkünstlern u. a. in
Berlin, Hamburg,
Düsseldorf, Köln. LP bei Teldec 1977. Klangmaschine mit Klaus Dapper.
Musik für Im Laufe des Jahres 2007 gab es weltweit
eine Krautrock-Renaissance. Besonders die Musik der frühen Düsseldorfer
Jahre wurde international gefeiert: "Düsseldorf war mal das
musikalische Zentrum der Welt. Die Düsseldorfer Schule lieferte die
Hauptimpulse für die Emanzipation deutscher Musik." Das WDR-Fernsehen berichtete über diese Zeit, auch Kranemann stellt hier die
Entwicklung aus seiner Sicht dar. Das Kölner Stadtmuseum präsentiert die
Ausstellung "Pop am Rhein". Die Fachzeitschrift Musik Express
berichtet über FRITZ MÜLLER. Auf internationalen Internet-Seiten wird
die FRITZ MÜLLER LP von Jahre nach der Veröffentlichung- heiß
diskutiert und hoch gelobt: Revisited Records / SPV 306042-CD-New Release 2008-FRITZ MÜLLER ROCK
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···www.krautrockseite.de/fritz_mueller.htm
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··· www.krautrockseite.de/ewig
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| © krautrockseite Günther Ketterer 2010 |
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