Koblenzer Szene Festivals am Eck 70 - 72 Open-Air's 81 + 82 krautrockseite (Startseite)
The Rebbels Ex Ovo Blackbyrds Vatican
Inspiration Pinball Progress Dr. Otto's Rockshop
Los 4 Ruiz Thunderbirds || R.Crash Fifth Dead The Prisoners of Beat
Hastings 1066 Difficult Departure The Spotlights Same D
Die "Sixties" Story The Earls Big Beats The King Beats
Beat aus Mayen The StringBeats

 


"Das Problem mit Rock'n'Roll ist die Zeit dazwischen.
Was macht man mit dem ganzen Adrenalin zwischen den Auftritten...
"

(Robert Crash)


 

:: The Roots ::

1961/ 62 - Robert: >> Kurfürst-Salentin-Gymnasium Andernach - humanistisches, aber wenig humanes Jedöns mit Latein ab Sexta. Habe relativ früh abgeschaltet, unter der Bank getrommelt, während die anderen sich mit Julius Caesar quälten.
Die besten meiner Kameraden hatten die frühen Elvis Scheiben, Little Richard, Chuck, Eddie, die anderen Wilden und Jazz/ Bebob mit Charlie Parker, Coltrane, Davis & Dizzy, sowie
Gene Krupa (Mr. Dschungel Beat), der das Schlagzeug überhaupt erst mal richtig einlotete. [Krupa beeinflusste ganz entscheidend den Who - Drummer Keith Moon] Eine Instrumental Rarität landete in meinen Händen: The Sunsets (später mit Sänger Grant Tracy). Auf dem Vinyl war mehr Info drauf, als 10 Lehrer einem in x-Jahren einflüstern konnten. <<

1962: Sonderzug von Andernach nach Remagen zum Schulausflug ins Waldburg Cafe.
Robert:
>> …Lautsprecher in jedem Waggon, Mikrofon jeweils oben an der Decke, musste nur ’runtergezogen werden für den jeweiligen Typ mit der größten Klappe. Die Fahrt von Andernach nach Remagen ist nicht besonders lang, also ging’s gleich zur Sache. Wie gesagt, ich hatte nichts geplant aber konnte den Text von Let's Twist Again.
"Ej, Robet, maach doch emal aleene!" sagt ein Typ. Gut, mir muss die Rock’n’Roll Potenz auf der Stirn gestanden haben, es gab ansonsten nix in meinem Leben, das damals irgendwelchen Sinn gemacht hätte. Jemand reicht mir eine Gitarre, Mikro runter. Jemand sagt an: "Achtung, Achtung...!!!" (während der Zug seinen eigenen Groove ratt ratt... ratt ratt.. ratt… rattert)…
Ich machte meine Nummer und ich dachte ich sei im Remagen-Express auf Wolke 9.9! Die Lehrer gaben mir merkwürdige Blicke: Am Schulausflugstag war jedoch Toleranz angesagt. Wie erwähnt, wir waren 1962 noch nicht komplett entnazifiziert und ich hatte soeben "Negermusik" gemacht…
<<
The Jetblacks 1963/ 64 >> Nachdem ich The Chaperons (aus Schottland) '61/62 in der Remagener Rheinterrasse gesehen hatte, ging's dramatisch ab nach vorne und wir begannen die Jetblacks zu formieren. Um Talent, Songs, Anlage, Gigs, Logistik etc. zu koordinieren, dauerte es noch bis '63, um endlich die Katze aus dem Sack lassen zu können.
Ich formierte zusammen mit
H.J. Kühnel, Bernd Berger (rg), Zeki aus der Türkei (dr) die erste Variante der JB's. Bernd sprang dann ab (um dann später bei den Thunderbirds als Drummer zurückzukehren) und Rüdiger Böhm (rg) [siehe auch Foto - im "Adler" in Linz 1964 - Click für Zoom auf das Foto] kam rein, mitsamt stets Kragenstäbchen als Plektrum. Zeki war bereits ein erfahrener professioneller Barmusik-Drummer gewesen und ich musste so gelegentlich um etwas mehr Härte im Ankitzeln der Felle bitten. Diese waren im Übrigen noch Naturfelle bei eierförmiger Bassdrum.
Material von Ray Charles, Jerry Lee Lewis, Little Richard usw…Songs wie What’d I Say/Whole Lotta Shakin’ Going On/ Good Golly Miss Molly…und das Publikum tobte... Kurz darauf sollte ich von den Thunderbirds entführt werden... <<

The Thunderbirds
Robert Crash (g + voc) Herbert Moizisch (g + voc) H.G. Kühnel (b) Helmut Hoffmann (voc) Peter Müller (dr)

zweite Besetzung:
Robert Crash (g + voc) Herbert Moizisch (g + voc) Heribert Müller (b) Bernd Berger (dr)


Peter Müller
| Robert Crash | Herbert Moizisch | H.G. Kühnel | Helmut Hoffmann (1964)
>> Das Foto oben zeigt die zweite Formation der Thunderbirds. Kurz darauf feuerten wir Helmut wegen extremer Arroganz gegenüber der Band (kam nicht zu den Proben), Peter Müller, eine tolle irre Type, aber wir mussten uns musikalisch weiterentwickeln, H.G. Kühnel tauschte die Band gegen sein Abi ein. Zwei neue Leute wurden reingeschleust und ab 1965/ 66 ging's richtig los mit R&B. Vorübergehend managte uns Jürgen Klauke. Er war wohl voll auf das Yardbirds Material abgefahren. Herbert Moizisch war der Leadsänger der Truppe mit 93% der Titel. Ich selbst habe die ganz harten Sachen gebrüllt I'm down etc., sowie die "Eigenkompositionen". Herbert und ich suchten uns Inspirationen aus erster Quelle in Glasgow & London. Danach kam die Bluesharp rein. <<
The Thunderbirds [Click auf's Photo o.l.] an der Rheinpromenade in Remagen, während einer Pause zwischen den Shows im gegenüberliegenden Beatclub "River Cavern" - 1966.
v.l.n.r.
Heribert Müller (b), Robert Crash, Herbert Moizisch, Bernd Berger (dr)

Auftritte in der Harmonie/ Kruft
>>
Irgendwann gab's mal Zoff zwischen den Parteien. Wir hatten uns ein paar Freiheiten erlaubt und die Hotelzimmer wüst hinterlassen (gehört mit zum Geschäft). Sonntagmittags wollten wir in dem Schuppen neue Songs proben - vor dem Auftritt ab 16 Uhr, jedoch
Lothar & sein Daddy (die Inhaber) führten Einspruch. Also führten wir Einspruch. Abends um 22 Uhr, als der Laden brechend voll war, hörten wir einfach auf zu spielen. Hochspannung, von Harmonie keine Rede mehr! Die Polizei schritt ein. Wir sahen Lothar's Vater (ehemaliger Panzergrenadier) vor Gericht wieder, da er uns für diesen Tag nicht ausbezahlen wollte. Der Richter entschied: 50/50.
Wie einfach war die Welt doch damals. Da wir 'ne gute Zugnummer bei Monschau waren, stand kurz darauf auf den Plakaten : "
The Thunderbirds - zurück nach erfolgreicher England Tournee!" Die Harmoniebesitzer waren stets smarte Geschäftsleute gewesen! <<

Die Thunderbirds gastierten ebenso im "Hille Bille" in Weißenthurm, in der "Blauen Grotte" (Mayen) oder im "Piccadilly" in Bonn, wo sie im 45-minütigen Wechsel mit den legendären Monks (Gelnhausen) auftraten.

>> Hille Bille war Hille Bille, Kaliber für sich! Ich hab' noch den Geruch der Currywurstbude in der Nase. Das Ding war direkt vor dem Eingang geparkt. Dann rein in den Schuppen. Links sofort die Theke, immer knallig belegt. Der Wirt stets voll am Ball. Geldgeil aber fair. Es gab nie besondere Probleme. Partytime non-stop - bis zum Umfallen. Wir spielten Monate, Monate da. Über Karneval bis zu 30 Std. (3 Tage hintereinander) auf den Brettern. You really got me! Hille Bille, war'n echter Beatschuppen und von allen Clubs habe ich hier die klarsten Erinnerungen. Der andere war das Piccadilly (Bonn), wahrscheinlich auch wegen der unzähligen Strippermädchen. Dem Piccadilly-Besitzer gehörten praktisch alle Stripläden in Bonn. <<

>> Im Sound wurden wir nun immer härter (1966/67). Die Pretty Things hatten ihre Spuren hinterlassen und Jimi Hendrix kam über die Piratenstationen in der Nordsee rein wie ein Tornado. Danach war die Welt nicht mehr dieselbe und die Beatmusik wurde transformiert! <<

Die späten 60er: "Auf der Photokina 1968 hatte ich ein Selbstportrait im Großformat ausgestellt. Schwarz weiß. Das Bild war im grünen Kölner Stadtwald mitten auf einer Betonfläche entstanden. Zwei Stühle. Ein Dummy, also Mannequin (Puppe), vorher noch durch die City gekurvt, hielt sich etwas im Hintergrund auf. Auf dem Foto saß ich vorne auf dem Beton genau zwischen den Stühlen und blickte sehr ernst in die Kamera. Mehr fiel mir nicht mehr ein!"

"Wenn irgendeine Epoche überfällig ist, kann man in der Kunst, im Geräusch oder der Musik oft nur mit radikalen Mitteln ran. Dazu muss man sich aber bereits vorher selbst radikalisiert haben."

Germany und raus!
Radikal war auch die Bundeswehr. Per Gesetz nahm sie sich die Freiheit - nachdem man spätestens ab 1955 wieder mutig genug gewesen war, die große Klappe aufzureißen - jungen Männern ab 18 den Stempel "wehrpflichtig" aufzudrücken. 18 Monate Wehrdienst in der Realität riss nicht nur Tausende stramme Beatbands auseinander, sondern bestimmte das Schicksal von Millionen Kerlchen im zarten hormongeprägten Teen-Age. 18 Monate
Gehirnwäsche genügen um Kunden für's Leben haben: Autoritätsgläubig, Paranoia-infiltriert, manipuliert, angepasst! Drill für's Unterbewusstsein unter Betäubung. Der Patient bekommt von dieser Hypnose am besten garnichts mit oder schwebt dahin im "Something is happening but I don't know what is is"!

Einmal in diesen Status eingefroren, kann der Patient sich nicht mehr wehren und bleibt vollkommen berechenbar.
Dann kommen die Medien und die Gehirnamputation wird vollendet. Kommunismus out - Terrorismus in! Terrorismus out - Umwelt in! Umwelt out - UFOs in! In jedem Falle wird der Patient zur Kasse geschleppt! Der Soldat stellt sich für ein Taschengeld mit seiner Brust bei Wind und Wetter vorne an die
Front. Schonmal aus Tradition! 

Begrenzt sexy. Die Armeetypen nervten mich bereits mit ihren automatisierten Forderungen und stellten mir Beinchen auf der "Highway,
'Lowway, anyway No Way!!!" Festnahmen im Hotel X, am Flughafen Y (z.B.
Düsseldorf). Moskitos in Khaki, Feldjäger, unterstützt von der Polizei. Ich sah nur noch Camouflage. Davon konnte man lernen! Ex-Jetblacks Mann R. Böhm übermittelte mir als Jurastudent Informationen über meine "Rechte".
Photo by Leopold Oosterlynck (1970) :: Click für ZoomEin ehemaliger Schulfreund aus den ganz frühen Klassen war mittlerweile Polizist geworden und gab mir freundlicherweise am Telefon aus der Mitte des Wespennestes Informationen über meinen momentanen Status. Robert, es ist "positiv"! >Positiv für wen, bitte? Fahndungsliste?< "Ja"! Daraufhin positiv ab nach London! Zwischenstop bei einem Fotografenfreund in Leuven/ Belgien (1970) - ich war in Spezialstimmung, wohl etwas moody Die Idee war, erstmal meinen deutschen Pass zu verbrennen! Was hatte ich mit Schaustellern zu tun wie Strauß & Co. (nicht Strauss/Levis Company) und irgendeiner Partei beim Maskenball in Bonn - korruptes Rattenpack! Atomschutzbunker in der Eifel bereits mit edlen Weinen bestückt!
Wer von denen stimmt mir die E-Saite, wenn es drauf ankommt!!!
"Burn, baby, Burn!Alte Brücken abgebrannt! Hallo London Bridge! Hallo George Washington Bridge/New York! Hallo Freeway Bridges von Los Angeles. Hallo Bridges Intercontinental und - nagelneuer Reisepass!

Robert: >> Nach 5 Monaten im mexikanischen Dschungel und auf den rhythmischen Inseln der Karibik bei Zwischenstops in den Reggae Studios von Kingston, Jamaika, war mir klar: Nächste Rock'n'Roll Show: New York City. New York war kulturell dermaßen bunt, dass ich somit selbst eine kubanische Salsa Band hätte starten können. Aber nein! Andere machten das viel besser. Dieser Rhythmus hatte mich jedoch schon immer elektrisiert. Damals schon Perez Prado. Anstelledessen grabschte ich mich bei meinen eigenen "Roots" und ließ die wie eine Wünschelrute durch die Stadt gleiten. Es gab ungeheure musikalische Talente, links und rechts und oben drüber - viele Bewegungen strandeten jedoch meist wegen fehlender organisatorischer Komponente und ohne die ging's nicht… entwickelte eine vorübergehende No Drugs/ No Booze Situation um mich wieder einmal auf meine ureigene Überholspur zu platzieren, keine Geduld! Ich konnte nicht 3 Jahre hier rumorgeln und proben. Erster Song: Rip Off City!
In der Village krochen die entdunsteten Hippieleichen rum.
David Peel von "David Peel and the Lower Eastside" schrammelte am Washington Square Legalize Marihuana…(später sollte er meine Band mieten... wollen) und erzählte, John Lennon und Yoko O. seien seine Kumpels. Es liefen gelegentlich noch ein paar echte Beats hier rum (Beatniks). Ein Hauch von Bob Dylan und Folkie Music schwebte noch über der West Village, während sich in der East Village ein etwas anderes Gebräu zusammenzog. Der Vietnam Krieg hatte Amerikas Traum vorläufig zerrissen. Ein unterbrochener Alptraum kann gelegentlich auch mal für was nützlich sein! Drogen waren im Zentrum jeder Hausfrau. Taxi Driver von Scorsese reflektierte schon eher diese neue Realität! Mein Kamerad Brian Dean bekam eine Rolle darin als Besoffener gegen den Laternenpfahl lehnend. Er brauchte erst gar nicht zu mimen. Brian war der totale Rock'n'Roller mit allen Finessen, flog dann die Treppe runter und lag anschließend in Gips, während einen Steinwurf entfernt die 109. Folge von Kojak gedreht wurde: 2nd Avenue/East 9th Street. Nachts ließen wir die Jukeboxen hier im polnischen Viertel aufheulen. Thin Lizzy: The Boys are back in Town!
Rebel Rebel (David Bowie)! Zwei Rock'n'Roll Ameisen in der großen Stadt. Ansonsten war alles so wie bei Charles Bukowski, den ich kurz vorher noch völlig besoffen in einem Blumenbeet in Riverside, California kennengelernt hatte. Charlie, my Dear…
Kurz bevor dann Jimmy Carter zum nächsten Präsidenten gewählt werden sollte, gab's die typischen Rundfragen. In einem Interview hatte ic
h nur ein Wort parat: "Rock'n'Roll". Wiederhole: "Rock'n'Roll".
Es war einfach alles verfranst in der Western World, die Resultate der Lügen der 60's lagen überall auf der Straße, zwischenzeitlich wollten die Leute jedoch so bekloppt bleiben wie vorher! Die allgemeine Aufbruchstimmung der 60's war voll gegen die Wand gerannt und hatte sich mittlerweile desillusioniert. Ich hatte einiges aufzuholen. Nachts hing ich in den Jazzclubs rum, sah
Charles Mingus, sah Musiker, die mit an der Erfindung des Jazz beteiligt gewesen waren…Last Exit - New York City!
New York…die letzten "Snippets" kulturellen amerikanischen Geschehens der ersten Jahrhunderthälfte nochmal schnell zu erfassen.. und diese flutschten nun durch die Hände um dann nie wieder zurückzukehren…
Für 5 Dollar von der Strasse in die Clubs und Zeuge von Albert Einstein am Saxofon zu sein (sozusagen). Only in New York! Ich wurde süchtig auf New York. Und die Stadt war ein Vampir. Dazwischen bewegten sich die Halbausgesaugten und machten einfach ihr Ding. Wie Jimi Hendrix einst 1965! Ich wurde zu Crashimi, allerdings mit* Gitarre, während Jimi's Gitarre damals meist im Pfandhaus hing.
Das konnte man aber den deutschen Schlafmützen nicht vermitteln, die ich mal zwischendurch in Köln (per angesagter Musikzeitschrift) instruieren wollte, wo die Musikadern eigentlich lagen. Nicht im Wohnzimmer, sondern in der Gosse und den abgetakelten Hotels
da draußen! Billie Holiday. Und im Süden der USA wurden derzeit immer noch Schwarze an den Bäumen aufgehängt ("Strange Fruit"). Von dort landete die Musik dann akkumuliert in Chicago oder New York!
Der Ausdruck der Beat & Rhythm & Blues Bands hatte sich hieran orientiert und jetzt war die Dekadenz der 70's etabliert. Punk lotete den ganzen Kram dann frisch ein /cutting through the crap/ und für eine Sekunde beleuchtete Punk einfach alles: Die Künste (und deren Macher), die Designer, die Medien ohnehin. Die Bourgeoisie erschrak sich sowie der Bürgermeister. I could not have cared less.! Dann wurde alles zur Farce und wenn ich heute einen "Irokesen/ Mohikaner" rumlaufen sehe, kassiere ich sofort meine Tantiemen!
Cold Fever Wo starte ich die erste Band? Mitten in einem drogenverseuchten Gebiet voller Junkies, die nachts in unser Studio einbrechen wollten: Essex/ Delancy > Lower Manhattan. Unser 18 jähriger Philipino Drummer hatte stets sein Paralyzer Spray parat (Mace = Pfefferspray). Die Band hieß Cold Fever mit zwei Mädchen on Vocals. Die Pressefotos machten wir unten in der Straße. Als ich mich hier auf eine Mülltonne setzte, kam gleich ein Typ rüber und sagte "cool it man"…was er meinte: "Ich habe in der Tonne meine Dealerdrogen versteckt"…Die Bullen fuhren durchs Viertel mit Videokameras um die Dopemasters zu magnetisieren. Diese drehten sich einfach lässig mit dem Kopf zur Wand…drüben an der Ecke gab's in einem Laden Sandwichs Cubano. Ich trieb die Band zunächst zum Exzess, agierte, als sei der Teufel hinter mir her. Kein Wunder: Mein Visa lief spätestens nach 3 Monaten aus.
Der Status war "Tourist". Was kriegt ein Tourist in NY in drei Monaten auf die Reihe: A) 'Ne Neue Band. B) Auftritt at CBGB's. Zwischendurch mal kurz nach Europa und wieder zurück für weitere 3 Monate ins Kakerlaken Hotel, Washington Square. Das eine Girl mit der ganz tollen Stimme kam immer zu spät aber dafür regelmäßig mit einem blauen Auge zu den Proben. Ihr Boyfriend!
Cold Fever 2Dann holten wir einen Sänger rein. Cold Fever - Version 2. Der war sehr gut aber nicht Cutting Edge, dem war's wohl einfach zu gut gegangen auf den Golfplätzen da draußen in Westchester, Long Island. In der Zwischenzeit schwappte aus London einiges rüber ins Clubland und mischte sich mit dem Post-Zeitgeist von Velvet Underground und Stooges. Plötzlich flog ein (optisch) kurzsichtiger Stiv Bators von The Dead Boys von der Bühne in die von Hamburgers, Catch Up und French Fries beladenen Tische. Der erste US Gig of The Damned - wo sonst als im CBGB's…Dr. Feelgood mit British R&B Sleaze, Patti Smith mit Echos von William S. Borroughs, One-Two-Three-Four, The Ramones, Television, Blondie, und darkest Brooklyn.. here we come…Suicide (Johnny Teardrop) und ein paar mehr. Brooklyn ist der Charles Manson aller westlichen Geschwüre. Hatte eine Schwäche dafür entwickelt.
Kannst Du aber nicht zu lange dort bleiben…eher wie der Arzt im weißen Kittel mal durchhuschen, Patienten behandeln, dann wieder raus, get it?
In Manhattan hing ich rum mit
Deborah Harry's ex Playmates/ Playgirls The Stilettoes…das waren alles Leute, die waren in Manhattan geboren und hatten Manhattan in ihrem Leben bis dato kein einziges mal verlassen. So 'was machte mich unruhig. Ich hatte noch den tiefen Reggae Groove im Blut von Kingston und dem Sandstrand von Montego Bay vor ein paar Monaten bei Rum & Coconut. Ich war vollkommen ruhelos. New York war fantastisch und New York wurde mir plötzlich zu klein. Ich musste weiter….
Next stop
London: Für die nächsten 6 Monate der h-i-p-s-t-e Platz auf dieser Erde. <<

 

NYC: 8th Avenue/ 23rd Street

[^ Click für Zoom ^]

:: The Punk Years ::

Robert: >> Nach dem Beatboom kam praktisch die nächste Generation ans Ruder... die, die bereits nicht mehr in den Trümmern des 2 Weltkrieges gespielt hatte, vielleicht fünf Jahre Abstand - und das machte 'ne Menge aus. Waren schon verzogener und konnten locker durch die Türen gehen, die ihre Vorgänger vor kurzem gerade
noch eingetreten hatten. Deutschland: Mittlerweile waren die Engländer und Amerikaner mit internationalen Pop-Produktionen so weit voraus - das ließ sich nie mehr einholen! Nach dem Entschluss von Popabtrünnigen, erst gar nicht zu versuchen, diesen Popbetrieben nachzuhecheln, konnte man die Derivate der 60's...den an den Wänden klebenden Pulp (Brei) über Jimi Hendrix gefiltert nochmals derart 'strecken', dass endlose Soli zum
legitimen Tagesgeschäft wurden. Es gab auch niemanden mehr der Stop! sagte (Das Cruz der Avantgarde!). Es gab jedoch jede Menge toller Statements zwischendurch und German Soul konnte sich projizieren. Dann erschienen noch die Virtuosen und spielten teilweise über die Köpfe der Leute hinweg, der Dope tat den Rest.

Irgendwann wusste niemand mehr, worum es eigentlich noch ging. Es wurde allerdings gut konsumiert, das Syndrom der 70's. Punk kam dann wie Ajax!
In den 70’s wurde durch Iggy Pop and the Stooges, MC5 (Detroit Sound), Alice Cooper, Lou Reed, David Bowie, The New York Dolls die Lunte für Punk Rock gelegt. [Roxy Music saßen bereits im 21. Stockwerk in der Lounge und machten’s auf ihre ART-Art].
Dazu kam das politische & wirtschaftliche Klima von New York und England (bankrott!). Die Superbands dudelten noch durch die Stadien aber der Bezug zur Straße vor der Nase war weg. Die Bands waren dem Publikum per Gewinnstreben entrückt worden. Und die Bandmitglieder entrückten sich auch häufig selber. Ich sah
The Tubes in NY & Kalifornien '76 und das Punk Szenario war hier bereits futuristisch persifliert auf der Bühne. Punk war ein Lifestyle am Puls der Zeit und logischer ging's nicht. <<

Ab 1976 mischte Robert kräftig in der aufkommenden Punkwelle mit. Auftritte in den legendären New Yorker Clubs "CBGB`s" und "Max`s Kansas City", (siehe unten) sowie mit The Rings im renommierten Londoner Marquee Club gemeinsam mit The Damned.
(Foto rechts: Robert mit
The Rings live im The Red Cow, Hammersmith Juli/ Aug. '77)








>>
1977 - Maniacs: der Name kam von einem Aleister Crowley Poster, dass ich in der Küche bei fliegendem Popcorn an der Wand sah. Ich kam aus New York mit einer Flying V und einem geliehenem Bass. The Rings brauchten ab sofort einen Bassisten und innerhalb einer Woche in London hing ich auf der Bühne im Marquee Club (mit The Damned). <<
New York


Maniacs
Alan Lee Shaw (g + voc) Rod Latter (dr) Robert Crash (b)

Robert: >> Dann [mal wieder!] Sänger gefeuert und als Trio The Maniacs ab nach Frankreich zum Mont de Marson Punk Festival `77 in die Stierkampfarena. Ich hatte den ersten Irokesen (Mohican) in der Geschichte des Punk, danach kamen die Imitatoren. <<

Mont de Marson Punk Festival 1977
mit Police, Dr. Feelgood, The Damned...

ROCK'N'ROLL FOR SALE
KEEPS YOU OUT OF JAIL ©
Live at the Vortex (Sampler)

Robert: >> Vortex - der heißeste Punk Club in London (Wardour Street), löste praktisch das Roxy ab (Neal Street/ Covent Garden). Vortex war im Herzen von Soho, um die Ecke von Oxford Street und zelebrierte den absoluten Höhepunkt des ganzen Phänomens. Es war elektrisch (Haare zu Berge), innovativ, kreativ, Fun-geladen, mit den besten Bands des Genres und zog die etablierten Rocker an, die wohl dachten, dass die neue Brut eventuell ihnen die Butter vom Brot nehmen könnte. So gab's Shake Hands mit Phil Lynott (Thin Lizzy), Lemmy (Motörhead) ...Keith Moon von The Who (kam in seinem Rolls vorbei). Es war wie zur Explosion des Beats, nur eben zeitversetzt und anders. <<

:: The Slits mit Ariana Forster (Ari Up), ihre Mutter Nora ist seit ca. 1978 mit John Lydon [Johnny Rotten] (Sex Pistols/PiL) verheiratet.

Single-Auskoppelung: Chelsea 77 Happening, Alive and Nasty - Punk-Sampler EMI

1978 Suicydampheta 605 I.E.
>> Erster Gig im berühmt berüchtigten Roxy, Köln, Maastricherstraße. Man sagte mir später nach, ich hätte den Punk nach Köln gebracht. Fakt ist, es gab am 1.1.78 keine Punkband in Köln.
Am 20.12.1977
waren die Maniacs implodiert. (Alan Lee Shaw machte noch einen einzigen Versuch im Jan. 1978 mit einer Show in Paris - ohne Crash, aber die chemische Verbindung war weg).
Im Roxy traf ich auf
Arno Steffen* (v), Ralf Engelbrecht* (g), Norbert Zucker* (b). Nach einigen Proben traten wir dort auf. [*später alle Zeltinger Band]

[<< Click auf das Poster]

>> Bei einer Show in Neuwied flog ich rückwärts ins Schlagzeug, woraufhin der Drummer sofort die Gruppe verließ. Rein kam Cay Wolf ("Kanalratte") und raus ging auch der Sänger (guter Sänger - andere Attitüde), so dass ich meine Songs selber singen musste, was eigentlich nicht geplant war. Wir spielten im Ratinger Hof, Berlin S.O.36 und hingen ein bisschen in den Tanzcafés von Ostberlin rum. Nach einer Pause in England kam ich zurück und brachte der Band einen neuen Namen mit: Sorry No Diesel!   [Click auf's Photo rechts]
Wenn wir morgens u
m 6 von der Nachtschicht kamen (Roxy Club, etc..) besorgten wir uns den Express ( Boulevard Blatt), lag an jeder Ecke des Boulevards in der Selbstbedienungsbox! Auf der Titelseite stets die heißesten Baader-Meinhof Aktualitäten. Also schrieb ich den Song: Terroristenliebchen "...bullets for breakfast, bazookas for lunch, nothing for dinner, because again - you're on the run!"... Auf den Bahnhöfen, am Flughafen ('Fluchthafen') standen Polizisten mit Maschinengewehren im Anschlag. Die bekamen damals noch 'ne respektvolle Ausbildung und keiner alberte mit denen mal so rum!

Die Poster entstanden im relativen Ruck-Zuck-Verfahren! Die Richtung war klar und der tierische Ernst der Ambiente Deutschland diente zur Inspiration, mit der Schere subversive Energie freizulassen. Nobby und ich überfielen eines Nachts mit Plastikmaschinengewehren den Roxy Club, wo uns jeder kannte. Bouncer Harry an der Türe (mit Stahlscheibe im Kopf) bekam das allerdings in die falsche Röhre: Das Roxy war soeben bereits von einer "Zigeuner" Clique überfallen worden - mit echten Schießprügeln. Die Nerven lagen schon etwas blank. Gut, wenn wir etwas eher gekommen wären, hätten wir mit unserer Aktion sogar die Ersten sein können. Als ich Monate später meine eigenen Schallplatten aus der Roxy Jukebox holen wollte (von Eddie Cochran über die Pistols zu the Residents, [San Francisco Band: "I can't get no.."]), stand der Besitzer Horst Leichenich mit seinem Dobermann zufällig davor und sagte was von..."mein Hund ist heute nicht so gut drauf!". Horst hatte im privaten Nebenraum jede Menge klinisch-erprobte Spielzeuge stehen. Aus voller Höhe des pneumatisch betriebenen Zahnarztstuhls bekam man sofort einen guten Überblick und die Krankenschwesterklamotten und Ärzte-Utensilien waren einfach professionell. Der Raum war in authentischem weiß gehalten - Atmosphäre stilgerecht! 
Das Roxy war die rasche Einflugschneise für die Künstlerszene sowie andere spezielle Nachtkämpfer und 1975 im "Transformer Spirit" entstanden, wobei Lou Reed, David Bowie und eben Roxy Music, ohne dass sie es je wissen sollten - Starthilfe gegeben haben mussten. Nach dem Ende der Ära Roxy - ich war in New York & London - machte Jahre später das
Roxy 2 am Rudolfsplatz/ Aachenerstraße auf - und das gibt's noch heute. <<

1978/ 79 Sorry No Diesel >> An diesem Abend gab's Zoff im Basement, weil ich von der Bühne einen Karton mit Tabak verstreut hatte. Nobby pulsierte radikal mit seinem Bass - komplett in Alufolie eingewickelt. Conny Plank war im Publikum, ich hatte ihn überreden können seinen Synth mitzubringen, so bediente er das Gerät aus dem Publikumsraum mit blubbern & kratzen! <<

        
[Click auf die Poster]

Petticoat
Stef Petticoat (voc)
Robert Crash (g, dr, b, syn, key + p)

Steffi Petticoat / Robert Crash
Darling Let's Have Another Baby 1981
[Click auf das Cover]
Robert:
>> Zick Zack Mann Alfred Hilsberg war ein genialer Typ. Er konnte jedoch das Wort Tantiemen nicht buchstabieren. Leichter ging's ihm von der Hand bei der Distribution mit dem adäquaten Firmennamen: RIP OFF! Ich traf Steffanie zum erstenmal in New York City. Sie war gerade mit ein paar Jungs aus Deutschland eingetroffen. Also sofort ab ins "CBGBs"! Jahre später kreuzte sie in London auf: VW Käfer voll mit Sachen gepackt und bereit, eine Londonerin zu werden. Wir trafen uns am ICA (Institute of Contemporary Arts) - kümmerten uns um Kunst! Währenddessen kümmerten sich andere um ihren draußen geparkten VW. Einbruch! Day 1 in London! Stefi jedoch, mit Mind Over Matter, hatte den Spirit zur inneren Befreiung und Unabhängigkeit. Das genügte uns zur Verständigung! Wir machten zwei Produktionen zusammen. Diese erste in meinem 4x4m Würfelstudio in der Lots Road, Chelsea / Industriegebiet nahe Kings Road. Externe Eisenstufen außen am Gebäude entlang nach oben - links & rechts weitere Würfel mit Designern & Künstlern. Zweite Produktion in Twickenham, wobei wir den Ton-Mann rund um die Uhr bei Laune halten mussten, damit er nicht einschlief. Das lag nicht an der Produktion, sondern an der Tatsache, dass diese Jungs einfach rund um die Uhr arbeiteten und dann im Studio zwischendurch eben einfach mal ins Delta verfielen, wenn Du nicht hinschautest: Kinn auf dem Mischpult und mit Nase mitten im Amphetaminpulver gelandet. Anders ging's wohl nicht, siehe auch > Militärpiloten und Gewohnheiten.
Auf dieser Scheibe macht Stefi ihre Statements zwischen meinen Sounds einschließlich Live Drums (Darling...).
John Peel (legendärer BBC DJ & ex-Piratenstation DJ in der Nordsee) mochte ihre Scheiben sehr und diese
wurden von der British Broadcasting Corporation auch gespielt!
<<
All Power to Stefi, wo immer sie jetzt sein mag (Australien?).

Psychotic Tanks 1980
Robert Crash (g + voc) Schruvv -Uwe Fuchs- (dr) Schengel (b) Björn Wondracek (g + key)

In der Innenstadt von Köln führte Ingrid Oppenheim eine Kunst- & Videogalerie. Video Art war'n neues Ding in den 70's, in erster Linie aus NY kommend. Mit dem handlichen Sony U-matic System konnte man jetzt spontan bei geringen Kosten produzieren. Der elektronische Look unterschied sich von dem des Films und Videotechnologie erlaubte Spontaneität!
Wolf Vostell (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Environment) hatte sich bereits in den 60's das Ding unter den Nagel gerissen und Nam June Paik [Schüler von Karlheinz Stockhausen] sehr früh verstanden, mit dem neuen Medium dramatisch zu experimentieren. Später sollten wir uns [Nam June Paik] in New York zwischen den Schneideräumen die Klinken gegenseitig in die Hand drücken, obwohl wir nie ein Wort miteinander wechselten. (Produktion: "Movie Viewers" 1980/81).
1979: Es rotierten die 12" Reggae Dub Scheiben (ich hatte bereits 1975 in den Studios von Kingston/ Jamaica u.a. bei 'Burning Spear' rumgelungert). Nach etlichen Fun -Tests zwischen mir und Schengel (Kollaborator Extraordinaire) im Kölner und Londoner Nachtleben ergab sich die Idee zu Psychotic Tanks. Ingrid stellte uns ihre Galerie zur Verfügung, gab mir sogar den Schlüssel. So konnten wir uns Tag und Nacht im Labor austoben. Jede Menge zeitgenössischer Kunstschätze überall in den Räumen verteilt, Objekte, Bilder: Sigmar Polke, Joseph Beuys, Jürgen Klauke, Buthe, Rosenbach, Kohlhofer, Odenbach, Paeffgen, endlos… Energetische Ambiente zu unseren Punk/ Post-Punk Motivationen.
Die Galerie als Paradies der Künste. Schnellkurs in Sachen Art International, Köln/ Düsseldorfer Szene, usw. - eine Erweiterung zu meinem bisherigen rumlungern im Wallraf Richartz Museum/ Köln , ICA/ London oder Museum of Modern Art in New York, bin ein Pop Art Junkie!
Walter Dahn (Maler/ Mühlheimer Freiheit Gruppe "Die Jungen Wilden") kam rein und hämmerte auf dem Schlachtzeug rum, das auf dem aalglatten Linoleumboden durch eine große Joseph Beuys Bronzekugel stabilisiert wurde. Wir dokumentierten auf U-matic + Super 8. Video/ Song Let's Have A Party entstand spontan und gleichzeitig. Keine Proben. Konzept in der Luft. Schengel in der Ecke am Fenster mit "Fender Precision Bass". Pink. Videokamera auf Stativ - lautloser Zeuge. Schengel kreiert spontanen Riff, hart an der apokalyptischen Klippe zwischen Dur und Moll.
Ich beziehe mich auf den Rock'n'Roll Klassiker
: "Let's Have A Party". Keine Chance für Alzheimer bei diesem Text! Bereits im DNS/DNA-Muster integriert! Selbstgespräch: "Some people like to rock - some people like to roll….."..etc. Dazwischen mit dem Ellenbogen Bewegungen auf einer 'cheapo' Orgel für 6-jährige, Skala rauf und runter. Orgel freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Björn, der daraufhin Vollmitglied der Psychotic Tanks wurde: 17-jähriger Schüler mit gutem Englisch, Punkrock Hintergrund und starkem Esprit zur Aufmüpfigkeit! Nachdem wir unsere Kombination mit Uwe Fuchs (Schruuv) am Schlagzeug zur "Endlösung" erklärt hatten, kam Produzent Conny Plank durch die Türe, sah das "Let's Have A Party" Video und…: "Jungs, ich hol' Euch morgen ab und wir geh'n in mein Studio."
Am Tag unseres Transfers von Galerie Oppenheim zu Conny's Studio wollte Ingrid mir noch die schwere Beuys Kugel schenken. Ich sagte: "Ingrid, geht nicht, bin ja nur auf der Durchreise…" Die Kugel blieb in der Galerie.
Der Umzug zu Conny's UFO Landeplatz oben im Bergischen Land gab Direktverbindungen zu anderen Galaxien. Devo hatten hier ein Jahr vorher ihren 1 Millionen Dollar Deal mit Warners in LA von Conny's und Christa's (
Christa Fast) Küche aus lanciert (Prod.: Brian Eno). David Bowie kreuzte auf, sowie ein interessiertes Rock/Pop Klientel aus allen Ecken der Erde. Für drei Wochen hatten wir nun hier ein recht kreatives Zuhause. Später sollte ich - indirekt - D.A.F. zu Conny rüberziehen: Die Kleinen und die Bösen (Mute Records), Tanz den Mussolini etc, …und machte eine Duo-Produktion (Conny) mit Robert Görl (D.A.F.) - unveröffentlicht dafür aber verschollen!…
Tag 1: "Richtig, schön depressiv bleiben...!" - Conny kommt aus dem Kontrollraum in den Aufnahmeraum, während ich auf dem Boden knie und mit den Fäusten rumhämmere, um mich abzureagieren, weil irgendwas nicht klappt, ich die Essenz des Momentes an der Schwelle des Verlorengehens sehe… Existentialismus hart an der Kippe. Conny: "Jungs, super so, weitermachen, aber was rauscht da wie die Hölle?" < Ist meine uralt Echomaschine mit völlig abgewetztem Tonband.> "Ach, Echo können wir später reinmachen." < Conny, Rauschen, alles mein Sound…! >
"Let's have a Party" ist innerhalb von 6 Minuten mit Take 1, spätestens Take 2 im Kasten; inklusiv live Vocals über Shure SM58 Mikrofon. Conny platziert aus der Hüfte noch einen 5-tönigen Synthi-Riff an der goldenen Schnittstelle des Songs: Trocken und aufs Auge. Dann kommt Christa Fast rein und sagt was von sublimer Botschaft, die noch drauf passen würde.
Wichtige Durchsage: Während der Track läuft, flüstert Christa ins Mikrofon: "
This Record is fantastic. I must buy it! Diese Scheibe ist fantastisch, muss ich mir sofort kaufen." Alles allerdings tief in den Track gemischt, sodass man es überhaupt nicht bewusst hören kann. Man konnte es wirklich nie hören! Trotzdem muss Christa's Voodoo gewirkt haben. Kurz darauf geht die Scheibe rund um die Welt und Angebote flattern rein. Das erste führt zu "Movie Viewers" in New York über
Charles Ball (Produzent von Marty Rev, Keyboardmann von Suicide).
Conny und ich treffen einen Herrn in weißem Kittel bei EMI Köln zum mastern von "Let's Have A Party" und "Security Idiots." Anschließend bei Pallas 1.000 Kopien limitierter Auflage bestellt. Nun das Cover: Stand unter Zeitdruck - fuhr zum Drucker in Köln. "Ham'sen Bleistift und Radiergummi da, ich mach' noch schnell das Cover. Brauche 1.000 Kopien davon - morgen!"
Im Aufzug zum 3. Stock klebte ich die Bilder mit den nackten Hühnern auf's Papier, kurvte mit dem Zirkel herum, krakelte mit dem Filzstift den Namen der Band auf die Unterlage. Oben angekommen hämmerte ich auf der Schreibmaschine noch eine Kontaktadresse aufs Papier, wobei ich mich vertippte - jedoch kein Zurück mehr: Instant Cover. Und ab in die Presse. Pallas schickt die 1.000 Scheiben und ich nehme 100, 200 davon mit nach London (Rough Trade), handele mit 4AD Records einen Licencing Deal aus. Das Ding läuft anschließend bis nach Japan, kommt dann als Re-import zurück…verkaufe x-Kopien an 'Bleeker Bob' at Bleeker/McDougal Street - Greenwich Village, NYC…an Bomb Records, San Francisco. Der Rest bleibt in Deutschland und geht nach Berlin.
Idiot Records war (zunächst) ein virtuelles Label. Kein Büro, kein Telefon, keine Anschrift, keine Vorzimmerdame. Als Fiktion kreiert in der Straßenbahn - Linie 7 (dort schrieb ich meist auch die neuen Songs) - zwischen Braunsfeld und Rudolfplatz. Lediglich ein Label zur momentanen Identität. Die Plattenfirma gab's also in dem Sinne gar nicht. Sowas mag man auch Briefkastenfirma nennen aber wir hatten noch nicht mal einen Briefkasten.
Psychotic Tanks proben jetzt unterhalb eines Supermarktes in Köln Riehl. Gigs in Berlin, alles geht sehr schnell, 5-ter Mann Roberto steigt noch ein (mit Londoner Cockney Akzent). Schruuv wummert auf seinen Drums. Mietwagen nach Berlin. Zu eng. Mitten auf der Autobahn schmeißen wir einige Sitze einfach raus (so erzählte mir das Schruuv später). Beim ersten Gig in Berlin schnattert eine kleine Freche aus dem Publikum: "Warum singste denn in Englisch, mach doch oof Deutsch!" Ich hatte noch nie einen Song auf Deutsch geschrieben...  woraufhin ich ihr antworte: "Ick werde Dir gleich watt uf chinesisch singen." Sofort flogen die Flaschen haarscharf am Kopf vorbei. Nach dem Gig gab's Zoff, die Kleine wollte mich mit ihren Fäusten behämmern, ich hielt sie mit der Flying V in Schach, es gab ein bisschen Unruhe. Plötzlich kommt Schruuv aus dem Nebenraum, wirbelt sich in die Meute, es fliegen Fäuste, dauert nur 7 Sekunden und dann ist totale Funkstille! Mal rasch aufgeräumt! Schruuv als Bodyguard. Bonus: Talent zum drummen! "Let's have A Party!"

Let's have a Party erschien später auf verschiedenen Samplern >>

V.A.: Presage(s)

V.A.: Natures Mortes - Still Lives
(u.a. mit Bauhaus, Birthday Party)

:: Movie Viewers & Hip Hop ::

Click für ZoomClick für ZoomSeite A:
Movie Viewers (3:41)
Waveland Avenue (3:05)
Chateau 19 (3:00)
My Name Isn't Here (3:00)

Seite B:
Chateau 19 (3:06)

My Name Isn't Here (3:06)
Movie Viewers (3:39)
Waveland Avenue (3:05)

(Vinyl, 12" US / 1981)

Producer: Otto Von Ruggins / Robert Crash

EP :: MOVIE VIEWERS
Robert: >> Bei der Produktion in New York fiel plötzlich im gesamten Lower Manhattan der Strom aus. Die Leute kamen die Stockwerke runter wie Fledermäuse ohne Sensoren: "Excuse me, is this the 38th floor?" No Ma'm it's the 29th! .... Jeder machte seinen eigenen Mix. Ich kam dann auf die Idee, beide Mixvarianten auf die EP, jedoch mit zwei parallel-laufenden Rillen pro Seite zu bringen. Je nachdem, wo die Nadel landete, kam dann der entsprechende Song, die Titel liefen aber durchaus nicht parallel. Man konnte nie voraussagen, welche Rille, welcher Song. Nachdem diverse DJ's "sich schon in die Klapsmühle einliefern lassen wollten", legten wir noch eine '4D Brille' ins Package, mit der man das Cover (Collagenmotive mit Xerox behandelt) betrachten konnte und anschließend gleich zum Optiker rennen wollte, um nochmal die Dioptrien der Augen nachmessen zu lassen <<

Videoclip :: Movie Viewers (siehe youtube Clip) >> ..entstand bei Vollmond morgens um 5 auf Coney Island (Brooklyn) zwischen den billigen Blechbaracken und Wahrsagebuden. Anschließend hatte ich eine Quecksilbervergiftung von der Gesichtsschminke - die ließ sich nämlich nicht im Atlantik sofort abwaschen, also trug ich sie den ganzen Tag "ganz in weiß" <<

Crazy SneakerSlinky Gym School feat. Rammellzee: Crazy Sneaker/ Gothic Futurism 1983
Robert: >> Die erste
Hip Hop Produktion Deutschlands - zusammen mit Walter Dahn und 10 Jahre bevor der Mainstream kapierte, dass man mit Hip Hop auch Kohle machen kann.
Joseph Beuys Schüler Walter Dahn, einer der "Jungen Wilden" - Maler - (Mühlheimer Freiheit), hatte einen "abgebrannten"
Rammellzee an der der Berliner Mauer aufgemacht. Rammellzee war Spray Can Artist und spritzte an der Mauer rum, nicht unähnlich, wie es junge Hunde tun, um ihre Territorien zu markieren. New York Rapper, bereits in "Wildstyle" (Film von 1982), sowie in Jim Jarmusch's: "Stranger Than Paradise" aufgetreten.
Infos zu "Slinky Gym School" Rammellzee hatte was mit Gothic Futurism, war arrogant und bis oben hin zu mit Kokain. Dahn hatte ihm 1000 Mark an der Mauer gegeben und rief mich an, ob wir was in meinem "Flying Studio" machen wollten. So entstand die erste Hip Hop Scheibe im Land der lustigen Volksmusik: "Slinky Gym School feat. Rammellzee." W. Dahn hatte ferner Videomaterial der Szene aus New York mitgebracht und wir verbrannten symbolisch noch ein paar Dollarnoten, was in den Clip editiert wurde. Bevor jedoch das Video fertig war (Rammellzee besprühte mittlerweile ein Museum in Amsterdam), flog Walter Dahn nach Jamaika, nahm die noch unvollendete Video-Version mit, die er beim Rückflug über New York dem "A&R" Mann von Ariola gab, der gerade zufällig neben ihm saß. Einen Tag später stürmte Mr. Ariola in die Redaktion von "Formel Eins" in München (damals die angesagteste TV - Hit Show der Woche) und sagte: "… habe soeben Slinky Gym School unter Vertrag genommen. Würdet Ihr nächste Woche das Video spielen?" Antwort: "Würden wir." Während von dem ganzen Theater noch nichts zu mir durchgedrungen war, hatte ich einen A&R Typen von Virgin in München an der Angel, der mit uns einen Vertrag machen wollte. Vorab raste der zu "Formel Eins" und sagte: "Ich habe soeben Slinky Gym School unter Vertrag genommen. Würdet Ihr nächste Woche das Video spielen?" Formel Eins: - Slinky - Ariola - Virgin, …. was'n los!?!?!? Selbsteliminierung. Die Pokerfaces hatten sich gegenseitig außer Kraft gesetzt. Virgin rief mich an: "Wie konnten Sie nur…..!"


[Click auf die Photos für Zoom]

 

Ich sitze bereits im ICE nach Hamburg. RCA (jetzt BMG) sieht das Video: "Kaufen wir!" Vertrag, ...kritzel kritzel, alles klar. Eine Woche später komme ich mit Masterbändern wieder nach Hamburg um RCA die Ware gegen Scheck zu übergeben. Instinktmäßig rufe ich vorher noch bei der WEA an: Labelchef Peter Köpke am Apparat: "Komm' am besten sofort vorbei." Ich zeige also Peter das Video. "Kauf ich. Wieviel..?" (Fünfstellig!) …"Kann noch nicht zusagen, rufe Dich in einer Stunde an." Ab zu RCA. Wie bereits irgendwie geahnt, hatten die RCA-Jungs schlapp gemacht [Rattennest voller feiger Hundesöhne]. "Das Video, da ist ja Fred Astaire drauf (beim Breakdance an der Decke), da wird MGM uns für eine Million Dollar verklagen, hat unser Anwalt gesagt." "OK Jungs, Ihr seid nicht die richtige Firma um Slinky zu repräsentieren"… und somit zerreiße ich den Vertrag. "Ratz."
 Click für Zoom ! Wieder am Telefon mit Herrn Köpke: "Peter, mach' den Scheck klar, ich bin in 20 Minuten da." Ich hatte mir vorgenommen, Hamburg an diesem Tag nicht ohne Scheck zu verlassen, hatte meine Fallschirmspringermontur an und eine große Brosche an die Brust geheftet. Mit dem Scheck saß ich später im ICE und plante, mit dem Video nun bei "Formel Eins" in München per Sonderüberraschung mal vorbeizuschauen. <<
:: The Producer Years ::

1982 holen David A. Stewart und Annie Lennox (Eurythmics) Robert Crash als Produzent für ihr Erfolgsalbum: Sweet Dreams (Are Made Of This) - 1983


Wrap it up (vom Album: "Sweet Dreams" siehe auch youtube Clip) Annie (Voc/ Bass Synth/ Chorus Riff Synth) Dave (Slide Guitar/ Effects) Robert (Drums/ Funk guitar/ Bass Synth). [Click auf das Cover] 

BBC -TV 1982 - >> Drei Bühnen im Studio; während wir improvisiert in die Kameras projizieren, bauen gegenüber Dexy's Midnight Runners und Haysi Fantayzee ihre Zelte auf. Gegen Ende des Clips greift Dave nach dem Ghettoblaster, ich grabsche nach dem Stoffhund an der Kette. ...es gibt nichts langweiligeres als Playback auf der Bühne!  Annie wurde bei "huuuh.." bis zu 24 x 'verdoppelt'. (siehe youtube Clip - kleines Photo anklicken)
zum "WRAP IT UP" Clip mit Annie, Robert + Dave ...Annie Lennox war eine Rakete auf der Bühne. Als sie mich bei einer Live Show um Backing Vocals bat, gab ich ihr meinen "MXR Pitch Transposer" (Harmonizer), sodass sie per Fußdruck die Terzen, Quarten, Quinten durch ihre eigene Stimme erzeugen konnte. Meine Sonnenbrille hatte sie ja auch schon - stand ihr gut. Dave Stewart war das smarte Element im Hintergrund - der Visionär. Er kam immer rüber, wie der undurchsichtige/ abgedriftete Professor, der nur rein zufällig hier hereingestolpert war, aber das ist Showbiz...
! <<

       
Maxi mit: Baby's Gone Blue                     Robert, Annie u. Dave    Single: Tous les Garcons et les Filles
>> MTV hatte Angst vor Annie Lennox! Sie hätte ja ein Dyke (Transvestit) sein können. Transvestiten und Neger spielen wir nicht! Bis Eurythmics weltweit per Radio Rotation #1 wurden und Michael Jackson mit 'Thriller' den Jackpot knackte! <<

Robert Plant
Now and Zen 1988

Robert: >> Malcolm McLaren (ehem. Manager der Sex Pistols und Solokünstler - DuckRock/Fans/Paris) holte mich am Saharan Motor Hotel, Sunset Blvd. / Hollywood ab und empfahl mir, ins Chateau Marmont einzuchecken, wegen der klassischen Atmosphäre dort (Alt Hollywood).
Bekanntes Klientel hatte dort gewohnt, von Garbo über Dietrich, James Dean bis hin zu John Belushi, der sich dort den goldenen Schuss gesetzt hatte. In der Bar lungerten "Moviestars" rum und taten so, als wollten sie nicht erkannt werden. Aber wehe, Du erkanntest sie nicht. Die Egos hingen schon hoch oben an der Decke. Malcolm hatte soeben erfahren, dass ich in Kürze mit Robert Plant in London Songs schreiben wollte. Im Moment kurvte ich vorab noch etwas in den Staaten rum um das neueste Equipment für die Produktion zu besorgen. McLaren wollte einen Film über Robert Plants ex-Manager Peter Grant drehen, der Anfang der 70's in Amerika den Umgang mit Promotern revolutioniert hatte. Einnahmen bisher zu 85/15 verteilt, jetzt umgedreht: 85% für die Band und 15% für den Promotor - und damit basta! Geschäfte wurden oft auch mit Pistolen ausgehandelt.

Led Zeppelin hatten Amerika in Brand gesetzt und jeden Abend garantierte US $ 250,000.00 oder mehr in der Plastiktüte. Gelegentlich kleiner Überfall backstage, Tüte weg. Nächsten Abend - neue Tüte. Die "Stadium Tours" der 70's. Seit 'Buffalo Gals' (Duck Rock) hatte ich Interesse, mit Malcolm zu arbeiten. Eine Woche später - Malcolm, Lauren Hutton (Actress/ Model) und Crash saßen in einem New Yorker Restaurant und sponnen weiter, 3 Wochen darauf dann bei mir in London, wobei Malcolm Jeff Beck entdecken sollte, per Schallplatte .....kurz darauf kreuzte Robert Plant mit seinen Gitarren auf. Jimmy Page war vorübergehend 'not accessable' für Plant, er brauchte deshalb neue Kollaboratoren und einen Hit.
Peter Köpke hatte uns vorgestellt. Ex-WEA Hamburg - dieser jetzt Ambassador von Altlantic (London Offices). Zufall in Sachen 'Slinky Gym School'. Robert Plant und ich beschnupperten uns gegenseitig, machten einen raschen Testsong. Daraufhin kam er 4 Monate lang in mein Studio in der Manchester Street. [Manchester Street, London W1 - R. Crash's kleines Studio um die Ecke von Baker Street und Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett - hier entstanden auch die Fotos mit R. Plant] Es war Sommer, wir rissen die Fenster auf und der Sound drang in die Straßenschluchten bis runter zu EMI Records am Manchester Square (Gebäude heute abgerissen). Robert und ich hatten über Blues, Rock'n'Roll, Rockabilly, Surf ein paar Verbindungen, ich ignorierte jedoch voll die Led Zeppelin Hinterlassenschaft und trat anstelle dessen mit meinem neuesten Digital-Equipment an. Robert spielte exzellent Gitarre und erklärte mir, dass Jimmy Page es ihm nie erlaubt hatte, mit Gitarre aufzutreten. Wir schrieben ca. 15 Songs, hingen abends mal in den Vodkaclubs von Soho rum, während Peter Köpke uns zwischendurch anderen Atlantic Records Künstlern vorstellte, wie z.B Twisted Sister. Als der Sänger, Dee Snyder, begeisterter Fan englischer Rockbands, Led Zeppelin und Black Sabbath in einen Pott warf, war Plant abgetörnt.

Weiter ging's mit Songschreiben, Vorproduktionen, Programmieren…dann kamen noch einige Köche dazu und die Suppe wurde versaut. Meine Demos klangen atmosphärisch besser als die späteren Masters. Sorry, Robert. Roberts Manager Bill Curbishly, ex-Bankräuber mit 6 Jahren Knasterfahrung, versuchte mich bei meinen zukünftigen Tantiemen zu drücken, also gründete ich meine eigene Verlagsfirma Bluemaxx International und behielt 100% meiner Songrechte. Dann passierte erst mal garnichts. 1988 kam schließlich das Album Now and Zen raus. Ich fuhr gerade im Auto durch New Orleans, besorgte mir Billboard Magazine, schaute in die Top 200 und sah "Now and Zen" auf #1 in den US Charts. Am nächsten Tag war ich in Memphis, Tennessee und quatschte mit dem Typ, der das Sun Recording Studio repräsentierte, um u.a. zu sehen, ob man das Ding tatsächlich noch mieten konnte. Das uralte Equipment aus den Fünfzigern war aber nicht mehr da, also wurde für die Touristen alles ein bisschen kaschiert, um Illusionen verkaufen zu können. Das Gleiche war der Fall im RCA Studio B in Nashville am darauffolgenden Tag. Dort waren - in einem relativ bescheidenen Raum - große Hits entstanden (Elvis, Everly Brothers, Roy Orbison, etc.). Man ließ mich einen kleinen Mix an einem Pult machen - das Ding war aber auch nicht mehr authentisch. Abschminken!
Als Echo auf Robert's Number One folgten Angebote aus der Industrie für Produktionen, Kollaborationen..
Greg Lake (Emerson Lake und Palmer, King Crimson) kam rüber, um zu sehen, ob was möglich sei. Vielleicht'n Punk Song a la '77 für Greg?
...Mein nächstes Ziel war aber eine kleine Luftveränderung und ich ging nach Kalifornien, wo ich mein neues Headquarter oben in den Hügeln von
Hollywood einrichtete, von dort u.a. Exkursionen nach Florida, Mexiko und Kuba machte und mit Videokameras in die Karibik abtauchte, um unten in den Schiffswracks mit den Fischen ein kleines Rendez-Vous abzuhalten. Flughafen von Havanna: Wie DDR - aber in Farbe. Was hatten die Kommunisten aus dem Land gemacht? Der Puls war jedoch da, der Rhythmus hatte Jahrzehnte trockenen Sozialismus' überlebt und ich bewunderte die Kubaner auf Grund ihrer Lebensphilosophie und Tapferkeit.
1990 rief mich Robert Plant während seiner Worldtour an…"eventuell wieder neue Songs schreiben." Anschließend, nach einem Auftritt mit seiner Band im Universal Amphitheatre, Universal Studios Hollywood, überreichte er mir die Platinscheibe... "Now and Zen" hatte sich mehrere Millionen mal verkauft - in Amerika. In Belgien 263 Kopien. Mittlerweile war
Grunge Music gelandet - der neue Sound (u.a. aus Seattle), orientierte sich wieder an Elementen des Punk. Nächste Generation, bitte….. <<

:: R. Crash meets CAN ::

Robert: >> 1998 stand ich mit einer Riesen-Videokamera im Garage in London auf der Bühne (der Laden war gerammelt voll, kein Platz mehr für eine Kamera sonstwo) und habe Damo Suzuki´s Network getaped (Publikum tobte, wie immer), wobei ich mich dauernd im Wah Wah Kabel von Michael Karoli verhedderte. [Michael Karoli war Gitarrist bei Can, Damo Suzuki, der Sänger der Band aus Köln].
Das Foto von Michael Karoli [Click auf das Photo - rechts] mit seiner neuen Elektrogeige war in seiner Essener Wohnung entstanden. Ich kannte Michael aus Nizza, wo er ein Studio in einer Mühle hatte. Er wollte das Foto im Nov. 2001 als Cover für seine nächste CD benutzen...

[Michael Karoli verstarb am 17. November 2001]
Michael hat bis zum Schluss sein Leben volles Rohr genossen. All Power to him, too!...

... mit Holger Czukay und Jaki Liebezeit  jammte ich 1976 im Studio Weilerswist [war das legendäre Studio von Can] als ich gerade mal aus NY vorbeischaute. Czukay  kreuzte '79 dann bei Conny Plank auf, brachte sein French Horn (Flügelhorn) mit und - wir, die Psychotic Tanks, hatten ihn um eine kleine Einlage gebeten - röhrte voll von Beginn bis Ende durch. Der Song hieß "Nazi Shocker"  und Czukay war unstopbar! <<

:: The Photographer ::
     
[Click auf die Photos für Zoom]
Robert: >> 2000 war ich zweimal in Japan und setzte fotografisch meinen Rock'n'Roll cartoonistisch-visuell um mit einigen Serien, z.B. The Kamikaze Girls die ich später auf 130x88 cm großen Metallbildern (Alu) ausstellte, weiterhin auch abstraktere Sachen. Zurück in Kalifornien ging's weiter mit "Death Valley Angels" (halbverrostete Straßenkreuzer der 50 - 70er in der Mohave Wüste mittags um 12 bei 42 Grad Celsius). Nahe Death Valley und nicht weit vom strahlenverseuchten Nevada-Atom-Testgebiet Area 51 entfernt. Das Lichtspektrum war dermaßen intensiv, dass das Fuji Filmmaterial sich durch totale Sättigung 'vollendet' fühlte. Am gleichen Tag fand ich noch den Typ B-29 Bomber der 1945 über Hiroshima & Nagasaki aktiv gewesen war. Dass meine japanische Assistentin, die neben mir stand, die Zusammenhänge nicht sofort registrierte, liegt wohl an der 'Unschuld' der neuen Generation ("Was ich nicht weis, macht mich nicht heiß - trotz 42 Grad"). Thema meiner Ausstellung: Between Power & Coma (Zwischen Macht und Ohnmacht) ...alte Powersymbole - und der dahintersteckende Größenwahn Amerikas während der 40’s-60’s (ebenso wie heute) –  jetzt verschrottet und ausgeblichen wie Pferdeskelette in der Wüste.....<<

Tokyo Wall

Tokyo Wall: >> Ich wollte schon zum Flughafen um die Maschine nach L.A. zu nehmen, da kam ich noch durch den Stadtteil Harajuku/ Tokyo (http://www.pbase.com/glamis/goth_fun_tokyo) und ich ließ den Flug sofort fallen, blieb in Harajuku. Jede Menge junger japanischer Künstler mit abgedrehten Projekten, links & rechts garniert mit kichernden Teenagern in lustigen Klamotten, blonde Japanerinnen, wollen am liebsten westlich sein! Dann die japanische Rockerbrigade auf Harley Davidson Maschinen, voll designer-mäßig auf den Punkt gebracht, noch besser (und natürlich sauberer) als das Original. Die Energie war ähnlich wie '77 in London. Ich lehne mich an die Wand um zu beobachten. Man trägt häufig Mundschutz in Tokyo, den man zwischendurch mal abnimmt um in einer Oxygenbar etwas Sauerstoff zu tanken.
Japan ist das abgedrehteste Land, das ich kenne. Per Spontaneität rettete ich einem ohnmächtig
en älteren Herrn in einem typisch japanischen Dampfbad das Leben und wurde später von einer Mannschaft in Kimonos geehrt per: Hoooii! Arigato! <<

>> 1991 hatte mir die US-Armee in LA einen Job angeboten, 40 Stunden Material des ersten Golfkrieges auf 60 Minuten zu editieren. Davon sollten alle Bataillone was über den Krieg lernen. Material entstanden in der Iraki Wüste und in Apache Helicoptern! Und es gab auch noch Musik für's Battaillon. Only in America! Konsequenter Job! Dabei verschliss ich einen General ("Robert, you're wearing me out!"). 3 Jahre später hatte ich Einreiseprobleme am Airport, aber das ließ sich dann regeln! <<

:: Digitaler Nomade ::

>> In Mexiko erstellte ich 2004 auf Friedhöfen eine Fotoserie über Religion. "Religion und Grabräuber" - um exakt zu sein. Anschließend schoss ich Infrarotaufnahmen über Mexico City aus dem Flugzeug. Die Studien müssen noch ausgewertet werden. Eine Videodokumentation über eine ehemalige Widerstandskämpferin (1945) in Bad Aussee (Österreich) entstand 2000. <<

Crash /Schruuv/Sugar (2006)

>> Bunker Projekt (Köln) ohne bisherige Konsequenzen.   Zeitbombe oder Rohrkrepierer. Wie im Labor von Dr. Frankenstein. Man bastelt an einem Monster. Und zwar völlig ohne Versicherungsschutz! <<
[Foto von links nach rechts : Crash|Schruuv|Sugar  ©2006]

...mehr Stories, Projekte, Produkte…Roadmovies!
Meist zählt der Weg dahin! Das Produkt kommt dann zwangsläufig!


The Journey is the message!
Sollte sich das ändern, werde ich das rechtzeitig bekannt geben!

Arigato!
(rc©2007)
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©2007 guenther@krautrockseite.de & Text+Recherche: Horst Maibach (www.therebbels.de)
Dank an Robert für die Inspiration u. Power + Bild- und Textmaterial